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München siegt 3:0 in Mainz : Lewandowski bleibt in Rekordlaune

  • -Aktualisiert am

Der Mann der Stunde beim FC Bayern und in der Liga: Robert Lewandowski nach seinem 100. Bundesligatreffer Bild: dpa

Nach schwacher erster Hälfte erzielt der Bayern-Stürmer beim 3:0-Sieg in Mainz sein 100. Bundesliga-Tor – und legt das 101. direkt nach. Nur Thomas Müller erwischt keinen guten Tag.

          Die Schaffenskrise des Robert Lewandowski dauerte nur eine Halbzeit. Nach seinen fünf Treffern innerhalb von neun Minuten am vergangenen Dienstag gegen den VfL Wolfsburg hatte der polnische Nationalstürmer in Diensten des FC Bayern München am Samstag in der ersten Halbzeit des Bundesligaspiels bei Mainz 05 keine einzige Torchance. Seine phlegmatischen Kollegen vermochten ihn einfach nicht in Szene zu setzen.

          Doch kaum versetzten sie ihn in die Lage zu treffen, schlug Lewandowski auch zu. Mit seinen Saisontoren neun und zehn leitete er in der 51. und 63. Minute den 3:0-Sieg des Rekordmeisters in Mainz ein. Der französische Flügelstürmer Coman erhöhte in der 68. Minute zum Endergebnis. „Er hat momentan einfach ein sehr großes Selbstvertrauen“, lobte Trainer Pep Guardiola seinen Torjäger.

          Es ist wieder so weit: die Bayern bejubeln einen Treffer von Lewandowski Bilderstrecke

          In der Form dieser Wochen gehört Lewandowski zu den Allergrößten des Fußballs und muss den Vergleich mit einem Messi oder Ronaldo nicht scheuen. Sollte er auch im kommenden April und Mai, wenn in den K.o.-Spielen die Champions League entschieden wird, in dieser Verfassung sein, dann könnte Lewandowski sogar in der Wahl zum Fußballer des Jahres ein Wort mitsprechen. „Ich freue mich sehr, dass ich heute mein 100. und 101. Bundesligator geschossen habe. Aber am wichtigsten sind die drei Punkte“, sagte Lewandowski.

          Fußball gegen die Bayern ist ein Nachlaufspiel. Da der Mainzer Trainer Martin Schmidt generell sehr viel Wert auf Laufarbeit legt, war es keine Überraschung, dass die Rheinhessen den Bayern das Leben schwer machten. Als in der Pause die Höhepunkte der ersten Halbzeit über das Stadion-Fernsehen eingespielt wurden, dauerte die Videosequenz keine 30 Sekunden. Ein Schuss des Mainzers Muto  (28. Minute), der knapp das Ziel verfehlte, ein Schuss des Münchners Costa, den der Mainzer Torwart Karius entschärfte, ein Versuch von Thomas Müller, der Karius keine Mühe bereitete, das war es schon an sehenswerten Szenen aus dem Spiel heraus.

          Höhepunkt der ersten 45 Minuten bildete ein Foulelfmeter von Thomas Müller, den der Münchner Torjäger in der 21. Minute über die Torlatte setzte. Es war der erste Fehlschuss des Nationalstürmers vom Punkt seit August 2013. Seitdem hatte er acht Mal verwandelt. Müllers Art des Scheiterns, er rutschte in Rücklage aus, spiegelte das Bayern-Spiel der ersten Halbzeit: Nicht ganz konzentriert, irgendwie unentschlossen. „Das kann man ihm auch mal zugestehen“, sagte Sportdirektor Matthias Sammer und fügte lächelnd hinzu: „Trösten muss man ihn nicht.“ Die Mainzer mussten nicht einmal an ihre Grenzen gehen, um die Kombinationen der Bayern zu blocken, um zu verhindern, dass der Ball in ihren Strafraum eindrang. Es genügte ein mittleres Tempo, um den Münchnern die Pass- und Laufwege zu verlegen.

          Der Rekordmeister dachte wohl irgendwie, es ginge auch mit halber Kraft. Trainer Guardiola setzte auch ein Zeichen in diese Richtung. Er setzte den letzten verbliebenen gelernten Innenverteidiger, Boateng, zur Schonung auf die Bank und beorderte Alaba und Martinez ins Abwehrzentrum. Lahm als Rechtsverteidiger und Rafinha als Linksverteidiger komplettierten die etwas seltsame Viererkette, die dann auch nicht in jeder Aktion sicher wirkte. Gerade in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit, in denen sich die Mainzer überraschend in der Bayer-Spielhälfte festsetzten.

          Aber dann war es wieder einmal Robert Lewandowski, der die Partie in die erwarteten Bahnen lenkte. In  der 51. Minute köpfte der polnische Nationalstürmer eine Flanke von Coman unhaltbar für Karius ins Netz. Eine Aktion von bestechender Präzision und mit großer Wirkung. Von diesem Moment an schienen die Mainzer den Glauben an sich und den Sinn ihrer Anstrengungen verloren zu haben. Von Minute zu Minute fiel es nun den Münchnern leichter, ihr Spiel durchzusetzen. In der 63. Minute erhöhte Lewandowski aus abseitsverdächtiger Position auf 2:0, in der 68. Minute Coman auf 3:0. Danach verfielen die Bayern in den Verwaltungsmodus.

          Götze und Boateng lösten Costa und Martinez ab, nachdem zuvor Vidal für Thomas Müller gekommen war. Rotation, um Belastung zu verteilen. Die Mainzer durften sogar ein paar Mal aufs Münchner Tor schießen. Aber zu treffen, war ihnen nicht vergönnt. Clemens scheiterte in der 77. Minute an der Latte.

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