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2:1 im Rhein-Derby : Leverkusens Sprinter überrumpeln den 1. FC Köln

  • Aktualisiert am

Reingekommen, Tor geschossen, Wende eingeleitet: Leverkusens Nadiem Amiri (r.) Bild: dpa

Leverkusen verschafft sich Luft im Kampf gegen den Abstieg. Bayer dreht die Partie beim Nachbarn in Köln und profitiert dabei von einem abgefälschten Freistoß. Der „Effzeh“ hat Pech mit der Latte.

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          Nach dem nächsten Schritt aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga feierten die Fans von Bayer Leverkusen ihre Derbysieger mit lautstarken Gesängen. Die Profis des 1. FC Köln sanken nach dem 1:2 (1:0) im Rheinderby dagegen niedergeschlagen und fassungslos auf den Rasen. Während die Leverkusener ihren katastrophalen Saisonstart nach dem zweiten Sieg innerhalb weniger Tage langsam vergessen machen, ist beim FC der Frust groß.

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          „Das ist schon sehr, sehr ärgerlich“, sagte FC-Torhüter Marvin Schwäbe am Mittwochabend. „Wir haben die erste Halbzeit komplett unter Kontrolle gehabt, die zweite Halbzeit auch über weite Strecken.“ Trotzdem siegten am Ende die Gäste, weil Nadiem Amiri mit einem abgefälschten Freistoß (65. Minute) und Moussa Diaby (71.) das Spiel nach einer zunächst enttäuschenden Leistung drehten. Benno Schmitz' erstes Bundesligator (30.) war am Ende zu wenig für die Kölner. 

          „Die Mannschaftsleistung in der ersten Halbzeit war inakzeptabel. Gott sei Dank haben wir das verbessert in der zweiten Halbzeit“, sagte Bayer-Torhüter Lukas Hradecky. Mittelfeldspieler Robert Andrich meinte: „So einen schönen, dreckigen Derbysieg nehmen wir doch gerne mit.“

          Mit nun 15 Zählern sind die Leverkusener nach 14 Spielen bis auf zwei Zähler an den FC herangerückt und könnten den Erzrivalen am Wochenende erstmals in dieser Saison überholen. Bayer verdiente sich den ersten Auswärtsdreier unter Alonso mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause.

          In der ersten Halbzeit hatte nur der FC den Ton angegeben. Das furiose 5:0 am Wochenende gegen Union Berlin hatte Bayer zunächst weder Sicherheit noch Selbstvertrauen gegeben. Früh ließ sich die Werkself zu sehr in die Defensive drängen und war nach vorne völlig ungefährlich. Wie schon in den ersten beiden Auswärtsspielen unter Trainer Alonso war Bayer auf dem Weg zu einer abermals erschreckend schwachen und harmlosen Vorstellung.

          Anstatt die normalerweise auf Ballbesitz fokussierten Gäste machte der FC das Spiel – und das machte er mit Verve. Mit der typischen Energie, Vehemenz und Laufbereitschaft dominierten die Kölner. Die Führung nach einer halben Stunde war überfällig. Einen toll vorgetragenen Angriff schloss Schmitz mit seinem Volleyknaller in seinem 100. Pflichtspiel für die Kölner ab.

          Kölns Torschütze Schmitz (3.v.l.) erzielte im 100. Bundesligaspiel seinen ersten Treffer, sehenswert.
          Kölns Torschütze Schmitz (3.v.l.) erzielte im 100. Bundesligaspiel seinen ersten Treffer, sehenswert. : Bild: dpa

          Nach dem Wechsel gab Alonso mit einem Dreifachwechsel nach gut einer Stunde den Startschuss zur Aufholjagd. Erst jetzt war Leverkusen im Spiel, machte Druck und agierte offensiv, wie man es kannte. Beim Freistoßtor hatte Bayer noch Glück, weil Amiris Versuch unhaltbar ins Tor abgefälscht wurde. Beim 2:1 zeigte Leverkusen dann seine Offensivklasse: Nach einem Kölner Ballverlust ging es blitzschnell vor das Tor der Gastgeber, Frimpong legte auf Diaby - und der verwandelte aus kurzer Distanz. Die Kölner erholten sich erst spät davon und kamen erst zum Ende des Spiels noch einmal auf.

          „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht, das habe ich meiner Mannschaft auch gesagt. Bis zur 60. Minute hatten wir alles im Griff, der Ausgleich fällt mit dem Freistoß dann unglücklich. Es ist ärgerlich, dass du nach so einem Spiel mit so einer Leistung als Verlierer vom Platz gehst, aber so ist es manchmal. Die Jungs geben alles, sie spielen auch sehr guten Fußball. Darauf lässt sich weiter aufbauen“, resümierte FC-Trainer Baumgart. Alsono hob hervor: „Dieser Sieg ist sehr wichtig für uns. Die erste Hälfte war nicht gut, wir hatten kein Selbstvertrauen im Passspiel, sind unter Druck geraten. Darüber haben wir in der Pause gesprochen, und in der zweiten Halbzeit war unsere Energie dann besser, auch die Spieler von der Bank waren wichtig. Das war ein lehrreiches Spiel für uns, wir müssen jetzt weitermachen.“

          Einen Tag vor der WM-Kader-Nominierung fehlte der gebürtige Kölner Florian Wirtz noch immer im Leverkusener Kader. Das Offensivtalent hatte sich beim 0:1 im zuvor letzten Derby in Köln im März das Kreuzband gerissen. Bei den Kölner war nach vier Pflichtspielen erstmals wieder Kapitän Hector dabei und zeigte eine gute Leistung. 

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