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Mainz 05 : Schmerzhafte Erinnerungen an Klopp

Fokus aufs Training: Mainz 05 und Sandro Schwarz wollen die Misere in der Schlussphase abstellen. Bild: dpa

Herr, es ist Zeit! Nach tristem Ertrag im Sommer soll nun endlich die Ernte eingefahren werden bei Mainz 05. Trainer Schwarz schürt bewusst Aggressivität. Und erinnert sich dabei an eine Kopfnuss seines früheren Trainers.

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          Sandro Schwarz fühlte sich in der vergangenen Trainingswoche an Spielerzeiten erinnert, in denen die Sitten am Bruchweg noch rauer waren. Einmal hatte der heutige Trainer des Fußball-Bundesligaklubs Mainz 05 gar mit dem mittlerweile prominentesten Vertreter der Mainzer Fußballgeschichte schmerzlichen Kontakt aufgenommen. Jürgen Klopp fügte dem mittlerweile 41 Jahre alten Schwarz einst zu gemeinsamen Spielerzeiten im Training eine Platzwunde an der Augenbraue zu bei einer, wie Klopp stets betont, „an sich harmlosen Kopfnuss“. Die Narbe sieht man bei Schwarz noch heute, sie ist aber mittlerweile eher so etwas wie ein Ehrenzeichen. Wer kann schon von sich behaupten, dass ihm ein Welttrainer ein solches Souvenir vermacht hat.

          Bundesliga

          Schwarz ist noch weit entfernt von vergleichbaren Auszeichnungen wie Klopp, aber er ist gefordert in dieser Saisonphase. Denn man ist geneigt dem Team mit Reiner Maria Rilkes großem Herbstgedicht zuzurufen: „Herr, es ist Zeit!“ Mainz 05 ist Tabellenvorletzter mit nur drei Punkten aus fünf Begegnungen. Im Heimspiel gegen Wolfsburg an diesem Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) sollte unbedingt mal wieder eine Ernte von drei Punkten eingefahren werden. Da hellen Informationen wie jene, auf die Schwarz auch zu seiner eigenen Überraschung dieser Tage gestoßen ist, die Stimmung auf: Seine Mannschaft hat bei 15 Gegentreffern zwar die meisten Tore hinnehmen müssen. Aber diese Tore fielen ausschließlich zwischen der 31. Minute und dem Abpfiff, zehn allein in der Schlussviertelstunde. In den ersten 30 Minuten hat hingegen nicht einmal Bayern München beim 6:1-Erfolg getroffen. „Das zeigt, dass die Ordnung stimmt, mit der wir ins Spiel gehen“, sagt Schwarz. Die Mainzer hätten also kein Strukturproblem.

          Konkurrenzkampf schüren

          Aber es bleibt eben der Makel der Schlussphase. „Wir sind da oft nicht konsequent genug im Toreverhindern“, sagt Schwarz. Im Training schüre er deshalb seit Wochen Konkurrenz und Aggressivität. Auch deshalb lässt er weiter offen, wer im restlichen Saisonverlauf die Nummer eins im Tor sein werde. Schwarz hat verdeutlicht, dass er mittel- bis langfristig eine Entscheidung im Tor für unerlässlich halte, bis zur Länderspielpause will er aber den Zustand der Ungewissheit bei den beiden Bewerbern Florian Müller und Robin Zentner, der den kurzzeitig verletzten Kollegen zuletzt zweimal vertrat, aufrecht erhalten. Erst nach den beiden kommenden Spielen in der Länderspielpause Mitte Oktober will Schwarz eine Entscheidung fällen. Auch dieser Wettstreit soll dazu beitragen, dass seine Mannschaft fokussiert bleibt im Training.

          Zudem standen viele Teamwettbewerbe auf dem Trainingsplan, in denen der Kader auf kleine Mannschaften aufgeteilt um Turniersiege kämpfen musste. Dadurch hat Schwarz offenbar einen Nerv getroffen und den Ehrgeiz seiner Spieler so sehr angestachelt, dass es zu jenen kleineren Scharmützeln kam, die die Erinnerungen an Trainingsbegegnungen mit Klopp wach werden ließen.

          So gerieten beispielsweise Moussa Niakhaté und Aaaron, der wegen eines Muskelfaserrisses zumindest am Wochenende fehlen wird, ein wenig aneinander. „Diese Aggressivität brauchen wir. Wir mussten heute aufpassen, dass wir in der ein oder anderen Situation nicht überdrehen“, sagt Schwarz. „Es geht darum, die Konzentration hochzuhalten. Das trainieren wir.“ Und dabei gab es bislang schließlich noch nicht einmal Platzwunden.

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