Affäre um Clemens Tönnies :
„Auf“ Schalke brechen Gräben auf

Von Daniel Theweleit, Gelsenkirchen
Lesezeit: 4 Min.
Deutliche Aktion: Protest der Schalke-Fans gegen Clemens Tönnies
In der Affäre um Clemens Tönnies zeigt sich Schalke 04 als Miniatur deutscher Befindlichkeit. Es stellen sich viele Fragen. Und die jüngste Entwicklung kann dem mächtigen Aufsichtsratschef gefährlich werden.

Es ist ein beliebtes Spiel, den globalen Fußball, dem sich Milliarden Menschen auf die eine oder andere Weise verbunden fühlen, als verkleinertes Abbild des Weltgeschehens zu beschreiben. Als vereinfachtes Modell für all die viel zu komplex gewordenen und für niemanden mehr vollständig durchschaubaren Vorgänge in der Politik, der Wirtschaft und den Gesellschaften. In den vergangenen Tagen ist nun der FC Schalke 04 zu einer Miniatur einiger Prozesse geworden, die Deutschlands Gegenwartsgesellschaft prägen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies hat mit rassistischen Formulierungen über Afrikaner für Aufsehen gesorgt. Ein echter Rassist ist der Mann zwar eher nicht, hochbrisant sind aber die Dynamiken, die sein Vorschlag zur Bekämpfung des Klimawandels ausgelöst hat. Man solle ein paar Kraftwerke in Afrika bauen, damit die Einwohner dieses Kontinents aufhörten, im Dunkeln Kinder zu produzieren, hatte er angeregt.

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