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Mit Rekord von Lewandowski : FC Bayern zittert sich an die Tabellenspitze

  • -Aktualisiert am

Zehnter Treffer: Robert Lewandowski (links) stellt in Paderborn einen Rekord auf. Bild: Reuters

Weil Leipzig patzt, sind die Münchener am sechsten Spieltag endlich da, wo sie auch am Ende der Saison stehen wollen: in der Bundesliga ganz oben. Doch beim Spiel in Paderborn läuft längst nicht alles rund.

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          Klitzeklein gegen Riesengroß: So mutete dieses Bundesliga-Duell zwischen dem Aufsteiger und sieglosen Tabellenletzten SC Paderborn und dem Rekordmeister und nun auch Tabellenersten FC Bayern München. Einen Trost für die Ostwestfalen hielt am Samstag auch die Statistik aus den vier bisherigen Pflichtspielen zwischen dem SCP und dem FCB nicht parat: Sie wurden mit der allergrößten Selbstverständlichkeit vom deutschen Fußballkrösus bei einer Gesamttordifferenz von 21:1 gewonnen.

          Bundesliga

          Und trotzdem hatte der furchtlose Trainer Steffen Baumgart vor seinem hundertsten Spiel auf der Paderborner Bank tapfer gesagt: „Am Ende geht es darum, dass wir Punkte holen. Um 15.30 Uhr ist Anpfiff, und es steht 0:0.“ Wie in allen Bundesligastadien um diese Zeit. Wie das Ergebnis um 17.23 Uhr lauten würde, war die aus der Sicht des Sportclubs bange Frage. Es fiel nach zwei 0:6-Klatschen, einer 0:4- und einer 1:5-Pleite erstmals knapp zugunsten des hohen Favoriten aus.

          Den Bayern, am Dienstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League sowie bei DAZN und in der Sky-Konferenz) in der Champions League bei Tottenham Hotspur gefordert, gelang nicht mehr als ein mausgrauer 3:2-Erfolg nach den Treffern von Gnabry (15. Minute), Coutinho (55.) und dem zehnten Saisontor von Lewandowski (79.), nach sechs Spielen Ligarekord, bei Gegentoren durch Pröger (68.) und Collins (84.). „Das wurde auch mal Zeit“, meinte Nationalspieler Gnabry nach dem wackligen Sieg, der die Münchener an die Ligaspitze katapultierte, weil Leipzig zeitgleich gegen Schalke verlor. „Jetzt fahren wir zufrieden nach Hause.“

          Die Bayern waren jedoch während der ersten Hälfte in einer Mischung aus Überheblichkeit und Unkonzentriertheit in Geberlaune. Sie nutzten eine Reihe großer Gelegenheiten nicht. Voran Lewandowski, der frei vor Torhüter Huth den Ball am Tor vorbeischob (7.). Auch Coutinhos Lattenstreichler (9.), Comans Volleyschuss (13.) oder Gnabrys zu hoch angesetzter Versuch (43.) verfehlten ihr Ziel. So blieb es bei dem einen Treffer durch Gnabry, als Kilian den Brasilianer Coutinho vor dessen feinfühliger Vorlage auf Gnabry nicht störte und Torhüter Huth dem Schützen nicht entgegenkam.

          Auf der anderen Seite bescherten die Bayern den Paderbornern ihre einzig große Chance, als Thiago aus dreißig Metern einen No-Look-Pass zurück zu Torhüter Neuer versuchte, der aber nicht da stand, wo ihn der leichtfertige Spanier vermutet hatte. Thiagos vollkommen verunglückter Rückpass verfing sich schließlich im Außennetz des Münchner Tors. Ansonsten waren die Ostwestfalen stets bemüht, eine Lücke im bayerischen Abwehrverbund zu finden. Sie wurden aber bis zur Pause nicht fündig. So stand es nach 45 Minuten 0:1, obwohl die Bayern an einem besseren Tag auch schon 4:0 hätten führen können. Karl-Heinz Rummenigge, der Münchner Vorstandsvorsitzende, der die Gegend als gebürtiger Lippstädter kennt, sagte, was jeder im Stadion dachte: „Der Bayer ist manchmal großzügig.“

          Nächster Sieg: Die Bayern-Profis klatschen in Paderborn ab.

          Trainer Niko Kovac, der zuvor „absolute Seriosität“ gefordert hatte, reagierte auf die Schludrigkeiten seiner Spieler und ließ zur Pause den am Samstag leicht verwirrten Thiago sowie Hernandez in der Kabine. Für den Spanier und den Franzosen kamen Martinez und der Kanadier Davies. Immerhin bequemte sich der neue Tabellenführer nun dazu, seine Überlegenheit nicht nur folgenlos anzudeuten. Nach dem bis dahin besten Angriff über Kimmich und Gnabry vollendete der spielfreudige Coutinho zum 2:0.

          Ein Intermezzo, denn danach drehte Paderborn mit der Einwechslung von Pröger für Zolinski (62.). Der geradlinige Angreifer verkürzte mit einem Flachschuss auf 1:2 - und danach drehte der SCP derart auf, dass die großen und diesmal gefährlich großzügigen Bayern am Ende heilfroh waren, nach Lewandowskis Tor zum 3:1 und dem Gewaltschuss von Collins zum 2:3 knapp gewonnen zu haben. „Wir haben den Sack nicht zugemacht“, ärgerte sich dann auch Gnabry, „wir hatten so viele Tormöglichkeiten, um das Spiel zu entscheiden. Es fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss.“

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