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Bayern-Profi Rodes App : „Mit privaten Posts ist das so eine Sache“

  • -Aktualisiert am

Autogramme? Mit Sebastian Rode immer gern. Bild: dpa

Sebastian Rode hat als erster Fußballer weltweit eine crossmediale App auf den Markt gebracht. Im Interview spricht er über die Tücken von Social Media – und welche Kommunikation es braucht, um trotz Millionengehältern nicht die Bodenhaftung zu verlieren.

          Herr Rode, eine App klingt erst mal nicht besonders. Was ist an Ihrer neu?

          Einerseits sind die ganzen Features drauf, die man auch bei Facebook und Twitter findet. Aber uns geht es vor allem um die Snap-Funktion: Wenn man mich irgendwo sieht, sei es in der Zeitung, irgendwo auf einem Plakat oder in der Stadt, kann man das Bild mit der App einfangen und bekommt dann neue Inhalte bereitgestellt. Also eine Art Schlüsselfunktion über Bilderkennung. Einfach mehr konnektiv-spielerisch als das normale Geklicke.

          Sind Sie selbst so affin, wenn es ums Handy geht?

          Hauptsächlich ging es darum, den Fans mal etwas Neues zu bieten. Jeder hat irgendwie Twitter und Facebook. Aber das mit dieser Snap-Funktion gab es noch nicht. Wir haben dann ein bisschen herumgesponnen und dachten uns: Das wäre doch eine coole Sache, wenn das umsetzbar ist. Auf Facebook bin ich natürlich trotzdem noch unterwegs, weil das immer noch eine große Rolle spielt.

          Und Japanisch und Mandarin, zwei der sechs Sprachen Ihrer App, sprechen Sie selbst fließend?

          Das hält sich eher in Grenzen. Aber Asien ist natürlich ein spannender Markt, der auch eine Vielzahl von Nutzern generieren kann und damit Kaufkraft für Fan-Artikel, aber vor allem auch Fernsehgelder und Werbeeinnahmen verspricht. Während England davon schon profitiert, hat der deutsche Fußball noch ziemlichen Nachholbedarf. Und mit technisch Verspieltem punktet man dort noch mal mehr als hierzulande.

          Sebastian Rode mal privat – bei den Bayern-Basketballern

          Die Kommentarfunktion auf Facebook zum Beispiel ist ja eher eine Alibi-Interaktion. Kann man über die App auch direkt mit Ihnen Kontakt aufnehmen?

          Da meldet sich ein bisschen das schlechte Gewissen. Ich versuche das tatsächlich und habe auch schon einige Fragen beantwortet. Zuletzt habe ich es etwas schleifen lassen. Aber es ist auch schwierig: Wo fängt man an, wo hört man auf, wenn man Informationen herausgibt? Das ist dann leichter, wenn man mich irgendwo in der Stadt trifft.

          Das heißt, Sie nehmen sich auch mal eine Minute, wenn Sie in der Stadt angesprochen werden?

          Meine Freundin würde das bejahen. Aber klar. Wenn jemand ganz normal mit einem spricht – da gibt es auch andere Beispiele –, aber wenn einer freundlich ist, dann gibt es gar keinen Grund, sich nicht mit ihm zu unterhalten.

          Was macht eine gelungene Kommunikation denn für Sie aus?

          Vor allem erstmal Respekt. Ansonsten sachlich Dinge darzustellen. Klar, Emotion, das gehört dazu. Aber es sollte nie verletzend oder beleidigend werden.

          Vernetzung ist eines der großen Stichworte unserer Generation. Sie sagten schon, dass Sie in den sozialen Netzwerken viel unterwegs sind. Teilen Sie sich gern mit?

          Was ich zum Mittagessen hatte, muss ich niemanden wissen lassen. Ich poste viel, was mit dem Sportlichen zu tun hat. Mit dem Privaten ist das dagegen so eine Sache. Je mehr man postet, desto weniger Ruhe hat man. Ich möchte mir auch eine gewisse Privatsphäre schützen. Deshalb halte ich es so, dass es eher im sportlichen Bereich bleiben sollte.

          Lieber sportlich als privat: Sebastian Rode in seiner App

          Warum ist es wichtig, die Öffentlichkeit ein Stück weit an Ihrem Leben teilhaben zu lassen?

          Im Grunde sind es die Fans, die einen auch bezahlen und das alles ermöglichen. Und ich weiß ja selbst noch, wie es für mich als Kind war. Da hatte ich auch meine Vorbilder. Und wenn man über die was erfahren konnte, war man glücklich. Man merkt das auch, wenn man nach dem Training noch ein paar Autogramme schreibt, bei Bayern sind das halt ein paar mehr, wenn man damit ein paar Leute glücklich macht, das sind ja einfache Dinge, dann freut mich das.

          Man wirft Fußballern gerne vor, dass sie in ihrer eigenen Welt leben. Und der Kontakt zu den Fans gar nicht mehr als so wichtig wahrgenommen wird.

          Zu mir passt das nicht. Ich verurteile aber auch keinen, der da anders ist. Es ist in dem Geschäft eben so, dass man sehr jung sehr viel Geld verdienen kann, sich andere Dinge leisten kann, dass man da in einer gewissen Scheinwelt lebt. Man bekommt auch vieles vom Verein abgenommen. Private Dinge, sei es, aufs Amt zu gehen. Das lernt man dann eigentlich gar nicht. Die Vereine glauben, dass sich die Spieler so am wohlsten fühlen. Dann fordern sie mündige Spieler – und wundern sich, dass sie das Gegenteil bekommen. Das wirkt sich natürlich auch in der Außendarstellung aus. Aber man sollte auch nicht alle über einen Kamm scheren.

          Was ist wichtig, um nicht abzuheben?

          Man darf nie vergessen, wo man herkommt. Und das ist nun mal die Basis vom Kinderfußball. Da hat man nun mal auch viele Kinder als Fans – und gerade den Kontakt sollte man immer behalten.

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