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2:1 gegen Union : Münchner Minimalprogramm

Schaut her: Robert Lewandwoski setzt seine Torserie fort. Bild: dpa

Bayern München quält sich zu einem knappen Sieg gegen Union Berlin. Immerhin trifft Robert Lewandowski einfach immer weiter. Der polnische Torjäger hat einen weiteren Rekord gebrochen.

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          Drei Punkte, und diesmal nur ein Gegentor nach zuletzt fünf Partien mit jeweils zwei – die Verbesserungen beim FC Bayern gelingen derzeit nur in winzigen Dosierungen. Dennoch war man beim Meister im ersten Ligaspiel nach den gravierenden Verletzungen der Innenverteidiger Niklas Süle und Lucas Hernandez trotz eines spielerisch eher dürftigen Auftritts erleichtert über den 2:1-Sieg gegen Union Berlin, der zumindest für einen Tag die Tabellenführung bedeutet.

          Bundesliga
          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Benjamin Pavard hatte mit der einzigen Chance vor der Pause die Führung erzielt (13. Minute), danach traf wie immer Robert Lewandowski (53.), der nun als erster Spieler der Bundesligageschichte in den ersten neun Spielen einer Saison immer ein Tor geschossen hat. Nachdem Sebastian Andersson mit einem Elfmeter an Bayern-Torwart Manuel Neuer gescheitert war (58.), machte es Sebastian Polter kurz vor Schluss besser (86.), doch reichte es für den Aufsteiger nicht mehr zum Ausgleich. „Ich bin stolz“, sagte Lewandowski zu seinem Rekord. „Es freut mich sehr, dass wir gewonnen haben. Und dass ich wieder ein Tor geschossen habe.“

          Was die Bayern ihren Zuschauern boten, wirkte über weite Strecken wie ein spielerisches Minimalprogramm, aus dem sich Anzeichen für eine Wende zum Besseren nicht wirklich ableiten ließen. Hatten die Bayern-Verantwortlichen nach dem 2:2 in Augsburg vor einer Woche einzig und allein die mangelhafte Chancenverwertung bemängelt, mit der man eine Reihe herausgespielter Gelegenheiten vergab, war es diesmal umgekehrt – herausgespielte Chancen gab es, bis auf zwei, drei Konter in der Schlussphase, kaum, nur solche, die durch gegnerische Mithilfe zustande kamen.

          Lewandowski trifft immer weiter

          Dafür passte die Chancenverwertung. Bei einer Freistoßflanke von Joshua Kimmich nach 13 Minuten sprang Union-Verteidiger Neven Subotic hoch, um den Ball wegzuköpfen. Doch kam ihm sein eigener Torwart Rafael Gikiewicz zuvor und verlängerte die Hereingabe mit misslungener Faustabwehr genau in die Reichweite von Pavard. Mit feiner Schusstechnik traf der Franzose per Dropkick in die Mitte des verwaisten Tores. Aus dem Spiel heraus gelang den Bayern gegen die kompakte Defensive des Aufsteigers meist nicht viel Konstruktives, es gab über weite Strecken kaum klare Spielzüge oder gar zwingend herausgearbeitete Torszenen.

          Jubelsprung: Benjamin Pavard hat per Distanzschuss für die Bayern getroffen.
          Jubelsprung: Benjamin Pavard hat per Distanzschuss für die Bayern getroffen. : Bild: dpa

          Bis zur ersten halbwegs gelungenen Offensivkombination in Strafraumnähe dauerte es 35 Minuten, als Müller per Kopf Doppelpass mit Kimmich spielte, Kingsley Coman in der Folge jedoch beim Versuch einer Flanke mit dem Standbein wegrutschte. Kurz danach beschwerte sich Lewandowski bei Müller, weil der ein Zuspiel in den Lauf des Torjägers versäumte, worauf der Pole den Ball dann per Abpraller von einem Union-Spieler zurückbekam. Doch Gegenspieler Marvin Friedrich spitzelte ihm kurz vor dem Abschluss den Ball vom Fuß. Acht Minuten nach der Pause traf Lewandowski dann doch, und wieder war es nicht das Ergebnis eines bayrischen Präzisionsangriffs, sondern eine Einzelleistung mit hohem Zufallsfaktor. Dem von halblinks in den Strafraum ziehenden Polen nahm ein Union-Verteidiger den Ball vom Fuß, doch vom Körper eines anderen Abwehrspielers prallte die Kugel wieder genau in den Fuß des Torjägers, der nun flach ins rechte Eck traf.

          Union ließ sich nicht hängen. Nach 56 Minuten lenkte Christian Gentner nach einer Ecke einen scharfen Kopfball Richtung kurzes Eck, Neuer war zur Stelle. Zwei Minuten später flog die nächste Ecke in den Bayern-Strafraum, der Ball wurde abgewehrt, die Berliner reklamierten Handspiel, und nach Studium der TV-Bilder gab es Elfmeter – Ivan Perisic hatte zuvor die Hand im Spiel gehabt.

          Der Schwede Andersson lief an, schoss flach gut plaziert aufs linke Eck, doch Neuer war flink abgetaucht, hielt den Ball mit dem langgestreckten Arm auf und pflückte ihn sich dann aus der Luft. Besser als Andersson machte es in der Schlussphase Polter, der von Pavard gefoult wurde und den Elfmeter unter dem Jubel der von 6000 Union-Fans verwandelte. Die Bayern brachten den knappen Sieg ins Ziel - Feierstimmung auf den Rängen der Münchner Arena gab es aber nur bei den Roten aus Berlin.

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