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3:0 in Frankfurt : Bayern München geht als BVB-Jäger ins neue Jahr

Der Matchwinner von Frankfurt: Franck Ribery trifft doppelt. Bild: dpa

Souveräner Sieg in Frankfurt: Die Bayern bescheren ihrem Trainer Niko Kovac an alter Wirkungsstätte einen erfolgreichen Jahresabschluss. Garant des Sieges war ein Auslaufmodell.

          Hier und da gab es tatsächlich Pfiffe gegen Niko Kovac – dabei hatte sich der ehemalige Frankfurter Trainer, Pokalsieger im Sommer, doch sehr auf seine vorübergehende Rückkehr ins Frankfurter Stadion gefreut. Zunächst schien es ganz so, als sollte ihm vor allem seine alte Mannschaft den Spaß gehörig verderben können, aber letztlich siegten die Bayern verdient, aber deutlich zu hoch 3:0. Und beiden ersatzgeschwächten Teams war dabei anzumerken gewesen, dass die Hinserie lang gewesen ist und die kurze Weihnachtspause zur rechten Zeit kommt.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Es war einer jener brütend heißen Abende gewesen, von denen der Sommer in diesem Jahr so viele zu bieten hatte, an dem Kovac ganz sicher sein durfte, dass er bei seiner Karriereplanung alles richtig gemacht hatte. 5:0 hatte seine neue Mannschaft da im Supercup bei seinem alten Team gesiegt, und die Frankfurter hatten dabei den Eindruck hinterlassen, als würden sie nun für jene beiden Jahren, in denen sie mit Kovac über ihre Verhältnisse gespielt hatten, Tribut zollen müssen.

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          Das alles ist erst vier Monate her und scheint doch in einer ganz anderen Zeit gewesen zu sein. „Die Bayern sind Favorit“, hatte Eintracht-Trainer Adi Hütter vor der Partie gesagt – und dass er dies überhaupt betonen musste, sprach schon Bände. Die Frankfurter sind mit ihrem Spielstil die Überraschungsmannschaft der Saison, und  den Respekt vor den Bayern haben die meisten Gegner in dieser Saison ohnehin abgelegt. Die Frankfurter sowieso – sie stürzten den Rekordmeister in den ersten zwanzig Minuten in der Defensive mit ihrem schnellen Umschaltspiel von einer Verlegenheit in die nächste. Dass die Münchner bei raschen Gegenattacken anfällig sind, hat sich herumgesprochen – gewiss auch bis nach Liverpool zum Tabellenführer der Premier League. Die Mannschaft von Jürgen Klopp wartet im Februar in der Champions League auf die Bayern, und Konter sind ihre Spezialität.

          Bayern bleibt Bayern

          Aber auch in einer schwächeren Saison, und das ist diese Spielzeit auch trotz Platz zwei bislang gewiss, sind die Bayern eben immer noch die Bayern – und da sie in der Anfangsphase nicht in Rückstand gerieten, breitete sich auch keine Unruhe bei den Münchnern darüber aus, dass ihnen bis auf einen Kopfball von Martinez und anschließender Nachschusschance von Müller in der Offensive nichts gelingen wollte. Bis zur 35. Minute, und nach dem ersten zu Ende gespielten Konter führten die Bayern 1:0, nachdem Lewandowski seinen Kollegen Ribéry freigespielt hatte.

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          Mit etwas Pech wäre die Partie für die Eintracht, die ins Schwimmen geriet, bis zur Pause schon wieder wie im Sommer entschieden gewesen, aber Müller traf mit seinem Kopfball nur die Latte. Doch ohne den  verletzten Bayern-Pokalschreck Rebic, dessen Aggressivität den Hessen fehlte, hatte Hütter keine echten Alternativen mehr auf der Bank, zumal mit Gacinovic ein weiterer aus der Sprinterabteilung der Frankfurter kurz vor der Pause verletzt vom Feld musste.  

          Vom Flair eines Spitzenspiels aber war in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel übrig geblieben. Es wurde eine zähe Angelegenheit zwischen zwei sichtbar ermüdeten Mannschaften und eine Partie, in der die Münchner ihre ganze Routine ausspielten und die Frankfurter von der Gefahrenzone fernhielten – und es  gleichzeitig lange nicht schafften, mit einem zweiten Treffer für eindeutige Verhältnisse zu sorgen.

          Das gelang nach 79 Minuten dann wiederum Ribéry, der die Münchner offenbar unbedingt davon überzeugen will, dass für ihn, anders als bei Arjen Robben, nach dieser Saison noch nicht Schluss sein müsste – zumindest wenn es nach ihm ginge. Nach seinem späten Siegtor gegen Leipzig hielt der 35 Jahre alte Franzose die Bayern nun auch in Frankfurt in Sichtweite des  enteilten Tabellenführers Dortmund. „Bis auf die ersten 20 Minuten war es ein gutes Spiel von uns. Die letzten Spiele waren sehr gut, das ist das, was der FC Bayern kann. Ich möchte den Franck mal loben, das hat er klasse gemacht", sagte Bayern-Trainer Niko Kovac. Rafinha wickelte mit dem dritten Treffer noch etwas Lametta um das Resultat.

          „Ich glaube, dass wir die erste halbe Stunde die klar bessere Mannschaft gewesen sind. Beim 0:1 hat sich die Klasse der Münchner gezeigt. Ich mache meiner Mannschaft keinen Vorwurf, wie sie aufgetreten ist. Die Niederlage ist allerdings zu hoch ausgefallen", sagte Eintracht Trainer Adi Hütter.

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