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Zweite Fußball-Bundesliga : 1860 und Paderborn entlassen ihre Trainer

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Das darf doch nicht wahr sein: Markus Gellhaus verliert seinen Job beim SC Paderborn schon wieder. Bild: dpa

Kein guter Tag für Trainer in der zweiten Liga. Erst muss Torsten Fröhling bei 1860 gehen, dann erwischt es auch Markus Gellhaus in Paderborn. Immerhin in München gibt es schon einen Nachfolger.

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          Trainer Markus Gellhaus ist beim Fußball-Zweitligaklub SC Paderborn beurlaubt worden. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die Entwicklung der Mannschaft und die jüngsten Ergebnisse haben uns keine andere Wahl gelassen“, wurde Präsident Wilfried Finke am Dienstag in einer Vereinsmitteilung zitiert.

          Der Erstligaabsteiger hatte am Montag auch beim MSV Duisburg mit 0:1 verloren und rangiert nach dem zehnten Spieltag mit sieben Punkten auf dem 15. Tabellenplatz. Als Interimstrainer soll vorerst René Müller, Leiter des SCP-Nachwuchsleistungszentrums, die Mannschaft betreuen.

          Zuvor war bekanntgeworden, dass Trainer-Altmeister Benno Möhlmann den kriselnden TSV 1860 München aus dem Tabellenkeller der zweiten Bundesliga und wieder zu Erfolgen führen soll. Der 61-Jährige wurde von den „Löwen“ zunächst bis Saisonende als Nachfolger von Torsten Fröhling verpflichtet, der wegen eines schwachen Saisonstarts am Dienstag seine Beurlaubung als Chefcoach der ersten Mannschaft erhalten hatte. Er war bis zum vorletzten Spieltag der Vorsaison Coach beim FSV Frankfurt.

          Möhlmann will Demut

          Zum Amtsantritt rief Möhlmann zu Demut bei dem krisengeschüttelten Traditionsverein auf. „Es ist wichtig, dass 1860 auch mal die zweite Liga akzeptiert“, betonte der 61-Jährige am Dienstag. Als ein Grund für den jahrelangen Misserfolg bei den „Löwen“ erkannte Möhlmann die im Club anhaltende Meinung, eigentlich in die Bundesliga zu gehören. „Mein Gesamteindruck ist, dass sich 1860 immer schon mit der ersten Liga beschäftigt hat, obwohl es in der zweiten Liga spielt.“ Das Team gehöre „von der Qualität der Einzelspieler und als Mannschaft nicht auf den Platz, wo es jetzt steht“. Er erwartet sich „Disziplin, Ordnung und Bereitschaft zu laufen und zu kämpfen“, wie er betonte. Ins Detail gehen wollte Möhlmann nicht, da er nach der Einigung mit den Vereinsverantwortlichen am Montagabend noch nicht mit der Mannschaft gesprochen habe. Außerdem werde erst in den nächsten Tagen enschieden, wie sein Trainerteam aussieht.

          „In den letzten Wochen war keine erkennbare Entwicklung vorhanden, und der Anschluss an das Mittelfeld ist in Gefahr“, wurde Geschäftsführer Markus Rejek in einer Mitteilung zitiert. „Nach zehn Spieltagen sahen wir uns deshalb in der Verantwortung, zu handeln.“ Die Sechziger konnten in den bisherigen zehn Saisonpartien keinen Sieg feiern und rangieren mit nur sechs Punkten auf dem vorletzten Tabellenrang.

          Schwere Aufgabe: Benno Möhlmann soll 1860 München retten

          Schon länger war über eine Trennung des TSV mit Fröhling spekuliert worden. Er hatte die Mannschaft im Februar 2015 als dritter Chefcoach innerhalb von fünf Monaten übernommen und erst in der Relegation durch ein Tor in der Nachspielzeit des Rückspiels gegen Holstein Kiel vor dem Absturz in die dritte Liga bewahrt. „Wir bedauern es sehr, dass wir uns nach einer ausführlichen Analyse und reiflicher Überlegung zu diesem Schritt gezwungen sahen“, sagte Rejek, der Fröhling den Erfolg „sehr gewünscht“ habe. Der 49-Jährige soll in den Nachwuchsbereich beim TSV zurückkehren.

          „Unser Wunsch ist es, dass er uns als Mensch und Trainer erhalten bleibt“, meinte Rejek. „Die Mannschaft ist intakt und wird die nötigen Punkte holen. Ich hoffe, dass jetzt das bisschen Glück zurückkehrt“, sagte Fröhling bei Sport1. „Ich danke allen für die Unterstützung in den nicht ganz einfachen Monaten.“ Bei Möhlmann setzen die „Löwen“ auf die Erfahrung aus mehr als 500 Spielen im deutschen Fußball-Unterhaus. Der frühere Profi von Preußen Münster, Werder Bremen und dem Hamburger SV hatte seine Trainerkarriere 1989 als Assistent und dann 1992 als Chefcoach beim HSV begonnen.

          Alter und neuer Löwen-Bändiger: Benno Möhlmann (r.) und Torsten Fröhling bei einer Begegnung im Mai

          Danach trainierte er Eintracht Braunschweig, Greuther Fürth, Arminia Bielefeld und den FC Ingolstadt. Zuletzt stand er von 2011 bis zum 33. Spieltag der Saison 2014/15 beim FSV Frankfurt an der Seitenlinie. Fröhling und Gellhaus sind der dritte und vierte Trainerwechsel in der zweiten Liga in der Saison: Zuvor hatten Union Berlin Norbert Düwel durch Sascha Lewandowski und der 1. FC Kaiserslautern Kosta Runjaic durch Konrad Fünfstück ersetzt.

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