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Bayern München : Toni gefällt sich – doch gefällt es auch van Gaal?

  • -Aktualisiert am

Gleiches Trikot, andere Liga: Luca Toni spielte für Bayern II - und will nun wieder erstklassig auflaufen Bild: dpa

Weltmeister Luca Toni holte sich Spielpraxis in der dritten Liga. 45 Minuten bei der 0:5-Pleite gegen Regensburg waren ihm zu wenig. Dennoch fühlt sich Toni fit für die „großen Bayern“. Trainer Louis van Gaal dürfte das anders sehen.

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          Das vielleicht Auffälligste an Luca Toni am Freitagabend waren seine Straßenschuhe: braune Lack-Sneakers. Die musste der Stürmer des FC Bayern München bei seinem Saisondebüt viel früher wieder anziehen, als er sich dies wünschte. 45 Minuten hatte ihm Trainer Louis van Gaal in der Dritten Liga zugestanden, und damit die Vorgabe auch eingehalten wurde, schickte er seine Assistenten Andries Jonker und Hermann Gerland ins Grünwalder Stadion. Außerdem saßen Manager Uli Hoeneß, Sportdirektor Christian Nerlinger und Tonis schöne Freundin Marta auf der Tribüne.

          Insgesamt waren 2900 Zuschauer gekommen – so viele wie noch nie in dieser Saison bei einem Spiel der zweiten Bayern-Mannschaft. Van Gaal selbst hatte Wichtigeres zu tun, er musste die Profis auf die Partie gegen den 1. FC Nürnberg vorbereiten. Dass Toni nicht ganz einverstanden war mit der verfügten Kurzarbeit beim 0:5 gegen Jahn Regensburg, dürfte van Gaal dennoch zugetragen worden sein.

          Zu deutlich beschwerte er sich. „Ich habe mich gut gefühlt. Ich hatte gerne länger gespielt“, sagte Toni frisch geduscht und frisiert. Er ließ außerdem wissen, dass er nun doch „gerne einmal wieder bei den großen Bayern spielen“ würde. „Ich habe einige Tests absolviert, und da hatte ich bessere Werte als Spieler, die im Profikader stehen. Ich bin bereit für die erste Mannschaft.“

          Immerhin präsentierte sich Toni ungewöhnlich lauffreudig

          Vermutlich sieht van Gaal dies ein bisschen anders. Und die Berichte seiner Beobachter im Stadion haben ihn darin sicher bestärkt. Toni war bei der von Mehmet Scholl trainierten zweiten Mannschaft angetreten, um sich für die Profis nach langwierigen Achillessehnenbeschwerden zu empfehlen. Dies ist ihm am Freitagabend nur zum Teil gelungen, wohl auch, weil die Bayern kaum Gelegenheit zum Spielaufbau bekamen.

          Bei einem Dribbling blieb Toni im Rasen hängen und stolperte, bei einem anderen aussichtsreichen Vorstoß stoppte ihn der Schiedsrichter und zückte die Gelbe Karte, weil Toni am Trikot seines Dauerbewacher gezupft hatte. Es wäre wenigstens für ihn ein schöner Abend geworden, wäre der Kopfball des Italieners kurz vor der Pause nicht an der Querlatte, sondern zum 1:1 im Tor gelandet.

          Es war die beste Gelegenheit der Bayern, die kurz danach das zweite Tor kassierten und nach der Pause, ohne den Weltmeister, noch drei Gegentreffer hinnehmen mussten. Immerhin präsentierte sich Toni ungewöhnlich lauffreudig. Er übernahm Defensivaufgaben und tauchte sogar im eigenen Strafraum auf, ein für ihn eigentlich ganz fremdes Terrain. Das wenigstens dürfte van Gaal gefallen haben.

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