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Später Sieg nach großem Fehler : Ein blaues Auge für den FC Bayern

Sorgte mit zwei Treffern für den Sieg: Münchens Robert Lewandowski. Bild: EPA

Gegen den abstiegsbedrohten SC Paderborn stehen die Münchener kurz vor einer herben Enttäuschung. Am Ende aber jubelt der deutsche Rekordmeister doch noch. Torhüter Manuel Neuer unterläuft ein haarsträubender Patzer.

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          Ein Besuch in München ist immer mit hohen Erwartungen verbunden. „Wenn die Bayern ins Rollen kommen, wird's ein Erlebnis. Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften der Welt“, hatte der Paderborner Trainer Steffen Baumgart vor der Reise in den Süden erklärt und vorhergesagt: „Wenn es normal läuft, kriegen wir ein blaues Auge.“ Das traf zu, doch am Ende hatten auch die Bayern eines. Zweimal verspielte der Meister eine Führung, erzielt durch Serge Gnabry (26. Minute) und Robert Lewandowski (70.), ausgeglichen durch Dennis Srbeny (44.) und Sven Michel (75.), und rettete nur mit knapper Not und Lewandowskis 25. Saisontreffer drei Minuten vor Schluss einen 3:2-Sieg gegen den tapferen Tabellenletzten. Vier Tage vor dem Champions-League-Auftritt beim FC Chelsea wurde damit Negativstimmung auf der Reise nach London so gerade noch verhindert.

          Bundesliga
          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          „Es war wichtig, dass wir als Mannschaft weiter Gas geben. Wir haben es zusammen geschafft, als Teamleistung“, sagte Münchens Schlussmann Manuel Neuer anschließend. „Es war grundsätzlich okay, aber wir haben gerade in der ersten Halbzeit zu viele Chancen liegen lassen“, meinte der Nationaltorwart. „Paderborn hat uns absolut gefordert. Deswegen bin ich froh über die drei Punkte“, sagte Bayern-Trainer Hansi Flick. Zur Chelsea-Partie meinte er: „Das ist ein komplett anderes Spiel.“

          Ohne den zunächst geschonten Thomas Müller und den angeschlagenen Leon Goretzka wirkte der Favorit oft pomadig und unpräzise. Torjäger Lewandowski hatte zu Beginn einige Halbchancen, köpfte nach acht Minuten knapp daneben, verpasste zehn Minuten später eine etwas zu scharfe Hereingabe des erstmals in der Bundesliga aufgebotenen Winterneuzugangs Alvara Odriozola. Doch herausgespielte Torchancen blieben eine Kostbarkeit.

          So fiel die Führung fast logischerweise durch ein Tor mit hohem Zufallsfaktor. Für Paderborn rächte sich der Versuch, einen am eigenen Strafraum schon gewonnenen Ball nicht wegzuschlagen, sondern spielerisch zu verarbeiten. Er ging verloren, landete über Lewandowski und Tolisso auf verschlungenen Pfaden zehn Meter vor dem Tor bei Gnabry, der die Kugel nach einem Gestocher nicht mal voll traf, aber doch so plaziert, dass er unhaltbar ins rechte Eck hoppelte.

          Baumgart wandte sich verärgert ab, doch sein Team blieb selbstbewusst und durch die Schnelligkeit seiner Angreifer gegen die improvisiert wirkende Dreierkette des Meisters gefährlich. Schon nach sieben Minuten war Srbeny von der Mittellinie steil geschickt worden, Torwart Manuel Neuer musste im Sprint dreißig Meter vor seinem Tor klären. Nach 29 Minuten erinnerte Neuer ein weiteres Mal an seine Aktionen aus dem legendären Algerien-Spiel auf dem Weg zum WM-Sieg 2014: Er kam weit heraus, fing einen gefährlichen Steilpass mit der Brust ab und leitete gleich den Spielaufbau perfekt ein. Ein paar Minuten später, als Neuer in einer Spielunterbrechung bis an den Mittelkreis vorlief, verbeugte sich Baumgart und zog die Kappe vor Neuer, der sich lächelnd bedankte.

          Dann aber ging der Ausgleich auf Neuers Kappe. Kurz vor der Pause wurde Srbeny lang auf den rechten Flügel geschickt, Neuer kam heraus, fast bis zur Eckfahne, erwischte den Ball aber nicht. Der Paderborner tunnelte den Nationaltorwart und zog dann, statt einen Schuss aus sehr spitzem Winkel ins verwaiste Tor zu probieren, parallel zur Torauslinie nach innen, vorbei an Verteidiger David Alaba, und jagte den Ball, im Fünfmeterraum angekommen, an Joshua Kimmich vorbei ins Netz. Neuer, der ihm vergeblich nachgerannt war, konnte nur noch seinem Ärger über sich selbst Ausdruck geben.

          Eine der Szenen des Spiels: Paderborns Dennis Srbeny (links) lässt Manuel Neuer und David Alaba aussteigen.

          Eine scharfe Hereingabe lenkte der Paderborner Kapitän Christian Strohdiek kurz danach unfreiwillig fast ins eigene Tor, der Ball hüpfte von der Oberkante der Latte ins Aus. Doch die Paderborner, die das Remis so mit ein wenig Glück in die Pause gerettet hatten, spielten danach zumindest zu Beginn der zweiten Hälfte plötzlich auf Sieg – der schnelle Mamba verpasste eine scharfe Hereingabe hauchdünn. Dann wurde der Bayern-Druck größer. Torwart Leopold Zingerle, ein gebürtiger Münchner, beim FC Bayern ausgebildet, rettete zwei Mal glänzend gegen Lewandowski. Dann war er machtlos, als Gnabry links allen entwischte und der Pole den Rückpass des Sturmkollegen ins Netz drücken konnte.

          Schon unmittelbar nach dem Wiederanstoß fiel um ein Haar der Ausgleich, Michel verdarb mit schlechtem Pass einen Überzahlkonter – schloss den nächsten Schnellangriff des Aufsteigers fünf Minuten später aber zum Ausgleich ab, nachdem Neuer den harten Schuss von Dennis Jastrzembski vor Michels Füße abgewehrt hatte. Die Paderborner verteidigten das Remis, das sie vom Tabellenende weggebracht hätte, mit Mann und Maus. Am Ende setzte sich aber doch noch die Offensivmacht des Meisters durch. Abermals traf Lewandowski nach Vorlage von Gnabry.

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