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3:1 gegen Hoffenheim : Ein Platzverweis hilft Dortmund

  • -Aktualisiert am

Schwarz-gelbe Glückseligkeit: Dortmund siegt nach Rückstand doch noch. Bild: dpa

Lange führt Hoffenheim in Dortmund, am Ende jubelt aber die Borussia dank einer imposanten Schlussphase. Eine Szene dreht die Partie – mit einem Nationalspieler in der Hauptrolle.

          3 Min.

          Borussia Dortmund hat sich in dieser Saison schon oft als spielfreudige, torhungrige und heimstarke Mannschaft ausgezeichnet. All diese Vorzüge vermochte der BVB gegen die TSG Hoffenheim lange Zeit nicht recht zur Geltung bringen. Doch am Ende brach sich der anfangs nicht so ausgeprägte Siegeswille der Borussen doch noch Bahn.

          In einer starken Schlussphase vermochte der Tabellenzweite Zweite die Partie dank der Tore von Mchitarjan (80.), Ramos (85.) und Aubameyang (90.) binnen weniger Minuten noch zu drehen. Beim 3:1 gegen den Tabellenvorletzten fuhr Dortmund im elften Heimspiel den zehnten Sieg ein. Rudy hatte Hoffenheim vor mehr 81.000 Zuschauern überraschend in Führung geschossen (26.). Die TSG vermochte dem Dortmunder Dauerdruck nach dem Platzverweis gegen Rudy aber nicht standzuhalten.

          Schon vor dem Anpfiff hatte es einige Anzeichen dafür gegeben, dass es für den Favoriten schwerer werden könnte, als der Tabellenstand vermuten ließ. Der BVB musste auf Nationalspieler Mats Hummels verzichten. Für den Kapitän rückte Neven Subotic neben Sven Bender ins Abwehrzentrum. Auch Ilkay Gündogan fehle in der Startelf. Der Mittelfeldstratege war aufgrund einer Erkältung zuletzt geschwächt und im Europa-League-Spiel beim FC Porto zur Halbzeit ausgewechselt worden.

          Den freien Platz im defensiven Mittelfeld erhielt Nuri Sahin zugeschlagen, der wegen einer langwierigen Verletzung genau ein Jahr lang kein Bundesligaspiel absolviert hatte und zuletzt mit Einsätzen im Europapokal wieder an den Spielbetrieb herangeführt worden war. Sahin kam allerdings nicht richtig in Tritt und wurde später ausgewechselt.

          Das waren es nur noch zehn Hoffenheimer: Rudy sieht die Rote Karte. Bilderstrecke

          Ein gesunder Gündogan hätte dem Spiel der Borussen vermutlich schon in der ersten Hälfte gut getan; der umworbene Nationalspieler musste jedoch sich jedoch bis zum Beginn der zweiten Halbzeit gedulden. Ohne ihn fiel es der Heimelf schwer, gefährliche Vorstöße zu inszenieren. Obwohl die Dortmunder viel häufiger am Ball waren als der Gegner, blieben sie unproduktiv. Und gerieten bei einem Konterangriff des Gegners sogar in Rückstand, hatten das 0:1 allerdings selbst verschuldet, genauer gesagt: Roman Bürki. Nach einem Distanzschuss von Kevin Volland ließ der BVB-Torwart den Ball vor die Füße von Rudy abklatschen. Der Mittelfeldspieler nutzte die Gunst der Sekunde und schoss Hoffenheim aus acht Metern Entfernung in Führung.

          Spätestens nach diesem Treffer erinnerte manches an das Hinspiel im Kraichgau. Dort hatten die Borussen das zwölfte Pflichtspiel bestritten und waren zum ersten Mal unter der Regie von Thomas Tuchel nicht als Sieger vom Platz gegangen. Auch beim Remis in Hoffenheim hatte Rudy für die TSG getroffen –- es blieb sein einziger Treffer, bis sich der Kreis in Dortmund für den Mittelfeldspieler geschlossen hat. Beinahe wäre dem Außenseiter sogar ein Doppelschlag gelungen.

          Als Volland jedoch halbrechts frei vor Bürki zum Abschluss kam, zeigte sich der Torhüter abwehrbereit und wehrte den Schuss zur Ecke ab. Auf der anderen Seite wirkten die Dortmunder schwerfälliger und weniger inspiriert als sonst. In den zehn Heimspielen zuvor hatte ihnen kaum ein Gegner so effektiv Widerstand geleistet. Die einzige Torchance ergab sich erst kurz vor der Pause – aus einer Standardsituation. Der Freistoß von Marco Reus war nicht ohne Raffinesse, aber Oliver Baumann im Tor der TSG zeigte sich bei dieser ersten Prüfung aufmerksam und parierte den Schuss mit einem Hechtsprung.

          Dieser späte erste Torschuss und dazu die Hereinnahme von Gündogan zu Beginn der zweiten 45 Minuten schienen die Tatkraft der Dortmunder zu steigern. Der Nationalspieler führte sich sofort gut ein und traf kurz nach dem Seitenwechsel den Pfosten. Fast im Gegenzug unterstrichen die Hoffenheimer ihre Ambitionen, aber beim Schuss von Mark-Alexander Uth reagierte Bürki richtig und wehrte mit dem Fuß ab. Nach etwa einer Stunde verlagerte sich das Geschehen immer stärker in Richtung des Hoffenheimer Tores. Dass der Favorit den Druck steigern konnte, lag auch daran, dass die Westfalen von der 58. Minute an in Überzahl spielten.

          Torschütze Rudy hatte Aubameyang, den erfolgreichsten Angreifer des BVB, mit einem taktischen Foul im Mittelfeld gebremst. Schiedsrichter Peter Sippel wertete die Aktion obendrein als rohes Spiel und zeigte Rudy die Roten Karte. Dennoch blieb es ein zähes Ringen. In der Schlussphase wurde das Dortmunder Drücken und Drängen aber doch noch belohnt. Dank Gündogans Vorarbeit erzielte Mchitarjan zunächst den Ausgleich, wenig später gelang dem eingewechselten Ramos der Führungstreffer, ehe Aubameyang den Abend für Dortmund mit einem weiteren Tor noch abrundete.

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