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Rückflug von Hertha BSC : „Ich hatte Angst. Sowas habe ich noch nie erlebt“

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Das Wetter macht Hertha BSC zu schaffen – zum Glück ohne Schaden. Bild: Picture-Alliance

Durch das 4:0 in Köln reist der Tross von Hertha BSC glücklich zurück in die Hauptstadt. Doch beim Flug nach Berlin schlägt der Blitz in den Flieger ein. Der Schreck ist groß – wie das Lob für die Piloten.

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          In das Charter-Flugzeug von Fußball-Bundesligaverein Hertha BSC hat am Sonntagabend nach dem 4:0-Sieg beim 1. FC Köln auf der Rückreise nach Berlin ein Blitz eingeschlagen. „Es gab einen Riesen-Bums, hat richtig gescheppert. Und ein riesiger Lichtkegel blitzte auf, den alle sehen konnten“, bestätigte Manager Michael Preetz der „Bild“-Zeitung (Dienstag) und ergänzte: „Das war ein komischer Moment, allen ist der Schreck in die Glieder gefahren.“

          Bundesliga

          Die Mannschaft des Hauptstadtklubs flog am Sonntagabend durch ein starkes Unwetter, landete gegen 23.00 Uhr nach einem holprigen Flug aber unbeschadet auf dem Flughafen in Schönefeld. „Beide Piloten haben die Maschine aber wunderbar und sicher nach Berlin gebracht“, sagte Preetz. An Bord der Maschine vom Typ Dornier 328 waren neben Preetz, Präsident Werner Gegenbauer und 20 Spielern das Trainer- und Funktionsteam des Vereins. „Ich habe den Blitz gesehen. Ich hatte Angst. So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte Javairo Dilrosun, der zuvor noch das 1:0 gegen den Aufsteiger erzielt hatte. Die Berliner hatten sich das kleine Charter-Flugzeug organisiert, da es am Sonntag keinen späten Linienflug mehr zurück in die Hauptstadt gegeben hatte.

          Durch Sturmtief „Mortimer“ fiel am Montag zudem das Training auf dem Platz den kräftigen Böen im Olympiapark zum Opfer. Die Analyse des ersten Saison-Auswärtssiegs fiel in den wettergeschützten Räumen erstmals in der aktuellen Spielzeit ausschließlich positiv aus. „Das war ein souveräner Auswärtsauftritt“, sagte Trainer Ante Covic und zählte auf: Viel mehr fußballerische Elemente gezeigt, zu Null gespielt, ein Standardtor gemacht. Und ein Stürmer trifft wieder.

          „Natürlich ist es nicht alltäglich, dass man direkt nach einer Einwechslung gleich trifft. Ich bin aber immer heiß darauf, Tore zu schießen und mache die Wege“, erklärte Kapitän Vedad Ibisevic nach seinem Doppelpack. Covic lobte den 35-Jährigen, der in den jüngsten drei Spielen nicht zur Startelf gehört hatte, in den höchsten Tönen: „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder du bist beleidigt. Oder du hast einen Kapitän, der reinkommt und dir zeigen will: So, jetzt kriegst du zwei schlaflose Nächste von mir, damit du weißt, wie es am Freitag weitergeht mit mir.“

          Ibisevic hat mit der Möglichkeit zwei seine Chancen natürlich gesteigert, am Freitag im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf wieder zur ersten Wahl zu gehören. „Diese Antwort, die die Jungs von der Bank gegeben haben, insbesondere Vedo, sind genau die richtige Antwort“, betonte der Trainer: „Vedo ist auch in der Kabine Kapitän, füllt das Amt voller Leidenschaft aus. Wir kennen ihn alle, wie ehrgeizig er ist.“ Mit 122 Bundesliga-Toren zog der Bosnier auf Platz 29 der ewigen Bundesliga-Torjägerliste an WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus vorbei.

          Von einem Befreiungsschlag mit dem zweiten Sieg nacheinander aber wollte Covic noch nicht sprechen, dafür war der Sturm nach dem misslungenen Saisonauftakt zu stark: „Nein, wir haben ein wichtiges Spiel vor der Brust.“ In dem sollen nun auch die Fans im eigenen Stadion begeistert und zufriedengestellt werden. Deshalb gab der Trainer zu Wochenbeginn die klare Linie vor: „Kurz durchatmen, ab morgen gehört unser Fokus direkt Düsseldorf.“

          Der Covic-Matchplan hat in Köln nicht nur mit den ersten beiden Saisontreffern von Joker Ibisevic perfekt funktioniert. „Wir waren von hinten heraus sehr dominant“, bemerkte der 44 Jahr alte Chefcoach. Ein sehr offensiv agierender Rechtsverteidiger Lukas Klünter und ein sichtbar verbesserter Mittelfeld-Regisseur Vladimir Darida legten den Ball perfekt auf Ibisevic ab. Und auch „Unterschiedsspieler“ Javeiro Dilrosun, wie Covic den jungen Holländer bezeichnete, und der bärenstarke Innenverteidiger Dedryk Boyata beteiligten sich mit ihren Treffern am Torefestival.

          Mit sieben Punkten ist Hertha wieder in ruhigerem Gewässer. Das Team bekommt langsam sein Gerüst. „Viel wichtiger aber ist, was mit den restlichen Jungs während der Woche passiert. Die erste Elf kann nur so gut funktionieren, wie gut es die Jungs dahinter machen. Und die geben brutal viel Feuer“, betonte Covic. So wie sein Kapitän.

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