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Darmstadt 98 : Ben-Hatira vor dem Aus

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Ungewisse Zukunft: Ben-Hatira muss wohl gehen Bild: dpa

Die Beziehung zwischen Darmstadt 98 und Änis Ben-Hatira ist durch dessen Engagement für eine als salafistisch eingestufte muslimische Hilfsorganisation belastet. Nun stehen die Zeichen nach F.A.Z.-Informationen auf Trennung.

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          Sportlich war sie bislang wenig fruchtbar, die Geschäftsbeziehung zwischen dem SV Darmstadt 98 und Änis Ben-Hatira. Und überdies durch das Engagement des Profis für eine als salafistisch eingestufte muslimische Hilfsorganisation seit Monaten problembehaftet. Nun stehen die Zeichen nach Informationen dieser Zeitung auf Trennung. Ben-Hatira soll den Klub möglichst noch in der Winter-Transferperiode (bis 31. Januar) verlassen. Die Vereinsführung, die sich öffentlich in der Bewertung des umstrittenen Engagements des 28-Jährigen für die Organisation „Ansaar International“ nach wie vor zurückhält, hat zu Wochenbeginn ein klärendes Gespräch mit Ben-Hatira geführt. Dieser hatte sich via Facebook gegen die Vorwürfe gewehrt und deutlich zu seinem Engagement für „Ansaar International“ bekannt.

          Unwahrscheinlich nur, dass ein deutscher Verein an den spielerischen Diensten des gebürtigen Berliners interessiert ist und damit auch die Diskussion um dessen private Aktivitäten erbt. Zumal Ben-Hatira in der Bundesliga weder in der Rückrunde der vergangenen Saison im Trikot der Frankfurter Eintracht noch in der aktuellen Runde bei den „Lilien“ sportlich zu überzeugen wusste. Bei den Südhessen kam der technisch starke Offensivspieler, dessen Vertrag Ende Juni dieses Jahres ausläuft, bislang auf elf Einsätze, davon indes nur zwei über die volle Spieldauer.

          Verstärkung aus Leipzig

          Mit Terence Boyd hoffen die Darmstädter derweil, die erhoffte Verstärkung im Angriff gefunden zu haben. Der amerikanische Nationalspieler, das gaben die „Lilien“ am Dienstag bekannt, wechselt von RB Leipzig zum SV 98. Über die Modalitäten des Transfers vereinbarten die beiden Bundesligaklubs Stillschweigen. Nach seiner ersten Trainingseinheit am Nachmittag sagte Boyd, dass er „sofort mit anpacken will, das Unmögliche doch noch möglich zu machen“.

          Die Verpflichtung eines weiteren Stürmers war dringend geboten aufgrund der enormen Probleme der „Lilien“ im Torabschluss. Die Darmstädter warten in der Liga seit 534 Minuten auf einen Treffer. Ob der zu seinen Wiener Zeiten auch in der Europa League erfolgreiche Boyd, der aufgrund eines Kreuzbandrisses in dieser Saison nur neunmal in der Leipziger Regionalligamannschaft zum Einsatz kam (fünf Treffer), der erhoffte Torgarant ist, wird sich vielleicht schon am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den 1. FC Köln zeigen.

          Mit den bisherigen Winterzugängen Sidney Sam, Markus Steinhöfer und Boyd „haben wir drei Baustellen geschlossen“, sagt Trainer Torsten Frings. Einen Amerikaner geholt, einen anderen nach Amerika ziehen lassen - so könnte das Bild in den kommenden Tagen aussehen. Denn der verdiente Defensivspieler Florian Jungwirth, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, möchte die „Lilien“ verlassen und seine Karriere in der MLS in den Vereinigten Staaten fortsetzen. „Wir können ihn aber Stand jetzt nicht gehen lassen, weil wir noch keine Alternative haben“, so Frings. Die Ausgangslage könnte sich aber in Kürze ändern. Denn ein defensiver Mittelfeldspieler beziehungsweise Innenverteidiger solle noch verpflichtet werden, sagt der Chefcoach. „Wenn wir da etwas sehen, was uns mit langfristiger Perspektive verstärkt, dann werden wir zuschlagen.“

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