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Bayern-Besieger verliert : Kieler Pokalhelden hart gelandet

  • Aktualisiert am

Der Gegner jubelt: Holstein Kiel muss drei Gegentore hinnehmen. Bild: dpa

Nach dem furiosen Pokaltriumph über Bayern München patzt Holstein Kiel im Aufstiegsrennen der zweiten Liga. Auch der 1. FC Heidenheim rückt näher. In Aue gibt es Ärger wegen Schneeschippern.

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          Die Pokalhelden von Holstein Kiel sind mit einer herben Enttäuschung in den Zweitliga-Alltag zurückgekehrt. Vier Tage nach dem Sensationssieg im Holstein-Stadion gegen Champions-League-Gewinner und Cupverteidiger Bayern München unterlagen die Norddeutschen gegen den Karlsruher SC an gleicher Stelle mit 2:3 (0:2) und rutschten auf den vierten Tabellenplatz ab.

          2. Bundesliga

          Die Gäste gingen schon nach sechs Minuten durch einen Distanzschuss von Philip Heise in Führung. Sekunden vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Lasse Koslowski war Marco Thiede mit einem sehenswerten Schuss in den rechten Torwinkel für den KSC erfolgreich. Nach dem Seitenwechsel wuchs der Druck auf das Tor der Badener, doch die Hintermannschaft von KSC-Trainer Christian Eichner stand lange stabil. Im Schlussspurt glich dann aber Janni-Luca Serra mit zwei Treffern (60., 78.) aus. KSC-Torhüter Marius Gersbeck verhinderte mit mehreren Paraden weitere Gegentreffer, ehe Robin Bormuth (85.) zum Sieg der Gäste traf.

          Dank seiner beeindruckenden Heimstärke ist der 1. FC Heidenheim dagegen wieder in der Spur. Eine Woche nach dem 0:4-Debakel beim SV Sandhausen bezwang das Team von Trainer Frank Schmidt Darmstadt 98 mit 3:0 (0:0). Durch die Tore von Christian Kühlwetter (49.), Patrick Mainka (59.) und Denis Thomalla (84.) ist Heidenheim nun seit 22 Heimspielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage des FCH im eigenen Stadion datiert vom 6. Oktober 2019 (2:3 gegen den VfL Bochum). Mit 25 Punkten liegen die Heidenheimer fünf Zähler hinter Relegationsplatz drei, Darmstadt (18) muss sich nach der dritten Niederlage in Seriehingegen nach unten orientieren.

          Der SSV Jahn Regensburg hat mit dem befreienden ersten Sieg des Jahres gegen den SV Sandhausen verhindert, in die Abstiegszone zu rutschen. Die Oberpfälzer bejubelten am Sonntag im eigenen Stadion ein 3:1 (0:1) und erhöhten ihren Vorsprung auf den Tabellen-15. Sandhausen auf sechs Punkte. Innerhalb von nur zehn Minuten wendete der Jahn nach der Pause mit den ersten zwei Saisontoren von Jann George (58./68. Minute) sowie dem Treffer von Stürmer Sebastian Stolze (63.) eine Partie, die in der ersten Hälfte von den Gästen diktiert worden war.

          Ärger in Aue

          Erzgebirge Aue droht derweil wegen des Fehlverhaltens einiger Fans Ärger und womöglich eine Geldstrafe. Beim Heimspiel der Sachsen am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (0:3) standen 40 bis 50 Anhänger auf der Tribüne eng beisammen, trugen zum Teil keine Masken und feuerten ihr Team lautstark an. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kündigte am Sonntag eine Untersuchung der Geschehnisse durch den Kontrollausschuss an. Es bestehe der Verdacht, dass gegen das Hygienekonzept des Profifußballs verstoßen worden sei, sagte Anton Nachreiner, Vorsitzender des Kontrollausschusses.

          Wie der Verein mitteilte, handelte es sich bei der Personengruppe um Helfer, die das Spielfeld vom Schnee befreiten. „Es war Neuschnee angekündigt, und das kann im Erzgebirge schnell sehr viel sein“, sagte Aues Geschäftsführer Michael Voigt. „Deshalb haben wir dem DFB mitgeteilt, dass sich 50 Personen bereithalten.“ Allerdings war nicht angekündigt, dass die Helfer auf der Tribüne so eng beisammen stehen werden, keine Masken oder den Mund-Nasen-Schutz falsch tragen würden. Die lauten Anfeuerungsrufe waren bei der TV-Übertragung von Sky gut zu hören, viele Zuschauer wunderten sich über die Fan-Party, zumal der Inzidenzwert in Sachsen extrem hoch ist und auch am Samstag bei 240 lag.

          Fortunas Trainer Uwe Rösler lobte im Anschluss an die Partie die Beschaffenheit des Rasens. „Der Platz war sehr gut geräumt“, sagt der Gäste-Coach. Aue kam mit den Verhältnissen nicht gut klar, obwohl die Mannschaft von Dirk Schuster im Gegensatz zur Fortuna seit einer Woche auf Schnee trainierte. Am Ende zeigten die Gastgeber ihre schlechteste Saisonleistung und verloren auch in der Höhe verdient.

          2. Bundesliga

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