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Sky-Experte Hamann : Scharfer Konter der Bayern nach Lewandowski-Kritik

  • Aktualisiert am

Gegen Schalke war Bayern-Torjäger Robert Lewandowski erfolgreich. Bild: EPA

Einst spielte Dietmar Hamann für die Münchner. Nun ist er Experte beim TV-Sender Sky – und kritisierte Bayern-Torjäger Lewandowski mit harten Worten. Nun kommt die Antwort seines früheren Vereins.

          Hasan Salihamidzic, Sportdirektor von Fußball-Rekordmeister Bayern München, hat auf die Kritik von Dietmar Hamann an Stürmer Robert Lewandowski reagiert und seinerseits den früheren deutschen Nationalspieler scharf attackiert. „Das, was er macht, ist eine Kampagne gegen ihn, weil er die Spiele nicht richtig schauen kann“, sagte Salihamidzic nach dem Spiel gegen Schalke 04 (3:1) bei Sky über den Experten des TV-Senders. „Wenn ein Experte in so einer Saison so etwas erzählt, die Meinung kann keiner da draußen akzeptieren. Lothar Matthäus ist auch ein Experte bei Sky, der hat sich distanziert. Man muss schon sehen, wer ein guter Experte ist. Lothar Matthäus hat Ahnung von Fußball, Didi Hamann macht Kampagnen.“ Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge sagte gegenüber Sport 1 nur, als er auf Hamann angesprochen wurde: „Der ist mir keinen Satz wert.“

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          Der ehemalige Bayern-Profi Hamann hatte Lewandowski nach der Niederlage des Meisters bei Bayer Leverkusen (1:3) kritisiert. „Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern München wird“, sagte der 45-Jährige damals: „Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist.“ Und er legte noch nach: „Als Stürmer bei Bayern München musst du auch einen Wert für die Mannschaft haben, wenn du keine Tore erzielst. Das ist für mich im Moment nicht gegeben. Ich glaube, dass er auch in der Mannschaft nicht allzu viele Freunde hat oder zum Teil umstritten ist.“

          Salihamidzic hat dafür überhaupt kein Verständnis. „Ich glaube nicht, dass Robert Lewandowski ein Problem für Bayern München ist, Didi Hamann ist ein Problem für Sky. Deswegen muss man bei Sky über ihn mal nachdenken. Wichtig ist, dass die Zuschauer sehen, wie Robert Lewandowski spielt“, sagte der Sportdirektor. Lewandowski spiele „wie ein Leader, spielt seine kompletteste Saison bei uns, haut sich für Mannschaft rein, er ist unser Topscorer. Daher kann ich nicht verstehen, dass Didi Hamann ihn so kritisiert.“ Gegen Schalke erzielte Lewandowski ein Tor selbst und war an den anderen beiden maßgeblich beteiligt.

          Der frühere Fußball-Nationalspieler Hamann beharrte vor der Partie gegen Schalke auf seiner Kritik an Lewandowski. „Also ich bleibe da bei meinem Standpunkt, dass er nicht derselbe Spieler war in den letzten zwölf, achtzehn Monaten wie vorher“, sagte der frühere Bayern-Profi und Sky-Experte der Deutschen Presse-Agentur. Zwar habe er selbst über Lewandowski immer gesagt: „Für mich ist er die beste Neun der Welt“. Seit geraumer Zeit sehe er das – trotz Torerfolgen – aber nicht mehr so wie früher.

          Hamann empfiehlt seinem früheren Verein, angesichts „einiger Baustellen“ auch jene im Sturm nicht zu unterschätzen: „Lewandowski ist jetzt 30. Wie lange er seine Tore noch macht, weiß ich nicht.“ Es könne ein Problem für die Bayern sein, überhaupt einen Top-Stürmer zu finden. „Es gibt im Moment einen eklatanten Mangel an Topstürmern in Europa oder auf der Welt“, sagte der 45-Jährige. Mit Blick auf das kommende Champions League-Achtelfinale gegen den FC Liverpool mit Hinspiel am 19. Februar rechnet Hamann, der in seiner Karriere für beide Vereine gespielt hat, den Bayern gute Chancen aus: „Ich glaube, dass die Bayern da ganz gute Möglichkeiten haben, in Liverpool zu bestehen.“ An der Offensive der Engländer übte der 45-Jährige Kritik: „Die stottert ein bisschen im Moment.“

          Lewandowski hatte schon nach dem 3:2 im DFB-Pokal bei Hertha BSC auf Hamanns Kritik reagiert. Angesprochen auf die harte Kritik von Hamann konterte Lewandowski bei ESPN unter der Woche: „Es interessiert mich nicht, was jemand über mich sagt. Ganz besonders nicht, wenn das nur total dämlich ist. Ich denke nicht, dass er viel von Taktik versteht.“ Gegen die Hamann-Kritik hatte sich zuvor auch schon Lewandowskis Berater Maik Barthel zur Wehr gesetzt. „Dass er die Ursache hauptsächlich bei Robert sieht, spricht für mich für sein taktisches Verständnis“, sagte Barthel der „Bild“-Zeitung.

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