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0:0 gegen Hoffenheim : Ein träger Sommerkick in Leverkusen

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Leverkusen und Hoffenheim mühten sich nach Kräften, trafen das Tor aber nicht. Bild: EPA

Bayer spielt sich 19:0 Ecken gegen Hoffenheim heraus, trifft aber das Tor nicht. Beim torlosen Remis im Duell der niederländischen Trainer bieten beide Mannschaften bei großer Hitze Schmalspurunterhaltung.

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          In der Halbzeit des lange Zeit recht trägen Sommerkicks zwischen Bayer Leverkusen und der TSG Hoffenheim erklang schon mal die Champions League-Hymne in der Bay-Arena, der Song wird hier demnächst wieder öfter zu hören sein. An diesem Nachmittag wirkten die Klänge aus den Lautsprechern aber irgendwie fremd, der Song weckte erstmal keine großen Gefühle, eher Sehnsüchte. Nach frischen Herbstabenden, nach intensivem Flutlichtfußball, nach dem Zauber der internationalen Bühne. In der Gegenwart des dritten Bundesligaspieltages war es hingegen extrem heiß, und das Niveau des 0:0 zwischen Bayer Leverkusen und der TSG Hoffenheim, das dem Publikum geboten wurde, litt ganz offensichtlich unter diesen Bedingungen. Eine etwas lebendigere Schlussphase reichte Bayer Leverkusen nicht, um auch das vierte Pflichtspiel der Saison zu gewinnen.

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          Bayer war zwar fast permanent in Ballbesitz, 80:20 Prozent zeigten die Statistiken in dieser Kategorie zur Halbzeit an, aber bis auf eine hübsche Kombination, an deren Ende Kai Havertz bei seinem Abschluss aus bester Position entscheidend gestört wurde (5.), passierte bis weit in die zweite Hälfte hinein nur wenig vor dem Tor der Hoffenheimer. Dieser Beginn passte nicht besonders gut zur jüngeren Geschichte der Duelle beider Vereine, in den vier vorigen Begegnungen waren jeweils mindestens vier Tore gefallen.

          Kein Wunder, dass beide Trainer recht unzufrieden auf ihren Wegen durch die Coachingzonen wirkten, sie schienen vergeblich nach Verbesserungsansätzen zu suchen. Leverkusens Peter Bosz und Hoffenheims Alfred Schreuder sehen sich ja nicht nur aufgrund ihres Mode- und Frisurengeschmacks ähnlich, die beiden Holländer kennen sich bestens. Nur 30 Kilometer voneinander entfernt wuchsen sie in der Region Appeldoorn auf, und sie haben sowohl bei Feyenoord Rotterdam als auch bei NAC Breda zusammen gespielt. Eine Zeitlang bildeten sie sogar eine Fahrgemeinschaft für die Strecke zum Training, führten im Auto ausgiebige Fachgespräche.

          Nun haben Schreuder und Bosz als Trainer den Ruf, allerbeste Fußballunterhaltung mit ihren Mannschaften zu bieten, aber an diesem Tag war es womöglich einfach zu heiß dafür. Die Teams arbeiteten zwar gewissenhaft, aber vielen Aktionen mangelte es an Klarheit und Struktur. Besonders deutlich wurde das nach einer halben Stunde, als der Hoffenheimer Ishak Belfodil nach einem langem Pass vom Flügel aus frei in den Strafraum eindrang, dann aber statt aus der günstigen Position abzuschließen oder einen Rückpass auf den mitgelaufenen Bebou zu spielen, blind an den Fünfmeterraum passte.

          Das war die gefährlichste Situation der ersten Halbzeit, aus der aber nicht einmal eine richtige Chance wurde. Eine Stunde lang war wenig zu sehen von den Vorsätzen, die die Leverkusener gefasst hatten: „Wir wollen den Start vergolden“, hatte Sportdirektor Simon Rolfes vor der Partie erklärt, zum ersten Mal seit 16 Jahren hatten sie ja die ersten drei Ligaspiele einer Saison gewonnen. Damals spielten noch Klublegenden wie Jens Nowotny, Bernd Schneider oder der brasilianische Verteidiger Lucio für die Werkself.

          An diese Zeiten wollen sie gerne anknüpfen bei Bayer, aber an diesem Tag hakte und holperte es weiter, und kurz nach der Pause hatten sie Glück, dass Belfodil nach einer schnellen Balleroberung aus recht spitzem Winkel zu unpräzise abschloss (47.). Nach knapp einer Stunde wurde die Werkself dann doch etwas zielstrebiger. Leon Bailey (57.), Kevin Volland (59.) und der eingewechselte Nadiem Amiri hatten nacheinander ordentliche Chancen, doch keiner der drei traf das Tor.

          Die Hoffenheimer wehrten sich mit einigen Kontern, zu einer wirklich klaren Chance kamen sie aber nicht, während Bayer Leverkusen nun endlich mit aller Macht auf das Siegtor drängte. Doch ein Volleyschuss von Charles Arangiuz flog knapp am Winkel vorbei (86.) und der an diesem Tag weniger auffällige Kai Havertz scheiterte mit einem guten Schuss aus spitzem Winkel an Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann. Auch die 19:0 Ecken, die am Ende in der Statistik standen, hatten nicht geholfen.

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