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4:1 in Düsseldorf : Die Bayern stürmen zurück an die Spitze

Erdrückende Überlegenheit: Kingsley Coman und die Bayern gewinnen in Düsseldorf. Bild: AP

Zweimal lassen sich die Bayern von der Fortuna nicht ärgern: Anders als im Hinspiel erledigen die Münchner die Aufgabe in Düsseldorf souverän. Kingsley Coman leitet den Sieg in die Wege. Sorgen bereitet nur Torhüter Manuel Neuer.

  • -Aktualisiert am

          Womöglich spielen tatsächlich kleine Botschaften und Signale eine Rolle im Fernduell um die Deutsche Meisterschaft zwischen Bayern München und Borussia Dortmund, und auf dieser Ebene hat der FC Bayern auch an diesem Wochenende großen Eindruck hinterlassen. Dem Dortmunder Zittersieg gegen Mainz 05 ließen sie einen lässigen 4:1 (2:0)-Erfolg bei Fortuna Düsseldorf folgen, mit der ganzen Autorität und Selbstverständlichkeit eines großen Hegemonen gewannen sie drei Punkte bei einem Gegner, dessen lautester Jubel schon vor dem Anpfiff verklungen war.

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          Der Stadionsprecher hatte die Fortuna selbstironisch als „Abstiegskandidaten Nummer Eins“ begrüßt, das gefiel den Leuten, nachdem sie schon am Samstag den endgültig vollbrachten Klassenerhalt feiern durften. Durch die Niederlage des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen wurde ihr großes Saisonprojekt ohne eigenes Zutun am Neckar vollendet.

          Spannend war nun die Frage, was diese Nachricht mit dem Team anstellen würde. Mancher Fan hätte sich ja eigentlich gewünscht, die Krönung des Spieljahres in so einer besonderen Partie gegen die Bayern selbst zu erreichen. Nun war der Druck weg, und tatsächlich gab es schon Tage, an denen die Mannschaft des erfahrenen Trainers Friedhelm Funkel leidenschaftlicher Widerstand geleistet hat. Allerdings sah sich die Fortuna auch mit einer ernüchternden Münchner Überlegenheit auf allen Ebenen konfrontiert.

          Endgültig dominant

          Bereits nach sechs Minuten traf Kingsley Coman aus fünf Metern den Pfosten, wenige Augenblicke später setzte Thiago einen Kopfball knapp neben das Düsseldorfer Tor und nach einer Viertelstunde führten die Bayern. Coman hatte einen Pass aus dem Halbfeld an den Fünfmeterraum gespielt, wo Thomas Müller am Ball vorbei stocherte; der Fehlversuch des Münchners täuschte den Düsseldorfer Torhüter Michael Rensing so sehr, dass er nicht mehr angemessen reagieren konnte. Der Ball flog ins Tor.

          Man muss auch mal den Fuß weglassen können: Thomas Müller irritiert Düsseldorfs Torwart Rensing, der so den Schuss Comans zum 1:0 passieren lässt. Bilderstrecke

          Der ohnehin äußerst souveräne FC Bayern war nun endgültig dominant, und wenn sich doch einmal eine Gelegenheit für einen der sonst so gefährlichen Düsseldorfer Konter ergab, mangelte es an Präzision. Nur einmal beendeten sie einen ihrer Schnellangriffe mit einem halbwegs gefährlichen Abschluss, doch der Versuch von Dawid Kownacki flog über die Latte (26.). Erst in den zehn Minuten vor der Pause hatte die Fortuna, bei der Dodi Lukebakio, der dreifache Torschütze aus dem Hinspiel, nur auf der Bank saß, sich dann doch eine Phase mit etwas mehr Ballbesitz.

          Und genau hier schlugen die Bayern zum zweiten mal zu. Serge Gnabry spielte einen klugen Steilpass auf Joshua Kimmich, der auf Coman im Zentrum weiterleitete, aus zehn Metern schoss der Franzose seinen zweiten Treffer des Tages (41.). Nun wurde der Nachmittag zu einen Frühlingsspaziergang für die Münchner.

          Gnabry erhöhte nach einer von Müller verlängerten Ecke auf 3:0 (55.), woraufhin sie das Tempo ein bisschen drosselten. Der Job war erledigt, woran auch der per Videobeweis verhängte Handelfmeter, den der mittlerweile eingewechselte Lukebakio zum 1:3 verwandelte (89.), nichts mehr änderte. Zumal Leon Goretzka in der Nachspielzeit sogar noch zum 1:4 traf.

          „Wir waren von Anfang an da“, kommentierte Bayern-Stürmer Thomas Müller und fügte mit Blick auf die Dortmunder Vorlage vom Samstag an: „Den Druck
          haben wir immer. Es schadet uns auch nichts, wenn wir Druck haben.“

          Der folgenschwerste Moment der zweiten Hälfte spielte sich daher womöglich vor dem anderen Tor ab: Manuel Neuer verletzte sich ohne Gegnereinwirkung bei einem Ausfallschritt und humpelte vom Platz (53.), sein Einsatz am kommenden Spieltag ist akut gefährdet. Das Stadion verließ er an Krücken, eine am Abend geplante Teilnahme an einer Ehrung mit dem Verdienstorden von Nordrhein-Westfalen hat er abgesagt. Auf den Tribünen konnte da aber längst über die Themen diskutiert werden, die im Vorfeld dieses Spiels für Aufsehen gesorgt hatten. Am Samstagnachmittag war ja bekannt geworden, dass der Düsseldorfer Geschäftsführer Robert Schäfer den Klub im Sommer verlassen muss.

          Der Funktionär, der in der Branche den Ruf eines großen Managertalents hat, ist in seinem Modernisierungsdrang offenbar etwas zu forsch vorgegangen. Sein Anteil am Aufstieg 2018 ist unbestritten, die Fortuna ist finanziell so gesund wie lange nicht, in vielen Bereichen wurden zukunftsweisende Weichenstellungen vorgenommen, doch offenbar hat Schäfer einige Mitverantwortliche – insbesondere im Aufsichtsrat – nicht intensiv genug in seine Projekte eingebunden. Deutlich wurde das, als er sich im Winter weigerte, den Vertrag des Erfolgstrainers Funkel zu verlängern, weil er auch an dieser Stelle neue Impulse wollte. Es gab wütende Proteste vieler Fans, und wie ausführlich der Aufsichtsrat über den Vorgang informiert war, ist immer noch ungeklärt. Die Mannschaft solidarisierte sich mit Funkel, Schäfer ruderte zurück, der Trainer bekam seinen Vertrag fürs kommende Spieljahr, nun ist es Schäfer, der gehen muss. Nach Informationen der „Rheinischen Post“, steht mit Jürgen Röttgermann (ehemals Mönchengladbach und Wolfsburg ) bereits ein Nachfolger fest.

          Nach diesem Wochenende können sie sich also ausführlich den Planungen für die Zukunft widmen, während die Bayern 24 Stunden nach dem Sprung der Dortmunder an die Spitze der Blitztabelle nun selbst wieder auf Rang Eins des Tableaus stehen. „Man muss klar sagen, dass wir keine Chancen hatten“, sagte Friedhelm Funkel: „Trotzdem ist es ein tolles Wochenende, denn wir haben die Klasse gehalten. Das ist ein großer Grund zu Feiern.“

          Am kommenden Wochenende geht das Fernduell mit dem BVB weiter, da legen dann die Münchner mit einer Partie gegen Werder Bremen vor, bevor der BVB am Ostersonntag in Freiburg antreten wird.

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