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Bayern München : Willkommen Sané! Auf Wiedersehen Alaba?

  • -Aktualisiert am

Dezentes Lächeln, dezentes T-Shirt: Sané gibt sich smart. Bild: EPA

Vorstellung des neuen Stars, der sich größte Mühe gibt, als normaler Profi ohne Allüren zu erscheinen: Bayern freut sich auf den „Unterschiedsspieler“ und bangt um den Österreicher.

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          Das mit dem neutralen weißen Sweatshirt war vermutlich kein Zufall. Angestellte des FC Bayern dürften Leroy Sané zwar mitgeteilt haben, dass Kleidungsstücke mit dem Schriftzug des persönlichen Ausrüsters, der ja nicht der des Rekordmeisters ist, tabu seien bei diesem offiziellen Termin am Donnerstag. Aber das unauffällige Outfit passte auch ganz gut zu seiner ersten Pressekonferenz in München. Der Flügelspieler, der ja spätestens seit einem Auftritt in weißer Lammfelljacke bei der Nationalmannschaft damit leben muss, als ziemlich extravagant zu gelten, scheint in München beweisen zu wollen, dass er doch ein ganz normaler Fußball-Profi ist, ohne Allüren.

          Wenn ein Stammspieler von einem sehr großen Verein (Manchester City) zu einem anderen großen Verein wechselt, dann muss er sich dort in der Regel nicht unterordnen, sondern reiht sich in der Hierarchie ziemlich weit oben ein, von Anfang an. Klar, hätten ihn die Bayern als Führungsspieler geholt, sagt Sané, aber „sie wollen mich weiterentwickeln“. Er weiß, was er kann, dazu hätte es der Lobeshymnen der Münchner Führungsriege, die den 24-Jährigen begleiteten, vermutlich nicht bedurft. Oliver Kahn sprach vom „Unterschiedsspieler“, den die Bayern nach der Robben-Ribéry-Ära gesucht – und in Sané gefunden hätten. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sieht in dem „schnellen Dribbler“ die Idealbesetzung für die von Trainer Hansi Flick gewünschte Ergänzung zu Serge Gnabry und Kingsley Coman für die Außenpositionen.

          Und für Hasan Salihamidzic, dem mit der Verpflichtung des rund 50 Millionen teuren Nationalspielers die Reifeprüfung als Sportvorstand gelungen ist, passt der Neuzugang deshalb perfekt, „weil er auf engem Raum Lösungen hat“. Aber Sané weiß eben auch, was er noch nicht so gut kann. „Einige Dinge“, sagt Sané. Zum Beispiel das Spiel mit seinem sehr schwachen rechten Fuß, das „will und muss ich verbessern“. Aber eigentlich müsse er „alles versuchen, auf das nächste Level zu bringen“.

          Es ging an diesem Donnerstag aber nicht nur um Sané, der ja bereits seit ein paar Tagen im Hotel in München wohnt und schon die ersten Trainingseinheiten an der Säbener Straße hinter sich hat. Die Bayern haben noch ein paar offene Baustellen im Kader. Thiago hatte den Verantwortlichen bereits vor dem Pokalfinale Anfang Juli mitgeteilt, den Verein verlassen zu wollen, am liebsten schon in diesem Sommer nach dem Champions-League-Turnier in Lissabon. Angeblich ist Jürgen Klopp daran interessiert, den Spanier zum FC Liverpool zu holen. Aber „bis dato hat uns noch kein Verein kontaktiert“, erklärte Rummenigge, ließ aber den englischen Meister schon mal wissen, dass Thiago kein Schnäppchen ist. „Einen Summer Sale wird es trotz Corona nicht geben.“

          Sané gibt sich selbstkritisch: Eigentlich müsse er „alles versuchen, auf das nächste Level zu bringen“.
          Sané gibt sich selbstkritisch: Eigentlich müsse er „alles versuchen, auf das nächste Level zu bringen“. : Bild: Reuters

          Bei David Alaba, dessen Vertrag wie der von Thiago nur noch ein Jahr läuft, waren die Bayern bisher stets zuversichtlich, sich noch vor Beginn der neuen Saison Mitte September über eine Verlängerung zu einigen. Doch die neuesten Aussagen von Rummenigge lassen Zweifel aufkommen. Man habe noch keine Lösung gefunden, und wie so oft bei Verträgen „geht es auch um Finanzen“. Grundsätzlich, so hat der Berater des Österreichers wissen lassen, könne sich Alaba gut vorstellen, seine Karriere in München zu beenden, allerdings offenbar nur zu deutlich erhöhten Bezügen. Das Angebot der Bayern liegt vor, und derzeit klingt Rummenigge nicht so, als ob daran noch groß zu rütteln wäre. „Die Transfersummen zwischen den Klubs haben sich merklich nach unten bewegt. Bei den Gehältern zumindest im Spitzenbereich scheint zumindest der eine oder andere Berater aber noch der Meinung zu sein, dass draußen trotz Corona noch die Sonne hell scheint.“

          „Wir müssen da jetzt nicht aufs Gaspedal treten“, findet der Klubchef. Sowohl für Thiago als auch für Alaba sei es wichtig, „dass sie sich auf die Champions League konzentrieren“. Die beiden sind auf alle Fälle im Achtelfinal-Rückspiel gegen Chelsea am 8. August und bei Erfolg auch beim Turnier in Lissabon dabei – im Gegensatz zu Sané und den beiden anderen Bayern-Neuzugängen, Tanguy Nianzou und Alexander Nübel.

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