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Bundesliga-Meisterrennen : Eine mutige Ansage von Borussia Dortmund

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Ab sofort zählt für Marco Reus und die Dortmunder nur noch die Bundesliga. Bild: Reuters

Erstmals seit langem geht der BVB nicht als Erster der Bundesliga in einen Spieltag. Dennoch kommen erstaunliche Töne aus Dortmund. Vor dem Spiel in Berlin aber plagt die Borussia nicht nur ein Problem.

          Nur keine Panik! Alle Bedenken über die dürftige Rückrundenbilanz und den kurzfristigen Ausfall von Leitwolf Axel Witsel blenden die Dortmunder demonstrativ aus. Dass darüber hinaus auch Mario Götze und Paco Alcácer fehlen, trübte nur kurz die Stimmung. Einem Bericht der „Ruhr Nachrichten“ zufolge waren beide am frühen Freitagabend beim Abflug zum kniffligen Auswärtsspiel am Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) bei Hertha BSC nicht dabei. Laut „Bild“ verletzten sich Götze und Alcácer im Abschlusstraining. 

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          Sportdirektor Michael Zorc schlug ungewohnt kämpferische Töne an und kündigte dem punktgleichen Spitzenreiter FC Bayern im Titel-Zweikampf erbitterte Gegenwehr bis zum Saisonende an. „Wir wollen alles versuchen, um deutscher Meister zu werden. Wir sind nur noch in diesem Wettbewerb aktiv und werden alles dafür tun.“

          Anders als in der langen Zeit als Tabellenführer steht das M-Wort bei allen Beteiligten nicht mehr auf dem Index. Der wichtige 3:1-Erfolg über Stuttgart am vergangenen Samstag befreite von der Sorge vor einer anhaltenden Talfahrt. Nach zuvor nur einem Sieg aus acht Pflichtspielen mangelte es zwar auch im Duell mit den Schwaben an der Leichtigkeit aus der Hinrunde, dafür war aber der unbedingte Siegeswille erkennbar. Das werteten die Borussen als ermutigendes Signal für die letzten neun Saisonspiele: „Wir hatten insgesamt eine Phase mit nicht so optimalen Ergebnissen im Februar und Anfang März – und glauben, sie überwunden zu haben“, sagte Zorc.

          Es passt ins Bild demonstrativer Zuversicht, dass der Ausfall von Witsel mit erstaunlicher Gelassenheit verkündet wurde. Dabei ist der 30 Jahre alte WM-Dritte aus Belgien neben Marco Reus eine eigentlich unverzichtbare Größe im BVB-Spiel. Als einziger Profi kam er in allen bisherigen 35 Pflichtspielen zum Einsatz. Trainer Lucien Favre hofft auf eine schnelle Genesung des Taktgebers und ein Comeback schon am 30. März in der Partie gegen Wolfsburg: „Nach der Länderspielpause ist er wahrscheinlich wieder da.“

          Ob der Schweizer Fußball-Lehrer angesichts des Ausfalls von Witsel und des Fehlens von Götze und Alcácer weiter an der bereits gegen Tottenham und Stuttgart gewählten offensiveren Gangart mit einem 4-1-4-1-System festhält, darf bezweifelt werden. Mangels Alternativen dürfte er wieder auf zwei defensive Mittelfeldspieler setzen. Dafür stünden Julian Weigl oder Thomas Delaney bereit. Nicht nur aufgrund der angespannten Personallage erwartet Favre in Berlin eine schwere Prüfung: „Wir brauchen eine große Leistung.“ 

          Die hohe Wertschätzung für seinen einstigen Klub, den Favre von 2007 bis 2009 bei seiner ersten Bundesliga-Station coachte, scheint angebracht. Schließlich weisen die Berliner in den Heimspielen gegen die Top 5 eine bemerkenswerte Bilanz auf. Nur die Partie gegen Leipzig (0:3) ging verloren, der FC Bayern (2:0), Borussia Mönchengladbach (4:2) und Eintracht Frankfurt (1:0) wurden besiegt.

          Zudem gab es für den BVB gegen Hertha BSC zuletzt wenig zu holen. Der Favorit aus dem Ruhrpott konnte nur eines der jüngsten sechs Duelle für sich entscheiden. Trainer Pal Dardai, der am Samstag seinen 43. Geburtstag feiert, will diese Bilanz im ausverkauften Olympiastadion weiter aufbessern: „Unser Spiel muss fehlerfrei und perfekt sein. Wir möchten auch diesmal etwas Zählbares holen.“

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