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Bayern München : Jansen will kein Bankangestellter sein

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Marcell Jansen: Keine Angst vor den Bayern Bild: ddp

Bayern Münchens neues Team nimmt Konturen an. Der Wechsel von Luca Toni wurde offiziell bestätigt. Nur noch um die Höhe der Ablösesumme geht es bei der Verpflichtung von Franck Ribery. Marcell Jansen hat seine Ambitionen auf einen Stammplatz betont.

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          Bayern München hat auf seiner Einkaufstour den nächsten Millionen-Transfer getätigt. Nach der Verpflichtung von Nationalspieler Marcell Jansen von Borussia Mönchengladbach einigten sich die Münchner nach übereinstimmenden italienischen Presseberichten mit Weltmeister Luca Toni auf einen Vierjahresvertrag, die letzten Details mit dem AC Florenz sollen am Mittwoch geklärt werden. Zuvor hatten die Bayern bereits Jose Ernesto Sosa (Estudiantes de la Plata), Hamit Altintop (Schalke 04) und Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen) unter Vertrag genommen.

          Nur noch um die Höhe der Ablösesumme geht es nach Informationen des Sport-Informations- Dienstes bei der Verpflichtung des französischen Vizeweltmeisters Franck Ribery. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler soll rund 15 Millionen Euro Ablöse kosten. Die entscheidenden Gespräche mit Olympique Marseille laufen derzeit. Zudem gelten weiter Ze Roberto (FC Santos) und Miroslav Klose (Werder Bremen) als potentielle Zugänge der Münchner. Außerdem sollen der dänische Nationalspieler Daniel Agger, der beim FC Liverpool unter Vertrag steht, sowie Arjen Robben vom FC Chelsea auf der Einkaufsliste stehen.

          Jansen gibt sich selbstsicher

          Marcell Jansen will nach seinem Wechsel vom Absteiger zum Rekordmeister Stammspieler in der Mannschaft von Chefcoach Ottmar Hitzfeld werden. „Ich nehme den Konkurrenzkampf jedenfalls an. Ich habe es selbst in der Hand, den Trainer zu überzeugen. Wenn ich Angst hätte, hätte ich nicht in München unterschrieben“, sagte der Nationalspieler dem Fachmagazin „kicker“. Er wolle seinen Weg machen, die Aufgabe selbstbewusst anpacken und nicht mit der Einstellung nach München gehen, „ein Bankplatz wäre auch okay“.

          Luca Toni: Florenz im Herzen

          Sein neuer Arbeitgeber, der für Jansen rund zehn Millionen Euro an Mönchengladbach zahlen muss, habe „ganz große Ambitionen. Es ist eine echte Herausforderung.“ Dabei empfindet es der 21 Jahre alte Jansen als „absolut positiv“, dass Bayern München seine Mannschaft für die neue Saison massiv verstärkt. „Statt jetzt schon wieder zu mäkeln, dass der FC Bayern so zuschlägt, sollten sich die Leute lieber freuen, wenn internationale Top-Stars in die Bundesliga kommen. Das hebt das Niveau und das Interesse.“

          Florenz dankt Luca Toni

          Unterdessen hat der AC Florenz den Wechsel von Luca Toni zum FC Bayern München offiziell bestätigt. Wie die „La Gazzetta dello Sport“ am Dienstag berichtete, treffen sich die beiden Clubs am Mittwoch in Florenz, um letzte Details zu klären. Bayern zahle für den italienischen Nationalstürmer eine Ablösesumme von 13 Millionen Euro. Den Vierjahresvertrag mit einer Gesamtgage von 20 Millionen Euro habe der Weltmeister bereits vor mehr als einem Monat bei den Bayern unterschrieben.

          „Wir danken Luca Toni für seine Leistungen in den letzten beiden Jahren und für seine 49 Tore“, teilte der AC Florenz mit. Angesichts des lukrativen Angebots aus der Bundesliga habe Florenz keine Chance gehabt, Toni zu halten, sagte Club-Präsident Andrea Della Valle. „Bei Angeboten von 5 bis 6 Millionen Euro pro Jahr, machte ein Gegenangebot gar keinen Sinn“, räumte Della Valle ein.

          „Florenz im Herzen“ und „Herz an der Borussia“

          Der Club-Chef freute sich darüber, dass der auch in der italienischen Serie A umworbene Torjäger ins Ausland gegangen ist. „Dass Toni zu Bayern München gegangen ist, war eine schöne Geste gegenüber dem Club und der Stadt Florenz“, sagte Della Valle. Toni fiel der Abschied in der Hauptstadt der Toskana offensichtlich schwer. „Florenz werde ich für immer in meinem Herzen tragen“, sagte der 30-Jährige beim Saisonabschlussfest des Clubs. Er gehe nach „zwei fantastischen Jahren“ und lasse „viele wichtige Freunde“ zurück.

          Jansen monierte dagegen auch „unschöne Dinge“ bei seinem Abgang aus Mönchengladbach. Es sei schade, „wenn dir die Menschen im Stadion den Mittelfinger zeigen oder 'verpiss dich' zurufen“. Viele würden dabei vergessen, dass sein Herz an der Borussia hänge. Den neuen Gladbacher Sportdirektor Christian Ziege bezeichnete Jansen als den „richtigen Mann“. Trainer Jos Luhukay habe viel ausbaden müssen und stehe jetzt vor dem Problem, „dass er nach dem Abstieg schnell Erfolge vorweisen muss“.

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