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2:2 in Frankfurt : BVB-Spiel am Rand der Hysterie

  • -Aktualisiert am

Auch Kapitän Aubameyang konnte es nicht richten für Dortmund. Bild: BABANI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Nach der Niederlage gegen Leipzig und der Blamage in Nikosia gewinnt der BVB wieder nicht. Dabei führen die Borussen mit 2:0. Doch danach geht in Frankfurt einiges schief bei einem denkwürdigen Spektakel.

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          Schon wieder nicht gewonnen, aber eine Krise kann man Borussia Dortmund beim schlechtesten Willen nicht nachsagen. Höchstens ein Mangel an Cleverness und Konzentration. 2:0 durch Tore von Sahin (19.) und Philipp (57.) führte der BVB gegen eine starke Frankfurter Mannschaft – nach einer Vorstellung voller Leidenschaft und manchmal auch Raffinesse. Doch als die Dortmunder den Gegner niedergerungen glaubten, stand der noch einmal auf. Haller (64./Foulelfmeter) und Wolf (67.) glichen zum 2:2 aus, das bis zum Schluss Bestand hatte, obwohl in diesem Spektakel auch zehn Tore hätten fallen können.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          All das Dortmunder Krisengerede löste bei den BVB-Profis eine Trotzreaktion aus. Sie pressten die Frankfurter schon an deren eigenem Strafraum mit solcher Vehemenz, als wollten sie jedem beweisen, dass hier ein wahrer Tabellenführer auftritt, mit dem Anspruch, den Gegner einfach zu überrennen. Die Eintracht, mit dem Selbstbewusstsein ausgestattet, das zwei Bundesligasiege mit sich bringen, und der knorrigen Leidenschaft, die ihr Trainer Niko Kovac eingetrichtert hat, ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Einen geordneten Spielaufbau bekamen sie in den ersten Minuten kaum einmal hin, aber sie ließen sich auch nicht zu eklatanten Fehlern hinreißen und bewahrten Ruhe und Übersicht. Und sie jagten den Dortmundern genauso aggressiv hinterher, wie sie es bei eigenem Ballbesitz erlitten. So entwickelte sich eine ausgesprochen intensive Begegnung, in der die Spielkultur schnell zur Strecke gebracht wurde, sobald sie sich einmal zeigte.

          Die individuelle Überlegenheit der Dortmunder – ihr Kader ist das Fünffache des Frankfurters wert – blitzte das ein oder andere Mal kurz auf, aber insgesamt schaffte es die Eintracht, die Auseinandersetzung auf Augenhöhe zu führen. Dass der BVB zur Pause 1:0 führte und nicht die Eintracht, lag an Zentimetern. Bei Rebics Treffer (12.) war sich der Assistent sicher, dass der Frankfurter Stürmer knapp im Abseits gewesen war. Auf der Gegenseite hatte sein Kollege keinen Zweifel, dass Sahins Tor in der 19. Minute korrekt erzielt war. Selbst die Fernsehbilder gaben keinen genauen Aufschluss beim Urteil: Gleiche Höhe oder Abseits?

          Manche Frankfurter Fans meinten, sie müssten die Sicht vernebeln. Bilderstrecke
          Manche Frankfurter Fans meinten, sie müssten die Sicht vernebeln. :

          War die Partie in der ersten Halbzeit schon temperamentvoll, so steigerte sich das Geschehen im zweiten Durchgang fast ins Hysterische. Die Profis ließen sich von ihren Emotionen mitreißen und vergaßen die meisten taktischen Spielregeln. Im Mittelfeld herrschte Durchzug, fast jeder Angriff führte zu einer großen Torchance. Was sich die Frankfurter mit großer Mühe und Wucht erarbeiteten, spielten sich die Dortmunder elegant heraus. Bevor Philipp in der 57. Minute das 2:0 für den BVB schoss, hätte Aubameyang sein Torkonto schon zweimal erhöhen müssen.

          Für die Frankfurter bedeutete der höhere Rückstand keinen Frust, nur neue Motivation. Hatten ihren Aktionen bis dahin oft die Klarheit gefehlt, so legten sie jetzt auch in dieser Hinsicht zu. Haller gelang in der 64. Minute das erste Tor, er verwandelte einen Elfmeter, den Torwart Bürki an Rebic verwirkt hatte. Vier Minuten später ließ Wolf den Ausgleichstreffer folgen, sehenswert in Szene gesetzt von Gacinovic. Der junge Serbe verpasste den Siegtreffer für die Eintracht bei einem Flugkopfball (72.) genauso knapp wie Haller (78.) mit seinem Schuss. In der Schlußphase kamen dann wieder die Borussen dem 3:2 näher, das aber nicht fiel, weil Hasebe nach Sahins Schuss auf der Torlinie für seinen geschlagenen Torwart Hradecky rettete. Das Unentschieden wurde dem aufreibenden Spektakel dann aber auch am ehesten gerecht.

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