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Zeitenwende bei Hannover 96 : Bittere Quittung für Kind

  • -Aktualisiert am

Wie hätte sich Hannover 96 ohne Martin Kind entwickelt in den vergangenen 22 Jahren? Bild: dpa

Zu viel Macht hat sich bei Hannover 96 bei Martin Kind angehäuft. Im Erfolgsfall stört das kaum. Doch jetzt ist die Not groß. Die monatelange, vehemente Auseinandersetzung bringt einen klaren Verlierer hervor.

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          Beide Ergebnisse sagen sehr viel. Hannover 96 hat es doch geschafft, ein Testspiel beim Zweitligaklub Arminia Bielefeld mit 0:5 zu verlieren. Das spricht mitten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga Bände. Dazu kommt eine weitere 0:5-Niederlage, die den bisherigen Präsidenten Martin Kind hart trifft. Der fünfköpfige Aufsichtsrat jenes Sportvereins, den er seit mehr als zwei Dekaden fördert, ist nur noch mit seinen Gegnern besetzt. 0:5 nach Köpfen – ein solch drastischer Machtwechsel auf der Zielgeraden einer Saison, in der die sportliche Rettung theoretisch noch möglich wäre, kann keine gute Idee sein. Aber die Unzufriedenheit der Mitglieder ließ sich nicht mehr aufhalten.

          Der Streit bei Hannover 96 lässt sich auf viele Klubs im deutschen Profifußball übertragen. Es geht um die Frage, ob das Geld oder die Vereinsmitglieder das letzte Wort haben sollten. Unter der Regie von Kind ist es gelungen, einen Verein zu entwickeln, der über viele Jahre eine feste Größe in der Bundesliga war. Was nicht geklappt hat, war die Einigung auf einen gemeinsamen Weg. Es ist versäumt worden, die Mehrheit der Mitglieder von der Moderne zu überzeugen und für die nötige Transparenz zu sorgen. Zu viele elementare Entscheidungen bei Hannover 96 sind auf Kinds Alleingänge zurückzuführen. Zu viel Macht hat sich bei ihm angehäuft. Im Erfolgsfall stört es kaum, von einem einzelnen Entscheider und Gönner abhängig zu sein. Jetzt ist die Not groß. Und verantwortlich gemacht wird Kind.

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