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Bielefeld - Nürnberg 3:1 : Erfolgreicher „Angsthasenfußball“

  • Aktualisiert am

Fußball-Kampf auf der Bielefelder „Alm” Bild: dpa

Wichniarek und Zuma haben die Misserfolgsserie der Arminia beendet und den „Club“ ganz tief in den Tabellenkeller geschossen.

          2 Min.

          Die Situation bei Pokalsieger 1. FC Nürnberg wird immer prekärer. Die Franken verloren eine lange Zeit überlegen geführte Partie bei Arminia Bielefeld 1:3 (1:0) und haben nach der fünften Pflichtspielniederlage in Folge bereits fünf Punkte Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze.

          Für die Arminia werden die Franken dagegen immer mehr zum Lieblingsgegner. Wie schon beim 3:2 im Vorjahr beendeten die Ostwestfalen gegen den „Club“ eine lange Krisenzeit von diesmal sieben Spielen in Folge ohne Sieg und sind damit in sieben Partien gegen den FCN seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2004 ungeschlagen.

          Traumtor vor dem Abpfiff

          Wegbereiter für den Sieg der Bielefelder, die jetzt sechs Punkte vor dem „Club“ auf Rang 14 liegen, war Jonas Kamper: Der Däne riss sein bis dahin lethargisch spielendes Team fast im Alleingang aus dem Schlaf, bereitete zunächst den Ausgleich durch Rüdiger Kauf mustergültig vor (63.).

          Torjäger Artur Wichiniarek mit seinem sechsten Saisontreffer nach Flanke von Sibusiso Zuma (75.) und der Südafrikaner selbst mit einem Traumtor in der zweiten Minute der Nachspielzeit schossen dann den Sieg heraus. Vor rund 18.000 Zuschauern begann die Partie mit einem Platzregen und trotz ähnlicher Situation zwei völlig unterschiedlichen Mannschaften. Die Nürnberger begannen in der gleichen Formation wie drei Tage zuvor beim 0:2 im Uefa-Cup gegen den FC Everton und hatten die Partie zunächst sicher im Griff.

          Verunsichert und konzeptlos

          Die Truppe von Trainer Hans Meyer stand kompakt in der Defensive, war spielerisch das eindeutig bessere Team und besaß in den ersten sieben Minuten drei gute Gelegenheiten. Bei der besten rettete nach einem unglücklichen Kopfball von Arminias Innenverteidiger Matthias Langkamp der Pfosten für den chancenlosen Bielefelder Schlussmann Mathias Hain. Die Arminia wirkte im ersten Durchgang völlig verunsichert und konzeptlos.

          Es war kein kontrollierter Spielaufbau zu sehen, die Abwehr wackelte bedenklich, und die Bälle wurden meist unkontrolliert nach vorne gedroschen. Chancen gab es allenfalls durch Weitschüsse von Jonas Kamper und Daniel Halfar. Die beiden Mittelfeldakteure, die jeweils zum ersten Mal in dieser Saison in der Anfangsformation standen, waren bezeichnenderweise die einzigen Arminen, die sich etwas zutrauten und nach dem Seitenwechsel auch Taktgeber für den Aufschwung bei den nun engagierter spielenden Gastgebern.

          „Mannschaft ohne Leben“

          Dabei drohte zur Pause nach Wolfs Treffer die Stimmung auf der Alm endgültig zu kippen. Die Fans sangen erstmals in dieser Saison „Middendorp raus“, Präsident Hans-Hermann Schwick sprach in der Pause von „Angsthasenfußball“ und „einer Mannschaft ohne Leben“.

          Diese zeigte nach dem Wechsel aber dann Engagement. Nach Kaufs Ausgleich musste FCN-Schlussmann Jaromir Blazek in der 73. Minute nach einer verunglückten Rettungsaktion von Wolf sein ganzes Können aufbieten, um ein Eigentor zu verhindern. Zwei Minuten später war er gegen Wichniarek jedoch machtlos, der mit seinem insgesamt 28. Bundesliga-Tor für die Arminia den Vereinsrekord von Frank Pagelsdorf einstellte.

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