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0:2 gegen Leverkusen : Und schon ist Wolfsburg in der Krise

  • -Aktualisiert am

Wolfsburg und Josuha Guilavogui kassieren die nächste Niederlage. Bild: dpa

Wochenlang ungeschlagen und das in drei Wettbewerben: Was eben noch ein ganz besonderes Gütesiegel für Wolfsburg war, hat sich innerhalb weniger Tage komplett gewandelt. Der VfL unterliegt auch Leverkusen.

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          Das Solo des Tages war streng genommen eine Frechheit. Karim Bellarabi hatte auf dem Weg zu seinem Treffer gleich vier Gegenspieler umkurvt und zu Statisten degradiert. Das 0:1 des schnellen Angreifers von Bayer Leverkusen leitete in der Partie beim VfL Wolfsburg einen verdienten Auswärtssieg ein. Dass der Gast vor 24.100 Zuschauern am Ende jubeln durfte, änderte nichts am Niveau der Partie.

          Bundesliga

          Beide Teams gehören angesichts ihrer finanziellen Möglichkeiten und ihrem eigenen Anspruch zum oberen Drittel der Fußball-Bundesliga. Aber der 2:0-Sieg für Leverkusen konnte nicht übertünchen, dass hier zwei Teams ihre hohen Erwartungen hinterherrennen. Die wirre Begegnung bleibt als Festival an Fehlern in Erinnerung. Der Sieger wurde dafür belohnt, dass seine Offensive mehr Vielfalt zu bieten hatte – und in der Nachspielzeit den zweiten Treffer des eingewechselten Paulinho erzielte.

          Wochenlang ungeschlagen und das in drei Wettbewerben: Was eben noch ein ganz besonderes Gütesiegel für den VfL Wolfsburg war, hat sich innerhalb weniger Tage komplett gewandelt. Ausgeschieden aus dem DFB-Pokal, verloren in der Europa League und in der Bundesliga seit vier Spieltagen ohne Sieg: Das ist der aktuelle Sachstand bei einem Verein, zu dessen Lasten plötzlich negative Statistiken statt Lobeshymnen bemüht werden. Die Wolfsburger haben sich seit dem Amtsantritt ihres neuen Cheftrainers Oliver Glasner nicht nur ersten Rückschlägen, sondern einer kleinen Krise angenähert.

          Ob seine Mannschaft damit gut umgehen kann, blieb im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen unklar. Die Partie war keineswegs einseitig, sondern blieb durch beherzte Aktionen auf beiden Seiten bestimmt. Der eine Unterschied blieb, dass die Leverkusener mit mehr Zug zum Tor des Gegners und spielerischer Vielfalt agierten. Wie man sich einen entscheidenden Vorteil verschafft, hatte Bellarabi vor seinem Tor in der 25. Minute frech vorgemacht. Dank eines leichten Schubsers gegen den Wolfsburger Marcel Tisserand war er in der Anbahnung des 0:1 an den Ball gekommen. Schiedsrichter Manuel Gräfe aus Berlin sah darin kein Foulspiel und hatte zum Leidwesen der Wolfsburger weiterspielen lassen.

          Eine der bisherigen Stärken des VfL Wolfsburg ist auch mit einer großen Tücke verbunden. Mit Wout Weghorst steht ein ebenso treffsicherer wie vorbildlich auftretender Stürmer zur Verfügung. Der Niederländer hat in der aktuellen Bundesligasaison bereits fünf Tore erzielt. Seine hohe Einsatzbereitschaft und Effektivität wird mit einer Stammplatzgarantie belohnt. Doch mit ihm als Gallionsfigur im Angriff bleibt die Offensive des VfL Wolfsburg auch sehr berechenbar und einseitig.

          Die souveräne Leverkusener Innenverteidigung mit Jonathan Tah und Sven Bender hatte wechselseitig wenig Mühe, Weghorst den Spaß an seinem Arbeitstag zu verderben. Und der Rest der Wolfsburger Bemühungen um Torgefahr verfehlte wegen eines Mischmaschs aus Fehlpässen und Desorientierung seine Wirkung. Der Sieger überstand auch eine hektische Schlussphase, in der der glücklose Weghorst zu seiner besten Torchance kam, ohne Gegentor.

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