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Nach Spahn-Kritik : Bayern-Spiel in Berlin nun doch ohne Zuschauer

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„Verwundert“ über das Vorgehen von Union Berlin: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Bild: AFP

Verwunderung beim Gesundheitsminister: Während in der Bundesliga fast alle Partien zu „Geisterspielen“ werden, sollte das Duell zwischen Union Berlin und dem FC Bayern lange vor Zuschauern stattfinden. Jetzt aber gibt es eine Anordnung.

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          Kurz nach den klaren Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn folgte die Anordnung des zuständigen Bezirksamts Treptow-Köpenick: Auch das Meisterschaftsspiel an diesem Samstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) im Stadion an der Alten Försterei wird zum Geisterspiel. Es gibt also doch keine ausverkauften Ränge, wenn Bundesliga-Neuling 1. FC Union Berlin zum ersten Mal daheim im Oberhaus Fußball-Rekordmeister FC Bayern München empfängt.

          Bundesliga

          Die entsprechende Anordnung wegen der Ausbreitung des Coronavirus erließ der Amtsarzt, wie das Bezirksamt am Mittwochmorgen via Twitter bekanntgab. Tags zuvor hatten widersprüchliche Mitteilungen für Verwirrung und Unklarheit gesorgt.

          Da nun auch das Aufeinandertreffen zwischen RB Leipzig und dem SC Freiburg als Geisterspiel bestätigt wurde, wird der gesamte Spieltag der Fußball-Bundesliga ohne Zuschauer stattfinden. In der zweiten Liga sind bereits fünf Partien für Zuschauer untersagt worden. Noch immer gilt dabei, dass die zuständigen lokalen Behörden die Entscheidungen treffen. Die Deutsche Fußball Liga verweist immer wieder genau darauf.

          Werder Bremens Geschäftsführer Frank Baumann hat nun kritisiert, dass die Bundesliga unter den bisher einzigartigen Umständen keine Pause einlegt, so wie in Italien, wo die Zahlen der nachgewiesenen Coronavirus-Fälle allerdings auch noch viel höher sind. „Wenn die Gesundheit wirklich das Wichtigste ist, hätten wir konsequenterweise die nächsten beiden Spieltage absagen müssen. Das wäre am sinnvollsten und fairsten gewesen“, sagte Baumann dem Online-Portal „deichstube.de“.

          Stichwort Wettbewerbsverzerrung: Ohne Fans im Rücken tut sich manches Team noch schwerer. Wer die Kulisse bei Union kennengelernt hat, kann erahnen, wie ungewohnt die Partie der Eisernen ohne Zuschauer gegen die Bayern sein wird. Wohl auch deswegen war Vereinsboss Dirk Zingler zunächst noch von vollen Rängen ausgegangen und hatte nebenbei auch Minister Spahn einen mitgegeben. „Herr Spahn hat ja auch nicht empfohlen, dass BMW in Berlin die Produktion einstellt. Deshalb kann er auch nicht empfehlen, dass wir unseren Betrieb einstellen“, hatte Zingler gesagt, nachdem der CDU-Politiker sich für die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern ausgesprochen hatte.

          „Ich bin etwas verwundert, das will ich sagen, über das, was hier in Berlin mit diesem Fußballspiel passiert“, sagte Spahn wiederum am Mittwoch dem Deutschlandfunk. Die Verantwortlichen hätten mit ihren Kommentaren dazu gezeigt, dass sie noch nicht abschließend verstanden hätten, worum es gehe.

          Der Bundesgesundheitsminister kann Empfehlungen aussprechen, anordnen können nur die zuständigen Gesundheitsämter. „Entscheidungen über tiefgreifende Maßnahmen für den Spielbetrieb wie Zuschauerausschlüsse oder Spielabsagen müssen von den zuständigen Gesundheitsbehörden getroffen und veranlasst werden“, hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach einer Sitzung der Präsidenten und Geschäftsführer der Regional- und Landesverbände erklärt.

          „Wir vertrauen der Expertise der Behörden vor Ort“, betonte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. „Sie sind hier die Fachleute. Nur auf dieser Grundlage können entsprechende Maßnahmen für den Spielbetrieb veranlasst werden. Dies gilt sowohl für den Profi- wie auch den Amateurfußball.“

          Helge Leonhardt, Präsident von Erzgebirge Aue, riet dagegen wie Frank Baumann zur Ultima Ratio, dem sofortigen Abbruch der Saison. „Man sollte einheitlich präventiv handeln, sowohl aus sportlicher als auch aus wirtschaftlicher und vor allem aus gesundheitlicher Sicht. Deshalb empfehle ich einen Abbruch der Spielzeiten“, sagte er. Ein vorzeitiges Saisonende wie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sieht DFB-Vizepräsident Rainer Koch dagegen nicht, denn „die Situation ist gänzlich unterschiedlich“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR). Im Eishockey hätte man sich bereits in einer fortgeschrittenen Phase der Saison befunden, „wohingegen sich der Bundesliga-Spielbetrieb noch viel weiter erstreckt, das hat auch wirtschaftlich eine ganz andere Bedeutung für die Bundesligavereine als im Eishockey“.

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