https://www.faz.net/-gtm-9idk7

Fußballprofi rastet aus : Bayerns Ribéry wütet im Internet

Wieder einmal sorgt Bayerns Frank Ribéry für Unruhe: Kritik von Fans konterte er mit wüsten Beschimpfungen. Bild: Reuters

Weil er für einen luxuriösen Restaurantbesuch von Fans und Medien kritisiert worden ist, holt Franck Ribéry nun zum Rundumschlag aus. Doch der Profi des FC Bayern München geht mit seinen Beschimpfungen dabei wohl zu weit.

          2 Min.

          Dass Franck Ribéry in puncto Benehmen kein Musterschüler oder Gentleman ist, ist hinlänglich bekannt. In den vergangenen Jahren hat der Profi des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München immer wieder mit unschönen Vorkommnissen für Aufsehen gesorgt. Zuletzt als bekannt wurde, dass er sich nach dem Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund im November 2018 mit einem Experten des französischen Fernsehens eine verbale und wohl auch körperliche Auseinandersetzung geliefert hat.

          Nun jedoch, während die Chefetage des Vereins fleißig darum bemüht ist, Kritik wegen des abermals in Qatar abgehaltenen Trainingslagers abzuwehren, fällt der ehemalige französische Nationalspieler wieder negativ auf: Vor zwei Tagen postete Ribéry unter anderem im sozialen Netzwerk Twitter ein Video, das ihn im Restaurant „Nusr-Et“ des türkischen Gastronoms Nusret Gökçe in Dubai zeigt. Der exzentrische Fleischer und Koch ist auch unter dem Spitznamen „Salt Bae“ bekannt und polarisiert seit einigen Jahren mit teils eigenwilligen Vorführungen seiner Künste vor laufenden Kameras. Diese Clips finden im Internet großen Anklang und werden häufig binnen Stunden Zehntausende Male geteilt.

          Das von Ribéry veröffentlichte Video zeigt das „Enfant terrible“ neben einem pompös mit Gold überzogenem Steak, das kolportierte 1200 Euro gekostet haben soll. Nach der Veröffentlichung auf Instagram und Twitter hagelte es für den Fußballer heftige Kritik von vielen Seiten; zahlreiche Fans brachten ihr Unverständnis sowie ihren Unmut über diesen zur Schau gestellten, luxuriösen Lebensstil zum Ausdruck, und auch in etlichen französische Medien gab es ein negatives Echo.

          Dies wollte Ribéry offenkundig nicht auf sich sitzen lassen. In einem bereits am Vorabend angekündigten, dreiteiligen Statement, das auch seine Frau Wahiba über ihre sozialen Kanäle verbreitete, antwortet der 35-Jährige auf die ihm entgegengebrachte Kritik. Dabei verwendet er teilweise wüsteste Beschimpfungen und Beleidigungen, die deutlich unter die Gürtellinie zielen. Ribéry schreibt unter anderem: „Beginnen wir mit den Neidern und Hatern, die durch ein löchriges Kondom entstanden sein müssen: F**** eure Mütter, eure Großmütter und euren gesamten Stammbaum.“ Er schulde den Menschen überhaupt nichts, fügt er an und meint zudem, dass er seinen Erfolg vor allem Gott, sich selbst und seinen Vertrauten, die an ihn geglaubt haben, zu verdanken habe. „Für die anderen, ihr seid nicht mehr als Kieselsteine in meinen Socken!“

          Wie der FC Bayern auf diese neuerliche Entgleisung seines Profis reagiert, bleibt abzuwarten. Zunächst gab es vonseiten des Bundesligazweiten, der im neuen Jahr im Achtelfinale der Champions League auf den von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool trifft, noch keine offizielle Stellungnahme. Angesprochen auf das Goldsteak und die Frage, ob es im Fußball ein Protzproblem gebe, zeigte sich Trainer Niko Kovac noch vor dem Posting am Samstag in Doha überrascht. Er werde total auf dem falschen Fuß erwischt, sagte Kovac: „Kann mir das jemand zeigen?“ Der Coach sagte weiter: “Es muss jeder für sich selbst entscheiden, was und wie er es macht. Das ist ein Teil der Demokratie. Wir sollten nicht immer alle irgendwo urteilen über jemanden. Immer schön bei sich anfangen und dann zum anderen gehen, wenn überhaupt zum anderen gehen.“

          Weitere Themen

          Die Überraschung dieser Basketball-Saison

          Hamburg Towers : Die Überraschung dieser Basketball-Saison

          Die Hamburg Towers geben sich gerne bescheiden. Dabei gedeiht in der Hansestadt gerade das spannendste Basketball-Projekt des Landes – mit einigen Siegen und vielleicht gar einer eigenen neuen Arena.

          Topmeldungen

          Der Angeklagte Abdullah A. am Montag im Gerichtssaal in Dresden.

          Angriff auf schwules Paar : „Er empfand das als Sünde“

          Vor dem Oberlandesgericht muss sich ein Syrer verantworten. Er soll im Oktober zwei Touristen angegriffen haben, die sich an den Händen hielten. Der Angeklagte macht keine Angaben – dafür berichtet der Gutachter.
          Der Herzog von Edinburgh trifft um 1960 mit seinem Sohn Charles zum Verwandtenbesuch in Deutschland ein.

          Erinnerung an ein Treffen : „Ich bin der Philip!“

          Unser Autor war noch Praktikant, als er einen Tipp bekam: Prinz Philip würde zum Verwandtenbesuch nach Deutschland reisen. Also fuhr er zum Flughafen – und plauderte mit dem Royal und seinem Sohn Charles im Shuttlebus.
          Wer schneller impft, ist im Vorteil.

          Globales Impfrennen : Fällt China gegen den Westen zurück?

          Bislang sah sich China als Gewinner der Coronakrise. Das wollte man der Welt auch mit der Entwicklung eigener Impfstoffe zeigen. Deren Wirksamkeit ist aber schwach, die Impfkampagne stockt – und die Enttäuschung ist groß.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.