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3:1 in Frankfurt : Augsburg zeigt der Eintracht die Grenzen auf

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Wieder mal eine Hinausstellung für die Eintracht: Gelson Fernandes muss mit Gelb-Rot vom Feld. Bild: dpa

Ende einer Serie: Eintracht Frankfurt verliert erstmals in der Rückrunde. Bei Augsburg ragt beim Debüt des neuen Trainers Martin Schmidt ein zuvor nicht gerade treffsicherer Offensivspieler heraus.

          Martin Schmidt, seit ein paar Tagen der neue Trainer des FC Augsburg, hatte es schon vorher geahnt. „Es wird schwer“, sagte er, „das merke ich, wenn ich meinen Spielern in die Augen sehe. Aber schwer für Frankfurt.“  Der Nachfolger des am Dienstag entlassenen Manuel Baum behielt recht. Der frühere Coach von Mainz 05 und VfL Wolfsburg feierte bei seiner  Premiere in Diensten des Bundesliga-Vierzehnten einen 3:1-Sieg beim favorisierten Tabellenvierten Eintracht Frankfurt durch die Treffer von Marco  Richter (31./45.+4) und Gregoritsch (84.) bei einem Gegentor durch Paciencia (15.).

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          Dadurch schrumpfte der Vorsprung der Hessen im Kampf um einen Champions-League-Platz gegenüber dem Tabellenfünften Borussia Mönchengladbach auf einen Punkt, während Augsburg wertvollen Boden im Kampf gegen den Abstieg  wettmachte.

          Bei seinem Einstand nach Maß erlebte Martin Schmidt ein Deja-vu. "Unglaublich, wie damals, wieder 0:1 hinten, wieder gegen Frankfurt", sagte der neue Trainer des FC Augsburg nach dem 3:1 (2:1)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt bei Sky: "Mir fehlen die Worte." Mit demselben Ergebnis gegen denselben Gegner hatte der Schweizer vor vier Jahren seine Bundesliga-Karriere als Coach des FSV Mainz 05 begonnen. „Auch damals haben wir einen Rückstand gedreht", sagte Schmidt, der für ein Novum sorgte: Zum ersten Mal  gewann in dieser Saison nach einem Trainerwechsel der neue Coach sein erstes Spiel.

          „Wir haben uns mit den drei Punkten heute sehr viel Druck vom nächsten Wochenende genommen“, kommentierte der neue Augsburger Trainer: „Ich habe eine funktionierende Mannschaft übernommen, eine Top-Mannschaft.“ Er lobte indirekt seinen Vorgänger Manuel Baum: „Man kann in einer Woche nicht aus einer faulen Truppe eine Siegermannschaft machen.“

          Schmidt erlebte zu seiner Augsburger Premiere ein pralles Actionprogramm, in dem es von Anfang an hoch und heiß herging. Zur Überraschung der vielen passionierten Eintracht-Fans führten die bayerischen Schwaben zur Pause 2:1 und das nicht unverdient, weil sie ihren Frischevorteil konsequent auszunutzen verstanden. Den Hessen dagegen merkte man trotz vieler verheißungsvoller Szenen das schwere Europa-League-Spiel bei der 2:4-Niederlage in Lissabon gegen  Benfica an, das sie über den Großteil der neunzig Minuten in Unterzahl  bestreiten mussten.

          Hinteregger muss raus

          Dazu war Trainer Adi Hütter am Sonntagabend früh gezwungen, den linken Innenverteidiger Martin Hinteregger wegen einer  Oberschenkelverhärtung gegen den in Lissabon früh vom Platz gestellten Ndicka  auszuwechseln (31.). Eine eindeutige Schwächung der Eintracht-Defensive, weil  der vom FC Augsburg ausgeliehene Österreicher bis dahin ein Rückhalt seines Teams war, was man von Ndicka und seinem französischen Landsmann Touré nicht  sagen konnte.

          Wegbereiter des Augsburger Erfolgs: Marco Richter trifft doppelt in Frankfurt.

          Auch Augsburg musste einen Tausch vornehmen: Torhüter Gregor  Kobel schied nach einem Zusammenprall mit Kostic (25.) eine Viertelstunde später wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung aus und wurde von  Andreas Luthe ersetzt. Gegen Goncalo Paciencias wunderbaren Kopfballtreffer ins Tordreieck, sein fünftes Pflichtspieltor, allesamt per Kopf erzielt, war der Österreicher zuvor machtlos. So wie auf der anderen Seite Kevin Trapp, als Marco Richter, der beste Augsburger Angreifer, zweimal seine Freiräume entschlossen nutzte: beim 1:1 gegen zwei Frankfurter Verteidiger und beim 2:1, als der U21-Nationalspieler Touré versetzte und mit einem Diagonalschuss traf. Es waren die beiden ersten Saisontore Richters. Dazwischen bemühte der  unsichere Schiedsrichter Dankert einmal den Videobeweis, als Khedira der Ball, ohne dass er etwas dafür konnte, an die Hand sprang: kein Elfmeter (25.).

          Die Frankfurter machten sich das Leben gleich nach der Pause noch  schwerer. Der nach einem Tritt gegen Gregoritsch schon verwarnte Kapitän  Fernandes (41.) beging sein nächstes derberes Foul an Schmid (47.) und musste  gehen. Die Gelb-Rote Karte bescherte seiner Mannschaft wie vor drei Tagen in  Lissabon eine Unterzahlsituation. Sie zu kompensieren, war unmöglich, vor  allem, als Gregoritsch auf den Endstand von 3:1 erhöht hatte.

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