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Bayern München : Sorry Herr Klopp, der „andere Jürgen“ wird's

  • -Aktualisiert am

Fast-Bayern-Trainer Jürgen Klopp Bild: dpa

Wird Berti Vogts Assistenztrainer von Jürgen Klinsmann? Folgt Jens Lehmann im Tor von Bayern München auf Oliver Kahn? Wie ernsthaft hat Manager Uli Hoeneß mit dem Mainzer Jürgen Klopp verhandelt? Antworten aus dem Bayern-Trainingslager.

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          Die Sonne lacht und der Manager des FC Bayern München dazu. Auffallend entspannt wirkte Uli Hoeneß im Pressezentrum des "Marbella Paradise of Football", einem formidablen Trainingsgelände, auf dem sich die Bayern auf die Rückrunde vorbereiten. Unbeeindruckt mutete er an von den zahlreichen Gerüchten, die seit Tagen Namen wie Berti Vogts, Jens Lehmann oder Jürgen Klopp mit dem Verein in Verbindung bringen. Und was sagte Hoeneß? "Die Aufregung hat sich gelegt."

          Das sah die versammelte Reporterschar anders. Dass etwa der frühere Bundestrainer Vogts schon als erster Helfer des künftigen Cheftrainers Jürgen Klinsmanns feststehe, habe "ich weder gelesen noch gehört", sagte Hoeneß. "Der war hier - in der Nähe des andalusischen Bayern-Quartiers - doch als Nationaltrainer von Nigeria und nicht als Assistenztrainer von Bayern München." Vogts kann man dazu nicht mehr befragen, er verließ die Costa del Sol vor zwei Tagen Richtung Africa Cup.

          Warum kauft Lehmann in München ein Haus?

          "Wir hatten mit Jürgen nach der Pressekonferenz (am vergangenen Freitag) nur ein gemeinsames Abendessen", hat Hoeneß inzwischen mehrmals bestätigt. Darin habe man die gemeinsamen Planungen abgesteckt. Ein Abendessen dürfte dafür aber wohl kaum ausreichen, um all die offenen Fragen zu klären, die jetzt hochkommen. Die Torhüterfrage etwa. "Ich habe das Gefühl, dass Klinsmann zu Michael Rensing vollstes Vertrauen hat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein Thema ist", sagte Hoeneß gestern zur aus Sicht des Vereins geregelten Kahn-Nachfolge.

          Lehmann statt Kahn bei den Bayern?
          Lehmann statt Kahn bei den Bayern? : Bild: AP

          Dass Klinsmann möglicherweise den bei Arsenal London zuletzt nicht glücklicher gewordenen Schlussmann Jens Lehmann nach München lotsen wolle, hält Hoeneß für überaus unwahrscheinlich. Dergleichen Spekulationen reißen seit Tagen nicht ab, weil man das gute Verhältnis zwischen dem früheren Bundestrainer und Lehmann kennt. Dass der Nationaltorhüter in München ein Haus gekauft hat, befeuert die Lust an der Spekulation zusätzlich.

          Verhandlungen mit Klinsmann „schwierig“

          Fast zwangsläufig drängt sich in diesen Tagen die Frage auf, wie sich mit Klinsmann, dem ein ausgeprägter Machtinstinkt nachgesagt wird, die Hierarchie beim FC Bayern zu verschieben beginne. Hoeneß hatte auf die Frage nach Klinsmanns künftiger Entscheidungsfreiheit in sportlichen Personalfragen nur ein Wort übrig: "Selbstverständlich." Ganz so selbstverständlich ist das natürlich nicht, denn Hitzfeld hatte selbst in seiner Hoch-Zeit als Champions-League-Sieger nie vergleichbare Befugnisse.

          Zu Recht hatten sich die Bayern dafür gelobt, den Klinsmann-Deal unbemerkt von der Öffentlichkeit bis zur Unterschriftsreife verwirklicht zu haben. Wie zäh die Verhandlungen aber gewesen sein müssen, lässt sich nur erahnen. "Die Sache in trockene Tücher zu bringen war schwierig, aber nicht unendlich schwierig", sagte Hoeneß.

          „Er akzeptiert nur Inkompetenz nicht“

          Zumindest hatten die Bayern für den Fall des Scheiterns den Mainzer Trainer Jürgen Klopp als eine Art Back-up kontaktiert. Dass man Klopp erst am Tag der Vorstellung von Klinsmann mitteilte, dass man sich "für den anderen Jürgen" entschieden habe, macht deutlich, wie kompliziert die Verhandlungen mit Klinsmann gewesen sein dürften. Und wie ernsthaft andererseits auch Klopp als Bayern-Trainer in Frage gekommen wäre. Hoeneß: "Wir hatten mit ihm gewisse Optionen abgeklopft, ob er sich den Job vorstellen könnte, und er hätte es auch gern gemacht. Aber verhandelt haben wir nur mit Klinsmann."

          Zumindest haben die Bayern-Oberen einen Vorgeschmack darauf bekommen, was sie vom 1. Juli an erwartet. Klinsmann habe kein Problem mit Autoritäten, spielte Hoeneß das zukünftige Konfliktpotential in der Bayern-Führung herunter. "Er akzeptiert nur Inkompetenz nicht, und die wird er bei uns nicht vorfinden." Dafür eine Machtfülle wie kein Trainer vor ihm in der Geschichte des Rekordmeisters.

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