https://www.faz.net/-gtm-a0a8r

Zwei Wünsche von Rudi Völler : Nie mehr „Vizekusen“?

  • Aktualisiert am

Im Finale sogar vor Zuschauern? Leverkusens Sportchef Rudi Völler hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Bild: dpa

Nach dem Halbfinalsieg gegen Saarbrücken steht Bayer Leverkusen im Finale des DFB-Pokals und will dort den ersten Titel seit 1993 gewinnen. Doch Sportchef Rudi Völler hat noch eine weitere Hoffnung.

          2 Min.

          Nach dem Final-Einzug von Bayer Leverkusen im DFB-Pokal waren die Corona-Empfehlungen kurzzeitig vergessen. Bei der Kabinen-Feier nach dem 3:0 (2:0) beim Viertligaklub 1. FC Saarbrücken lagen sich Spieler hüpfend in den Armen. Und Sportchef Rudi Völler hofft auf zumindest ein paar Zuschauer im Finale.

          DFB-Pokal

          In dem „riesigen Stadion“ in Berlin könne man „ein kleines Zeichen“ setzen, sagte Völler mit Blick auf das Endspiel am 4. Juli. In der Bundesliga zählt der Einlass von Zuschauern wohl nicht zu den möglichen Lockerungen, die derzeit diskutiert werden. Doch das Pokal-Endspiel findet eine Woche nach Liga-Ende statt. „Ich bin da ein bisschen Optimist und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir vielleicht ein paar Zuschauer dabei haben werden“, sagte Völler: „Aber das entscheidet die Politik.“

          Für Bayer wäre ein Geister-Finale auch deshalb bitter, weil ein Pokal-Endspiel alles andere als alltäglich für die Leverkusener ist. Zum erst vierten Mal und zum ersten Mal seit elf Jahren steht die Werkself wieder im Endspiel. Und ist optimistisch, endlich die 27 Jahre dauernde Titel-Durststrecke zu beenden. Völler, der kurioserweise 1994 und damit ein Jahr nach dem letzten Triumph im Pokal zu Bayer kam und dem diese Trophäe auch in seiner beachtlichen Sammlung als Spieler fehlt, umdribbelt das Wort „Titel“ beharrlich.

          Andere sind da umso forscher. „Man spielt Endspiele, um sie zu gewinnen“, sagte Trainer Peter Bosz. „Das ist eine große Chance auf einen Titel“, sagte Geschäftsführer Fernando Carro. Und auch der überragende Kerem Demirbay, der die drei Tore durch Moussa Diaby (11.), Lucas Alario (19.) und Karim Bellarabi (58.) alle vorbereitete oder einleitete, redete Klartext. In einem Spiel gehe es immer nur um „Kill“ sagte der zweimalige Nationalspieler: „Da geht es um alles. Das ist Krieg – nicht falsch verstehen – da gibt es nur Vollgas. Ich habe richtig Bock darauf. Und die Mannschaft auch.“

          Am 4. Juli soll das Thema „Vizekusen“ dann nach acht zweiten Plätzen seit 1993 endlich zu den Akten gelegt werden. Sie haben durchaus ein ambivalentes Verhältnis dazu in Leverkusen. Zuerst ärgerten sie sich über den Spott. Dann ließ der Verein es als Markenzeichen eintragen. Weil ein zweiter Platz besser ist als nichts und wohl auch, um den Spöttern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Spätestens seit Carros Amtsantritt vor zwei Jahren steht das Wort wieder komplett auf dem Index. Das Motto lautet: Es sollen endlich Titel her.

          Nun ist eine große Chance da. Und dass Bayer das Finale erreichte, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen das Losglück, das in den letzten Jahren oft fehlte. Zum anderen die Seriosität, mit der die auch mal an Lotte oder Heidenheim gescheiterte Werkself die Aufgaben als durchweg klarer Favorit anging.

          Zudem hat das Team zumindest einzelne Pokal-Experte in seinen Reihen. Zum einen Sven Bender, der das Endspiel mit Dortmund fünfmal erreichte und sich nun „riesig auf das erste mit Leverkusen freut“. Zum anderen Torhüter Lukas Hradecky, der schon mit Eintracht Frankfurt zwei Mal in Berlin war und nun zum dritten Mal in fünf Jahren dabei ist. Auch Mitchell Weiser, Aleksandar Dragovic, Daley Sinkgraven, Exeuqiel Palacios, Charles Aranguiz und Lucas Alario haben in verschiedenen Ländern schon Pokalsiege errungen.

          Weitere Themen

          Die gefährliche Lage beim FC Bayern

          Neuer und Flick mahnen : Die gefährliche Lage beim FC Bayern

          Vor den entscheidenden Spielen in der Champions League herrscht beim FC Bayern große Zuversicht. Doch es gibt auch kritische Töne. Torhüter Manuel Neuer äußert sich derweil zu seinem umstrittenen Urlaubsvideo.

          Topmeldungen

          Zur Verteidigung gegen China bereit: Taiwans Präsidentin  Tsai Ing-wen bei einer Militärübung.

          Chinas Konflikt mit Amerika : Nach Hongkong jetzt Taiwan?

          Auch die militärischen Spannungen zwischen China und Amerika nehmen gefährlich zu. Ein gewaltsamer Konflikt der beiden Supermächte im südchinesischen Meer scheint nicht mehr ausgeschlossen.

          Neuer und Flick mahnen : Die gefährliche Lage beim FC Bayern

          Vor den entscheidenden Spielen in der Champions League herrscht beim FC Bayern große Zuversicht. Doch es gibt auch kritische Töne. Torhüter Manuel Neuer äußert sich derweil zu seinem umstrittenen Urlaubsvideo.
          Demo am 1. August in Berlin

          „Querdenken 711“ : Und wieder die Politiker!

          Eine Initiative peitscht Bürger in der Corona-Pandemie auf, um sie zu ihren Demos zu locken. Doch angebliche Belege sind gefälscht, Fotos aus dem Zusammenhang gerissen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.