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Bayer Leverkusen : Bruno Labbadia wird Skibbe-Nachfolger

  • -Aktualisiert am

Bruno Labbadia bei seiner Vorstellung als neuer Trainer von bayer Leverkusen Bild: AP

Bruno Labbadia ist neuer Trainer des Bundesligaklubs Bayer Leverkusen. Der bisherige Coach des Zweitligaklubs Greuther Fürth tritt laut verschiedenen Medienberichten die Nachfolge von Michael Skibbe an.

          Als Wolfgang Holzhäuser am Sonntag die Fahrt nach Fürth antrat, hatte er „ein mulmiges Gefühl“. Doch die Reise hat sich gelohnt. Tags darauf konnte der Geschäftsführer von Bayer Leverkusen Bruno Labbadia als neuen Cheftrainer des Fußball-Bundesligaklubs vorstellen. Labbadia tritt die Nachfolge von Michael Skibbe an, der am vergangenen Mittwoch entlassen worden war; der 42 Jahre alte Fußball-Lehrer erhält einen Vertrag bis Juni 2010.

          Das mulmige Gefühl Holzhäusers bezog sich nicht etwa auf die Frage, ob Labbadia die richtige Wahl sei oder ob der Trainer das Angebot annehmen würde. Er sei der Wunschkandidat des Klubs gewesen und nicht Mirko Slomka, der auch im Gespräch war. Schwierig sei es allerdings gewesen, Labbadias bisherigen Arbeitgeber in Person des Vereinspräsidenten Helmut Hack die Freigabe abzuringen. Der Umworbene stand beim Zweitligaklub Spielvereinigung Greuther Fürth noch bis Juni 2009 unter Vertrag und war dort hochgeschätzt. Leverkusen ist seine erste Arbeitsstelle als Trainer in der Bundesliga.

          Holzhäuser: „Es waren keine einfachen Gespräche“

          Hack sträubte sich zunächst dagegen, Labbadia abzugeben und gab offenbar erst nach zähen Verhandlungen nach. „Es waren keine einfachen Gespräche“, sagte Holzhäuser. Bei den Verhandlungen in Fürth sahen sich die Bayer-Verantwortlichen in ihrem Begehren noch bestärkt. „Die Gründe, warum er Bruno nicht hergeben wollte, sind genau die Gründe, warum wir ihn haben wollten“, sagte Holzhäuser. Hacks Laudatio muss den Leverkusener Geschäftsführer mächtig beeindruckt haben. Um die wichtigsten „Schlagworte“ jederzeit parat zu haben, fertigte er sogar einen Vermerk an. „Ich habe drei Begriffe in meinem Notizbuch vermerkt, die Labbadias Berufsauffassung besonders kennzeichneten“, sagte Holzhäuser. „Totales Engagement, Akribie und: dass er Fußball lebt.“

          Gemach, gemach: Bruno Labbadia soll Bayer Leverkusen wieder nach vorne bringen

          Am Ende konnte Bayer dem Zweitligaklub die Freigabe offenbar aufgrund eines Kooperationsangebotes schmackhaft machen. Der Bundesligasiebte hat den Fürthern angeboten, gelegentlich Spieler auszuleihen, die sich in Leverkusen (noch) nicht durchsetzen können. Ob auch Geld nach Franken überwiesen wird, wie in einem Teil der Medien vermutet, ließ Holzhäuser offen.

          Labbadia: „Ich wollte den nächsten Schritt machen“

          Während Hack sich als harter Verhandlungspartner zeigte, hatte Labbadia sich wesentlich schneller überzeugen lassen; er beteuerte aber, die Trennung sei ihm nicht ganz leicht gefallen. Zwar hatte Labbadia nur ein Jahr lang bei Greuther Fürth gearbeitet, aber die Zeit sei ihm vorgekommen „wie zehn Jahre, so intensiv war das“. Zuvor hatte der frühere Bundesligaprofi, der mit Bayern und Kaiserslautern deutscher Meister wurde, nur den Amateurklub Darmstadt 98 trainiert. Der Wechsel nach Leverkusen bedeutet für ihn eine Chance, die schneller kam als erwartet. Diese Gelegenheit habe er sich nicht entgehen lassen können. „Ich wollte den nächsten Schritt machen und bei einem topgeführten Klub mit einer starken Mannschaft anfangen.“

          Von einem Neuanfang sprach auch Rudi Völler. Dafür sei Labbadia „ganz klar der Kandidat Nummer eins gewesen, wir sind froh, dass wir ihn haben. Mit dem Feuer, das er hat, ist er die richtige Wahl“. Allerdings sieht der neue Trainer sich mit hohen Erwartungen konfrontiert. Der siebte Platz in der vergangenen Saison war für Bayer eine Enttäuschung. Im nächsten Jahr wolle der Klub zurück ins internationale Geschäft, sagte Völler. Mittel- und langfristige sei die Teilnahme an der Champions League angestrebt.

          Das will sich Bayer offenbar einiges kosten lassen. Inzwischen gebe es „nicht mehr nur fünf oder sechs Mannschaften, die um die internationalen Plätze kämpfen, sondern zehn“. Das mache größere Investitionen erforderlich als zuletzt. Schon länger steht fest, das der Kölner Nationalspieler Patrick Helmes zum 1. Juli nach Leverkusen wechselt. Dabei wird es nicht bleiben. „Es werden noch einige Sahnestückchen dazukommen“, sagte Völler. Also gehen Bruno und Bayer mit dem Motto „Aber bitte mit Sahne“ in den Sommer.

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