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Bayer Leverkusen : Skibbe muss gehen

  • Aktualisiert am

Michael Skibbe muss seinen Bayer-Trainingsanzug auziehen Bild: ddp

Trennung nach einer Saison der verpassten Chancen: Bayer Leverkusen hat seinen Trainer Michael Skibbe nach fast drei Jahren Zusammenarbeit entlassen. Damit trennen sich die Wege des ehemaligen Bundestrainerduos.

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          Der katastrophale Leistungseinbruch von Bayer Leverkusen im Saisonendspurt und das Verpassen des internationalen Geschäfts haben Trainer Michael Skibbe den Job gekostet. Der 42 Jahre alte Fußballlehrer wurde nach einer Krisensitzung der sportlichen Leitung des Fußball-Bundesligisten um Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, Sportchef Rudi Völler und Manager Michael Reschke am Mittwoch überraschend entlassen.

          „Wir haben lange in zahlreichen Gesprächen mit uns gerungen, weil Michael Skibbe in seiner Amtszeit insgesamt eine sehr gute Arbeit geleistet hat. Aber unter dem Strich sprach vieles für einen unbelasteten Neuanfang mit einem neuen Trainer in der nächsten Saison“, erklärte Bayer-Boss Holzhäuser nach der Trennung von Skibbe, der seit dem 9. Oktober 2005 als Chefcoach unter dem Bayer-Kreuz gearbeitet hatte und noch einen Vertrag bis 30. Juni 2009 besaß.

          Klopp und Slomka Kandidaten?

          Über einen Nachfolger wurde zunächst nichts bekannt. Möglicherweise wird sich der UEFA-Cup-Sieger von 1988 nun um „TV-Bundestrainer“ Jürgen Klopp (zuletzt FSV Mainz 05) bemühen, der allerdings auch als Favorit auf den Trainerposten bei Borussia Dortmund gehandelt wird. Beim BVB war erst am Montag Cheftrainer Thomas Doll zurückgetreten. Als weiterer Kandidat könnte der ehemalige Schalker Coach Mirko Slomka in Frage kommen.

          In den letzten zehn Bundesliga-Saisonspielen hatte der Werksklub unter Skibbe nur sieben von 30 möglichen Punkte geholt. Durch das 0:1 gegen Werder Bremen hatte Bayer am 34. und letzten Spieltag am vergangenen Samstag einen UEFA-Cup- und sogar UI-Cup-Platz verspielt. Die Anhänger der Rheinländer hatten daraufhin lautstark „Skibbe raus“ skandiert. In der Rückrunde holten die Leverkusener nur noch 21 Punkte, erreichten allerdings unter Skibbe erneut das Viertelfinale im UEFA-Cup (Aus gegen den späteren Sieger Zenit St. Petersburg) - in der Bundesliga am Ende jedoch nur Platz sieben.

          Leverkusener Nationalspieler bedauern Abschied

          „Wie sich jeder vorstellen kann, war das für uns alle eine sehr schwierige Entscheidung. Durch mein langjähriges persönliches Verhältnis zu Michael Skibbe für mich selbstverständlich ganz besonders“, kommentierte Bayer-Sportchef Rudi Völler, der als DFB-Teamchef mit Skibbe schon beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zusammengearbeitet hatte. Skibbe selbst hob seine Nachwuchsschulung in den letzten zweieinhalb Jahren in Leverkusen hervor. „Ich bedauere, dass wir in den letzten Wochen die sportlichen Erwartungen nicht erfüllen konnten. Ich freue mich aber trotzdem über die Entwicklung der Mannschaft, speziell einzelner Spieler wie Rene Adler, Gonzalo Castro, Simon Rolfes oder Tranquillo Barnetta“, wurde der entlassene Coach in einer Pressemitteilung von Bayer zitiert.

          Bedauern löste der Rauswurf von Skibbe bei den Bayer-Nationalspielern aus. „Ich finde es sehr schade, weil ich der festen Überzeugung bin, dass Michael Skibbe als Trainer bei Bayer Leverkusen einen guten Job gemacht hat und für die weitere Entwicklung unseres Kaders wichtig gewesen wäre. Wir als Mannschaft sind dafür verantwortlich, dass der Verein das Saisonziel in der Bundesliga verfehlt hat“, sagte Torwart Adler. Mittelfeldspieler Rolfes ergänzte im Trainingslager der Nationalmannschaft auf Mallorca: „Unser Saisonziel war es, uns mit Bayer Leverkusen für einen internationalen Wettbewerb zu quailifizieren. Das haben wir nicht geschafft und dann setzen gleich die Mechaniken des Metiers ein. Wir haben die Entscheidung der Vereinsführung zu akzeptieren. Gleichzeitig bedauern wir die Trennung von Michael Skibbe, dem gerade viele junge Spieler in ihrer positiven Entwicklung viel zu verdanken haben.“

          Der scheidende Bayer-Routinier Sergej Barbarez hatte kein Verständnis für die Reaktion der Zuschauer gegenüber Skibbe. „Was die Fans mit dem Trainer gemacht haben, ist schon sehr ungerecht“, sagte der Bosnier der Bild-Zeitung. Die Entlassung von Skibbe ist die insgesamt 311. seit der Bundesliga-Gründung 1963 und die insgesamt sechste der Saison 2007/08. Zuvor hatten bereits Petrik Sander (Energie Cottbus), Ernst Middendorp (Arminia Bielefeld), Hans Meyer (1. FC Nürnberg), Mirko Slomka (Schalke 04) und Doll vorzeitig gehen müssen.

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