https://www.faz.net/-gtm-9cmdn

Marketing, Spiele, Training : Warum der FC Bayern nach Amerika muss

  • Aktualisiert am

Besteht trotz Werbetour auf hartes Training: Bayern-Trainer Niko Kovac. Bild: Reuters

Den meisten WM-Teilnehmern des Bundesligaklubs bleibt die anstrengende Reise erspart. Dort sind Juventus und ManCity die Gegner. Der Trip scheint alternativlos, dennoch macht Trainer Kovac eine forsche Ankündigung.

          In weißen Hemden und hellen Sommerhosen schritten Trainer Niko Kovac und die Spieler um Franck Ribéry wie Urlauber zum Charterflieger. Eine Vergnügungsreise traten die Münchner Fußball-Profis am frühen Montagmorgen jedoch nicht an. Viele Marketing-Termine, zwei hochkarätige Spiele gegen Juventus Turin und Manchester City, dazu Training in großer Hitze, Jetlag und mehr als 20 Flugstunden erwarten den Tross des deutschen Rekordmeisters auf dem eine Woche dauernden Amerika-Trip mit den Stationen Philadelphia und Miami.

          Kovac wollte nach dem Neun-Stunden-Flug an die Ostküste mit der Ankunft am späten Vormittag Ortszeit gleich erstmals trainieren lassen. Die Zeitumstellung von minus sechs Stunden macht es möglich. Der Chefcoach will die Saisonvorbereitung auf keinen Fall schleifen lassen. Neun Übungseinheiten hat er neben den Spielen angesetzt. Dazu stehen rund 40 Termine für Sponsoren und Medien auf dem Programm.

          „Wir werden schon eine lange Reise haben, das ist klar. Und auch die Witterungsbedingungen werden extremer sein. Aber man kann in Amerika genauso gut trainieren wie zuhause“, sagte Kovac und ergänzte: „Es wird schon so trainiert werden, dass die Jungs wissen, dass wir trainiert haben.“

          „Zielmärkte“ und „globale Entwicklung“

          Die Bayern pendeln im Sommer inzwischen abwechselnd zwischen Amerika und Asien. Für Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist es eine Pflicht, sich im Wettbewerb mit den Topklubs aus England, Spanien, Italien und Frankreich in den „Zielmärkten“ mit der Mannschaft zu präsentieren. „Das ist eine wichtige Reise, weil bei aller Verwurzelung, die wir ohne Frage in München haben, sich ein Klub wie der FC Bayern auch global entwickeln muss“, erläuterte Rummenigge.

          140 Bayern-Fanklubs gibt es inzwischen in den Vereinigten Staaten. Sieben Unternehmen, die in Amerika ihren Hauptsitz haben, sind Partner des deutschen Meisters. Die Reise bringt, auch durch die Teilnahme am International Champions Cup mit den Partien gegen den neuen Cristiano-Ronaldo-Verein Juventus und ManCity mit dem ehemaligen Bayern-Coach Pep Guardiola, einige Millionen Euro ein. „Das sind zwei Spiele gegen Topklubs, in denen wir uns wieder beweisen und Spielpraxis sammeln können“, sagte Bayerns Neuzugang Serge Gnabry.

          Ein erstes Testspiel gegen einen internationalen Spitzenklub hat der FC Bayern um Arjen Robben (rechts) schon gewonnen: 3:1 gegen Paris Saint-Germain.

          Ein WM-Teilnehmer wird sogar direkt aus dem Urlaub kommend in Miami zur Münchner Reisegruppe stoßen: James Rodríguez. „Miami ist das Einstiegstor für Mittel- und Südamerika“, erläuterte Jörg Wacker, Bayern-Vorstand für Internationalisierung. Und wer würde sich da als Markenbotschafter besser eignen als Kolumbiens Fußball-Topstar?

          Die Bayern haben aber zugleich aus dem Vorjahr gelernt, als sie es bei ihrer Asien-Tour mit gleich vier Spielen in China und Singapur übertrieben. „Das war etwas stressig“, räumte Rummenigge ein. Kovac verzichtete nach Rücksprache mit Kapitän Manuel Neuer darauf, die prominenten WM-Teilnehmer mitzunehmen. „Für die Köpfe ist es wichtig, dass sie mal durchpusten“, sagte der Coach. Am Mittwoch sollen Neuer, Hummels, Müller, Lewandowski und Kollegen in München unter Anleitung von Ko-Trainer Peter Hermann das Training wieder aufnehmen. Nach dem Trip will Kovac dann im Trainingslager am Tegernsee (2. bis 9. August) den Profi-Kader zusammenführen.

          Routinier Arjen Robben indes trat die Amerika-Tour gespannt an. „Ich freue mich, mal wieder etwas anderes zu sehen“, erklärte der 34-Jährige. Er erhofft sich eine „schöne Reise“, auch wenn es „anstrengend“ werde. Robbens Motto lautet: Möglichst das Beste aus der für den Verein so wichtigen Werbetour machen. „Unsere Vorbereitung geht weiter, in drei Wochen müssen wir schon da sein.“ Am 12. August geht es gegen Pokalsieger Eintracht Frankfurt im Supercup um den ersten Titel der Saison.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Koalition streitet ums Klima : Atemlos durch die Nacht

          Wie soll Deutschland seine Klimaziele bis 2030 schaffen? Die Groko tut sich schwer – und verhandelt bis in die Morgenstunden. Die für 11 Uhr geplante entscheidende Sitzung wird nun offenbar verschoben.
          Der japanische Kaiser Naruhito (r), Kaiserin Masako und ihre Tochter Prinzessin Aiko winken, nachdem sie in der Präfektur Tochigi für ihren Sommerurlaub angekommen sind.

          Japan : Der Kaiser fährt Toyota

          Das japanische Kaiserhaus übt sich in Volksnähe. Bei den Feiern zur Inthronisierung wird Kaiser Naruhito sich den Japanern nicht im Rolls Royce, sondern in einem Toyota zeigen. Doch es ist ein ganz besonderer Toyota.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.