https://www.faz.net/-gtm-9t6i1

0:4 in München : Klartext von Hummels nach Dortmunds Klatsche

  • Aktualisiert am

Trauriger Schlusspunkt: Mats Hummels unterläuft ein Eigentor. Bild: AFP

Diesmal sollte es für den BVB in München besser laufen. Doch wieder gibt es beim FC Bayern eine deutliche Niederlage. Nicht nur Kapitän Mats Hummels kritisiert die eigene Mannschaft danach.

          2 Min.

          Für eine kurze Umarmung und ein paar geflüsterte Worte mit Franck Ribéry unterbrach Mats Hummels die schonungslose Analyse des Dortmunder Debakels. Die früheren Bayern-Kollegen begrüßten sich im Bauch der Münchner Arena herzlich. Danach setzte der Ersatzkapitän des BVB seine Klartext-Rede mit lauter Stimme fort.

          Bundesliga

          „Es ist ein Zeichen für uns, dass wir selber keine Top-Truppe sind“, konstatierte Hummels nach dem 0:4 seiner Borussia in München. „Wir können eine sein an unseren guten Tagen. Aber eine absolute Top-Mannschaft ist das auch an den schlechten Tagen. Das schaffen wir eben bisher vor allem auswärts zu selten abzurufen.“

          In der ersten Hälfte rettete der von Joachim Löw ausgemusterte und auch in der aktuellen DFB-Abwehrnot nicht reaktivierte Hummels vor den Augen des Bundestrainers in höchster Not. Am Ende unterlief dem Weltmeister von 2014 ein Eigentor zum Endstand. Im Vorfeld war von BVB-Manager Michael Zorc „Männerfußball“ gefordert worden. Den zeigten nur die Münchner. Die Borussia agierte dagegen - wie so oft in der Allianz Arena - wie eine eingeschüchterte Juniorentruppe.

          „Ab der 15. Minute war es von uns nix mehr, da waren wir die klar unterlegene Mannschaft. Bayern war besser in allen Belangen und hat verdient gewonnen, eventuell sogar in der Höhe. Aber das ist mir ehrlich gesagt schnuppe, ob es vielleicht zu hoch ausgefallen ist oder nicht“, sagte der im Sommer nach drei Jahren in München zur Borussia zurückgekehrte Hummels. „Wir waren definitiv nicht gut genug, um hier zu bestehen.“ Das 0:4 sorgte dafür, dass die Münchner den BVB in der Tabelle aus den Champions-League-Plätzen drängten.

          Trainer Lucien Favre schüttelte immer wieder den Kopf, als er die nächste Watschn in München zu erklären versuchte. „Wir waren klar nicht da. Eine sehr, sehr schwache Leistung“, haderte der Schweizer und wirkte ratlos. „Man hat es gesehen: Es war viel zu wenig, viel zu wenig.“ Den nach muskulären Problemen aufgebotenen Jadon Sancho nahm er nach nur 36 Minuten vom Platz. War er verletzt? Der Dortmunder Trainer schüttelte weiter nur den Kopf. „Er war einfach nicht gut genug, er war nicht verletzt“, sagte der fassungslose Favre.

          David Alaba (links) und Thomas Müller hatten viel Spaß beim Topspiel. Bilderstrecke

          In der zweiten Hälfte ging der 62 Jahre alte Coach durch die Hereinnahme von Paco Alcácer und Marco Reus volles Risiko. Geholfen hat es nicht. Reus tat der Einsatz auch gesundheitlich nicht gut. Der Kapitän musste am Sonntag seine Teilnahme an den EM-Qualifikationsspielen der Nationalmannschaft gegen Weißrussland und Nordirland wegen anhaltender Sprunggelenksprobleme absagen.

          Reus und Hummels können in der Länderspielpause also vorangehen, wenn auch die sechste üppige Liga-Niederlage in München am Stück mit 3:26 Toren aufgearbeitet wird. Hummels vermisste bei seiner Mannschaft vor allem das „Dagegenhalten“ in den Zweikämpfen: „Dagegenhalten, wenn der Gegner körperlich voll da ist.“ Das werde sich nur ändern, wenn die BVB-Profis in Zukunft „etwas härter gegen sich selbst werden“.

          Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass Hummels lieber in der Münchner Kabine gewesen wäre. Zumal nach dem Aus von Niko Kovac jetzt der frühere Weltmeister-Weggefährte Flick das Sagen hat. Gast war dort am Samstag der langjährige Münchner Flügelstar Ribéry. Der im Sommer vom FC Bayern verabschiedete Franzose spielt mittlerweile für den AC Florenz. Dort muss er nach einer Roten Karte gesperrt pausieren - und nutzte die Pause zu einem Abstecher nach München. Und sah dort das, was in der Bundesliga zuletzt immer passierte, wenn Dortmund kam: Einen klaren Sieg seiner geliebten Bayern.

          Weitere Themen

          „Bei der EM knallt es richtig“

          DFB-Team in München : „Bei der EM knallt es richtig“

          Knapp vier Monate vor Beginn der Fußball-EM schürt Oliver Bierhoff die deutschen Hoffnungen. Er setzt auf den Heimvorteil und lobt das Team. Doch der DFB-Direktor zeichnet auch ein düsteres Bild für die Zukunft.

          Dortmund empfängt Paris St Germain Video-Seite öffnen

          Champions-League-Achtelfinale : Dortmund empfängt Paris St Germain

          der Champions League beginnt nun mit dem Achtelfinale die K.o.-Phase des Turniers. Dabei treffen die Spieler von Borussia Dortmund auf das Team von Paris St. Germain. Der Coach des Gäste-Teams ist ein alter Bekannter: Thomas Tuchel war zwei Jahre lang Trainer von Borussia Dortmund.

          Topmeldungen

          Staatsmännisch im Rollkragenpulli: Ramelow mit Hennig-Wellsow am Montagabend

          Ramelows Vorschlag : Ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst

          Wie Bodo Ramelow seinen Vorschlag, Christine Lieberknecht zur Ministerpräsidentin zu machen, einfädelte und damit die CDU unter Druck setzte – die Christdemokraten müssten bei raschen Neuwahlen schwere Verluste fürchten.
          Gibt sich volksnah: Emmanuel Macron schüttelt während seines Besuchs in Bourtzwiller einer Frau die Hand.

          Macron über politischen Islam : Unser Feind ist der Separatismus

          Frankreichs Präsident besucht eine islamistische Hochburg: Er wolle nicht akzeptieren, dass die Werte und Gesetze der Republik im Namen des politischen Islam abgelehnt werden – und stellt einen Plan im Kampf gegen Separatismus vor.
          Sollten sich Anleger komplett von vermeintlichen Klimasündern abwenden? Experten haben dazu verschiedene Meinungen.

          Öl-, Gas- und Kohlekonzerne : Die Luft für Klimasünder wird dünner

          Immer mehr Investoren verbannen klimaschädliche Anlagen aus ihren Portfolios – während andere darin unterbewertete Aktien mit soliden Bilanzen sehen. Dass die Bewertung so unterschiedlich ausfällt, hat verschiedene Gründe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.