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Bayerns Neuzugang aus Kalifornien: Landon Donovan : „Wieso FC Hollywood?“

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„Erst wenn Ribéry auch Streiche mit mir macht, dann bin ich wirklich ein Teil der Mannschaft”, glaubt Landon Donovan. Bild: ddp

In den Vereinigten Staaten gilt Landon Donovan als der beste Fußballspieler. In Europa möchte der Bayern-Stürmer im dritten Anlauf den Durchbruch schaffen. Vor dem Pokalspiel in Stuttgart spricht Donovan im FAZ.NET-Interview über die Herausforderung Europa und Ribérys Streiche.

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          In den Vereinigten Staaten gilt Landon Donovan als der beste Fußballspieler. In Europa hat der 26 Jahre alte Offensivspieler bei zwei Anläufen im Trikot von Bayer Leverkusen nur sieben Bundesligaspiele bestritten. Nun hat Jürgen Klinsmann ihn bis zum Wiederbeginn des Spielbetriebs in der amerikanischen Liga im März zum FC Bayern geholt.

          Vor dem Pokalspiel in Stuttgart spricht der Stürmer im FAZ.NET-Interview über Ribérys Streiche und die Herausforderung Europa.

          Wie hat Franck Ribéry Sie denn begrüßt? Er macht das bei Zugängen ja gerne auf seine Weise.

          Sie meinen wohl seine Scherze, oder? Noch hat er nichts mit mir gemacht. Ich glaube, erst wenn Ribéry auch Streiche mit mir macht, dann bin ich wirklich ein Teil der Mannschaft.

          Von Jürgen Klinsmann gab es keine speziellen Tipps

          Hat Ihnen Ihr Trainer Jürgen Klinsmann, der Sie aus seiner Zeit in Kalifornien gut kennt, spezielle Tipps für die Eingewöhnung gegeben?

          Nein, keine speziellen Tipps. Der weiß, dass ich Fußball spielen kann, und jetzt muss ich das eben zeigen. Klinsmann sagt nur: "Geh raus und spiel Fußball."

          Im letzten Vorbereitungsspiel beim 5:0-Sieg gegen Mainz 05 ist Ihnen das ganz gut gelungen. Sie haben nach Ihrer Einwechslung zwei Tore in nur 30 Minuten erzielt. Wie wichtig sind solche Erfolgserlebnisse?

          Als Stürmer ist es immer wichtig, Tore zu machen. Aber wir wissen, dass das nur die Vorbereitung war. Am Dienstag im Pokal in Stuttgart kommt das erste wichtige Spiel, und dann geht es richtig los.

          Sie galten schon fast als ewiges Talent. In Europa haben Sie zwei vergebliche Anläufe bei Bayer Leverkusen genommen. Sind Sie jetzt im Alter von 26 Jahren reif für die Herausforderung Europa?

          Nach der Weltmeisterschaft 2006 habe ich mir gesagt, dass ich es noch einmal in Europa versuchen muss. Aber da war ich mental noch immer nicht bereit. Die letzten zwei Jahre waren dann ganz wichtig für mein Leben und für mich als Fußballspieler. Ich habe viel gearbeitet, nicht nur beim Fußball, sondern auch mit dem Kopf. Jetzt bin ich bereit.

          Sie hätten es sich bequem machen können in Kalifornien als der amerikanische Superstar. Was fasziniert Sie so an Europa?

          Der Fußball. Für mich zählt jetzt nur der Fußball. Und der wird hauptsächlich in Europa gespielt.

          Sie sprechen hervorragend Deutsch. Ist das ein Hinweis, dass Sie sich auch außerhalb des Platzes in Deutschland wohlfühlen?

          Ja. München ist auch eine schöne Stadt, eine unglaubliche Stadt. Ich wohne direkt in der Innenstadt und gehe so viel wie möglich raus, um was von der Stadt mitzubekommen. Ich mag an München, dass dort Menschen aus aller Welt leben.

          Vermissen Sie Kalifornien gar nicht?

          Doch. Vor allem meine Frau und die Sonne.

          Immerhin haben Sie bei den Bayern ja ein bisschen Hollywood. Sagt Ihnen der Begriff "FC Hollywood" etwas?

          Wieso FC Hollywood? Ich bin doch der Einzige aus L. A.

          Bayern München hat, mal mehr, mal weniger, den Beinamen FC Hollywood wegen des großen Rummels auch außerhalb des Platzes.

          So wild ist das meines Erachtens zumindest jetzt nicht. Bastian Schweinsteiger hat eine Freundin, die wie meine Frau (die Schauspielerin Bianca Kajlich, d. Red.) viel in der Öffentlichkeit steht. Aber dennoch steht im Vordergrund, dass wir Fußballspieler sind.

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