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Fußball in Corona-Krise : Leverkusen will Fans beim DFB-Pokalfinale

  • Aktualisiert am

Rudi Völler und Bayern Leverkusen treffen im DFB-Pokalfinale auf den FC Bayern. Bild: dpa

Normalerweise ist das DFB-Pokalfinale mit 74.000 Fans ein Fest des deutschen Fußballs. In der Corona-Krise aber ist das Duell zwischen FC Bayern und Leverkusen ein Geisterspiel. Oder doch nicht?

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          Bayer Leverkusen fordert vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Erarbeitung eines Hygienekonzepts, um Fans beim Pokalfinale zuzulassen. „Ich würde mir wünschen, dass 5000 Zuschauer pro Klub erlaubt würden. Wir erwarten vom DFB, dass er ein Konzept für das Pokalfinale erarbeitet, sodass am Ende wenigstens ein Teil unserer Fans dabei sein kann“, sagte Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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          Für den 55-Jährigen wäre das DFB-Pokalfinale in dieser Hinsicht „ein guter Test für nächste Saison.“ Absegnen müsste das Konzept am Ende „dann die Politik. Dieser Entscheidung würden wir uns selbstredend beugen. Aber die Politik kann nur entscheiden, wenn ein gutes Konzept vorgelegt wird.“ Der Verein wäre laut Carro dazu bereit, „den DFB bei dieser herausfordernden Aufgabe zu unterstützen.“ Leverkusen hatte sich vergangenen Woche im Halbfinale beim Regionalligaverein 1. FC Saarbrücken mit 3:0 durchgesetzt. In der zweiten Begegnung der Vorschlussrunde schlug der FC Bayern die Eintracht aus Frankfurt mit 2:1.

          Auch der frühere Bundesliga-Manager Reiner Calmund würde sich über Zuschauer beim Pokalfinale freuen. „Das Pokalfinale wäre ein guter Wendepunkt, weil man dabei keine großen Risiken eingehen muss. Ein Pokalfinale zwischen Bayern und Leverkusen mit Zuschauern auf den Rängen wäre ein gutes Signal“, sagte der 71-Jährige im Interview des Nachrichtenportals „t-online.de“. „Natürlich nur unter Berücksichtigung aller Bedingungen, die jetzt auch von Seiten der Politik bei den Lockerungen beachtet wurden“, meinte das einstige Manager-Schwergewicht.

          Auch Bayer-Sportdirektor Rudi Völler hatte eine entsprechende Hoffnung geäußert. In dem „riesigen Stadion“ könne man „ein kleines Zeichen“ setzen, sagte Völler: „Ich bin da ein bisschen Optimist und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir vielleicht ein paar Zuschauer dabei haben werden. Aber das entscheidet die Politik.“ Bayern-Trainer Hansi Flick äußerte sich skeptisch: „Ich weiß nicht, ob das jetzt schon soweit sein kann, dass in Berlin eventuell Zuschauer sind. Ich kann es mir fast nicht vorstellen“, sagte der 55-Jährige.

          Nach derzeitiger Rechtslage könnten nur wenige Hundert Zuschauer im Berliner Olympiastadion sein – und das auch nur unter sehr strengen, für ein Fußballspiel logistisch schwer zu erfüllenden Auflagen. „Es gilt nach wie vor die Eindämmungsmaßnahmenverordnung: § 4 Veranstaltungen, Versammlungen, Zusammenkünfte und Ansammlungen; im Zusammenhang mit § 1 der Verordnung über das Verbot von Großveranstaltungen. Darüber können wir uns als Sportverwaltung nicht hinwegsetzen“, teilte ein Sprecher der Berliner Innenverwaltung auf Anfrage mit.

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          Laut Corona-Verordnung dürfen trotz Verbots für öffentliche Veranstaltungen ab dem 30. Juni 2020 „sonstige Veranstaltungen und Zusammenkünfte“ unter freiem Himmel mit bis zu 1000 Personen in der Hauptstadt stattfinden. Abzüglich der Kader und Delegationen der Finalisten sowie Medienvertretern blieben somit nur einig Hundert Plätze in der Arena, die normalerweise mehr als 74.000 Besuchern Platz bietet. Über die Besucher müsste unter anderem eine Anwesenheitsdokumentation mit Informationen zur Kontaktnachverfolgung geführt werden, die bei einer Einlasskontrolle unter den gängigen Abstandsregeln zu erfolgen hätte. Laut Berliner Senat ist für einen Vorstoß für Fans im Stadion der Deutsche Fußball-Bund als Veranstalter am Zug. Beantragt habe der Verband bisher „ein Spiel ohne Zuschauer“, hieß es von der Behörde.

          Im Pokalfinale gegen Bayern München könnte das auch vom Gegner umworbene Top-Talent Kai Havertz für die Leverkusener eine wichtige Rolle spielen. Wo der Nationalspieler in der neuen Saison seine Fußballschuhe schnürt, lässt Carro offen: „Ich sehe, dass viele Vereine Interesse an ihm haben. Kai ist seit zehn Jahren bei uns. Ich sehe den Wunsch des Spielers, irgendwann in naher Zukunft einen nächsten Schritt zu machen. Den muss man respektieren, genauso wie man die Tatsache respektieren muss, dass er einen Vertrag bis 2022 bei uns hat. Man muss versuchen, eine Lösung zu finden, bei der das Ziel des Spielers mit unserem in Einklang gebracht werden kann.“

          Sportchef Rudi Völler hatte zuvor erklärt, der Verein befinde sich im Transfergerangel um den 21 Jahre alten Havertz „in einer guten Position. Wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass er bei uns bleibt.“ Zuletzt war über Interesse des spanischen Rekordmeisters Real Madrid und des FC Chelsea berichtet worden. Beide Klubs sollen rund 80 Millionen Euro geboten haben. Laut Medienberichten soll Bayer aber nicht bereit sein, den Jung-Nationalspieler unter 100 Millionen Euro abzugeben. Auch der FC Bayern gilt als Interessent.

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