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Bayer Leverkusen : Millionenklage nach Insolvenz

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So einfach war es nicht: Bayer-Sportdirektor Völler auf der inzwischen berühmt-berüchtigten Teldafax-Reklame Bild: dapd

Wusste Bayer Leverkusen von der Finanznot seines früheren Sponsors Teldafax und kassierte weiter Millionen? Der Insolvenzverwalter des Stromanbieters sagt: ja - und fordert vom Bundesliga-Dritten 16 Millionen Euro zurück.

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          Während die Mannschaft von Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga um einen Platz in der Champions League kämpft, müssen die Manager des Werksklubs auf ganz anderem Gebiet schwitzen: Der Verein muss sich mit einer Millionenklage befassen. Dabei geht es um die Pleite des ehemaligen Trikotsponsors Teldafax aus Troisdorf, der bis 2011 auf der Brust der Spieler zu sehen war.

          Wie die F.A.Z. erfuhr, soll der Insolvenzverwalter des früheren Stromanbieters vom Verein 16 Millionen Euro zurückfordern. Dafür ist Klage beim zuständigen Landgericht Köln eingereicht worden. Ein Sprecher dort wollte dies am Donnerstag noch nicht bestätigen, seine Formulierung deutet darauf hin, dass vor einem öffentlichen Kommentar die Klageschrift erst Bayer Leverkusen zugestellt werden soll: „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nichts dazu sagen.“

          Der Fall könnte sich für den Fußballklub zu einem bösen Flop mit ungeahnten finanziellen Konsequenzen entwickeln. Teldafax war zwischen 2007 und 2011 Sponsor von Bayer Leverkusen, der Vertrag war zwei Jahre vor dem Ende (2013) „in partnerschaftlichem Einvernehmen“ aufgelöst worden.

          Der Insolvenzverwalter, Biner Bähr aus Düsseldorf, will offenbar über die Klage die Millionen zurückfordern. Berechtigte Ansprüche bestünden per Gesetz dann, wenn Teldafax durch Zahlungen an die Fußballtochter des Bayer-Konzerns wissentlich andere Gläubiger benachteiligt und die Bayer-Manager davon gewusst hätten. Bähr geht davon aus, dass das lange Zeit überschuldete Unternehmen die Insolvenz damals verschleppt hat.

          Die Insolvenz des Stromanbieters gilt mit rund 750000 Gläubigern als eine der größten Pleiten der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Dabei muss es schon im Jahr 2009 aus Sicht von Bayer Leverkusen Hinweise darauf gegeben haben, in welchen Schwierigkeiten der Werbepartner steckte. Damals schon bot Teldafax Bayer Leverkusen eine Stundung der Sponsorenbeiträge an. Der Verein hat das nie geleugnet.

          Werbefigur Völler

          Statt sich aber vom klammen Partner zu trennen, verlängerten die Werksfußballer die Laufzeit des Vertrags bis 2013. Im Oktober 2010 brachte ein umfangreicher Beitrag im „Handelsblatt“ Licht in die dubiosen Strukturen der Firma in Troisdorf. Es stellte sich heraus, dass die bestimmende Energiesparte des Unternehmens hohe Verluste schrieb, Wirtschaftsprüfer schon im Jahr 2008 ein Testat für die Bilanz verweigerten und der ehemalige Vorstand Michael Josten wegen Kapitalbetrugs im Jahr 2007 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war. In der Loge des Vereins wurde Josten bei den Bundesligaspielen dennoch gern gesehen.

          Die Staatsanwaltschaft Bonn hat gerade wieder Anklage gegen Josten und zwei weitere ehemalige Vorstände von Teldafax erhoben. Die Vorwürfe: Insolvenzverschleppung, Bankrotthandlungen, gewerbsmäßiger Betrug in 241 Fällen.

          Kein gutes Bild gaben die Bayer-Verantwortlichen ab. Sportdirektor Rudi Völler lockte als Werbefigur in einem Fernseh-Spot weitere Kunden an: „Wechseln is‘n Klax - mit Teldafax“, erklärte das Idol. Verbraucherschützer warfen Bayer damals Verantwortungslosigkeit vor. Nun kann es im Nachhinein noch richtig teuer werden.

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