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Bayern-Profi sorgt für Aufsehen : Die wundersame Wandlung des Jérôme Boateng

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Spielte sich beim FC Bayern wieder in den Vordergrund: Jérôme Boateng Bild: dpa

Mehrmals stand der Weltmeister von 2014 vor dem Abschied aus München. Jetzt aber scheint alles anders. Das liegt an einer bestimmten Situation beim FC Bayern, wo derzeit neue Spekulationen aufkommen.

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          Jérôme Boateng lächelte zufrieden. Auch bei der kleinen Meisterfeier im Mannschaftskreis war dem 31-Jährigen dieser Tage das anzumerken, was er auch auf dem Platz ausstrahlt. Der ehemalige Nationalspieler hat wieder Spaß am Fußball – und das Erstaunliche an dieser Tatsache ist: Boateng hat diesen Spaß im Trikot des FC Bayern.

          Bundesliga

          Diese wundersame Wandlung war vor einem Jahr, als Uli Hoeneß öffentlich Boateng einen Wechsel empfahl, keineswegs zu erwarten. „Jérôme ist aktuell in einer blendenden Verfassung“, sagt Trainer Hansi Flick zwölf Monate später. Er würdigt Boatengs Rückkehr zu früherer Klasse: „Wenn man solche Spieler hat, die erfahren sind, die enorme Qualität haben, die auf einem guten Niveau sind, dann möchte man solche Spieler natürlich gerne in den eigenen Reihen haben.“

          Boatengs Renaissance ist eng mit Flicks Wirken verknüpft. Der „Boss“ ist wieder wichtig. Er gewinnt wichtige Zweikämpfe, wirkt wieder schnell und beweglich. Er spüre „das Vertrauen des Trainers“ und habe „wieder richtig Spaß am Fußball“, bemerkte der glückliche Boateng. Doch es ist nicht allein der Flick-Faktor. Die glutenfreie Ernährung tut dem Abwehrriesen nach eigener Einschätzung gut. Dazu hat er Yoga für sich entdeckt. Ein spezielles Training im Zusammenspiel mit Gehirn und Auge soll die Feinabstimmung im Spiel verbessern.

          Wechselt ein Abwehrtalent nach München?

          Boateng ist wieder eine Führungsfigur und wirkt nicht mehr wie der „Fremdkörper“, von dem der frühere Präsident Hoeneß damals beim Abschiedsrat sprach. Im Sommer wie im Winter sah es nach einer Trennung aus, der Abgang schien phasenweise nur noch eine Frage der Ablöse zu sein. Jetzt ist sogar wieder ein Verbleib beim deutschen Rekordmeister vorstellbar. „Ich weiß nicht, was Jérôme für Gedanken hat. Er hat auch ein gewisses Alter. Vielleicht will er nochmal die Chance auf einen Wechsel haben, was Neues kennenlernen“, rätselte Flick.

          Trotz der gegenseitigen Wertschätzung der Weltmeister-Weggefährten von 2014: So energisch wie bei den intensiv umgarnten David Alaba (27 Jahre/Vertrag bis Sommer 2021) und Thiago (29/2021) kämpft Flick beim 2011 von Manchester City verpflichteten Boateng nicht um die nächste Unterschrift. „Jeder möchte, dass Thiago und David Alaba nächstes Jahr noch bei uns sind. Beide Spieler sind top, top Spieler“, sagte Flick zuletzt – und bemerkte zu Boateng. „Jérôme hat noch ein Jahr Vertrag. Und wenn er bleiben sollte, bin ich da nicht traurig.“

          Boateng betonte kürzlich, dass er sich sowohl eine Verlängerung in München als auch einen Wechsel ins Ausland vorstellen könne. „In der Zeit vor Hansi Flick habe ich mir schon Gedanken gemacht über meine Zukunft. Derzeit fühle ich mich wohl und kann mir vorstellen, dass ich bleibe“, sagte er in der „Welt am Sonntag“. Sportdirektor Hasan Salihamidzic kündigte konkrete Gespräche für die Zeit nach dem Champions-League-Turnier im August in Lissabon an.

          In herausfordernden Corona-Zeiten könnte der Klub im Sommer für den hoch bezahlten Boateng letztmals eine Ablöse kassieren. „Es ist eine Zeit, in der man gerade wirtschaftlich sehr vorsichtig agieren muss“, sagte Vorstand Oliver Kahn zum grundsätzlichen Handeln.

          Aktuell ist Boateng eine Stütze. Mit Blick auf sein Alter von 31 Jahren und angesichts des 80 Millionen Euro teuren Rekordeinkauf Lucas Hernández (24) im Kader gibt es aber auch Argumente für einen Wechsel. Zudem kehrt bald Nationalspieler Niklas Süle nach seinem Kreuzbandriss als Konkurrent zurück. Und in München wird zudem über das französische Abwehrtalent Tanguy Kouassi (18) von Paris Saint-Germain als Zugang für die Zukunft nach Boateng spekuliert. Eine offizielle Bestätigung für diesen Wechsel gibt es allerdings noch nicht.

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