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Senat kritisiert Union Berlin : Spiel mit 4500 Zuschauern als „falsches Signal“

  • Aktualisiert am

Volles Haus in der Alten Försterei beim Spiel von Union gegen Augsburg am 19. September 2020. Bild: dpa

Bei aller Leidenschaft zum Fußball: Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci ruft die Fans auf, auf einen Stadionbesuch zu verzichten. 4500 dürfen dennoch an die „Alte Försterei“ kommen.

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          Die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat die Entscheidung zur Zulassung von rund 4500 Zuschauern beim Heimspiel des 1. FC Union gegen den SC Freiburg an diesem Samstag (15.30 im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) als „falsches Signal“ bezeichnet.

          Man habe sich „eine andere Lösung gewünscht“, teilte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitag mit. „Die Entscheidung darüber liegt aber bei der DFL, den Vereinen und den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern der Bezirke (im aktuellen Fall Treptow-Köpenick). Von der Innen- und Sportverwaltungsseite haben wir da keine Handhabe“, hieß es vor der Begegnung an diesem Samstag weiter.

          Am Donnerstag hatte das lokale Gesundheitsamt trotz stark steigender Infektionszahlen in der Hauptstadt dem Hygienekonzept der Unioner zugestimmt. Die Veranstaltung wurde mit den insgesamt maximal möglichen 5000 Teilnehmern zugelassen. Allerdings sind Fangesänge und Sprechchöre auf den Tribünen für die Fans untersagt. So sieht es die Berliner Infektionsschutzverordnung vor. Zudem wurde die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes im Stadion weiter verschärft.

          Bereits am Donnerstag hatte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) die Fußballfans dazu aufgerufen, möglichst auf einen Stadionbesuch zu verzichten. „Ich verstehe die Leidenschaft zum Fußball“, sagte Kalayci. „Aber ich bleibe dabei: Meiden Sie soziale Kontakte. Wenn es geht, bleiben Sie zu Hause.“

          Die unterschiedlichen Entscheidungen zu Zuschauern bei Bundesligaspielen stoßen unterdessen bei der Bundesregierung auf Kritik. Was angesichts der gestiegenen Corona-Infektionszahlen im konkreten Fall sinnvoll sei, sei zwar Sache der örtlichen Gesundheitsämter, betonte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag. Die Bundesregierung appelliere aber an die Verantwortlichen, „hier zu einem einheitlichen Verfahren zu kommen“.

          Am vergangenen Wochenende waren bei Hoffenheim gegen Dortmund in Sinsheim wegen eines niedrigen Inzidenzwerts noch 6030 Zuschauer zugelassen, während in vielen anderen Stadien schon wieder vor leeren Rängen gekickt wurde. An diesem Wochenende sieht es nicht viel anders aus – in sieben von neun Bundesliga-Stadien wieder vor (fast) leeren Rängen gespielt, einzig in Wolfsburg (6000) wird außer bei Union Berlin noch eine größere Anzahl Fußballfans erlaubt sein.

          Erlaubte Zuschauer am 5. Bundesliga-Spieltag

          VfL Wolfsburg - Arminia Bielefeld: 6000
          Union Berlin - SC Freiburg: 4500
          RB Leipzig - Hertha BSC: 999
          Borussia Dortmund - Schalke 04: 300
          Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach: 100
          Bayern München - Eintracht Frankfurt: keine
          VfB Stuttgart - 1. FC Köln: keine
          Werder Bremen - TSG Hoffenheim: keine
          Bayer Leverkusen - FC Augsburg: keine

           

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