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Zweite Bundesliga : Verliert der HSV schon wieder die Nerven?

  • -Aktualisiert am

Moritz Heyer und dem HSV reicht nicht einmal ein 3:0-Vorsprung zum Sieg. Bild: dpa

Seit dem Abstieg 2018 versucht sich der HSV an der Rückkehr in die Bundesliga. Zweimal brach man ein und wurde Vierter. Das soll diesmal verhindert werden. Doch Partien wie in Hannover nähren Zweifel.

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          Daniel Thioune hat schon oft die richtigen Worte dafür gefunden, was beim Hamburger SV so geschieht. Das gelang dem Trainer nach dem 3:3 seines HSV bei Hannover 96 am Ostersonntag wieder: „Im Fußball darf man mit vielen Dingen rechnen. Bei uns noch mal mit besonderen Dingen.“ Stabil im Aufstiegsrennen, klarer, entschlossener als in den Vorjahren: Das hatte der HSV nach den Siegen in Bochum und über Heidenheim vor der Länderspielpause gern gehört. Tatsächlich waren die sechs Punkte gegen Spitzenteams der zweiten Bundesliga Cleverness und Zähigkeit zu verdanken.

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          Doch gerade die Entschlossenheit fehlte, als der HSV eine 3:0-Führung in Hannover verspielte. „Wir hätten 4:0, 5:0 führen müssen“, klagte später Aaron Hunt, dem zum zweiten Mal in seiner Karriere drei Tore in einem Spiel gelungen waren. Nachdem Bobby Wood gute Möglichkeiten beim Stand von 3:0 ungenutzt gelassen hatte, holte Hannover auf und sicherte sich einen Punkt in diesem packenden Nord-Derby. Der HSV fühlte sich an das 2:3 in Heidenheim und das 3:3 in Aue erinnert.

          Dort hatten die Hamburger 2:0 und 3:1 vorne gelegen, den Vorsprung aber nicht über die Zeit gebracht. Dass Thiounes Mannschaft nach dem Ausgleich der Hannoveraner in der 84. Minute noch einmal aufwachte und durch den eingewechselten David Kinsombi kurz vor Schluss beinahe das vierte Tor erzielt hätte, half über die Enttäuschung des Ostersonntags nicht hinweg. „Wir hätten das souveräner zu Ende spielen müssen“, klagte Hunt, „stattdessen haben wir die Bälle zu leicht verloren.“

          HSV derzeit auf Platz zwei

          Hunt wirkte wieder einmal besonders zerknirscht. Seit dem Abstieg 2018 versucht sich der 34 Jahre alte Mittelfeldspieler erfolglos an der Mission Aufstieg. Zweimal brach der HSV im Saisonfinale ein und wurde Vierter. Das soll diesmal verhindert werden. Punktgleich mit Fürth stehen die Hamburger auf Platz zwei. Das Restprogramm wirkt machbar.

          Doch Partien wie in Hannover nähren Zweifel, ob der HSV diesmal die Nerven bewahrt – und ob er wirklich mit allem, was zur Verfügung steht, gegen Widerstände angeht. Thioune hat Hunt wieder eine wichtige Rolle gegeben. Dabei war der Routinier vom 14. bis zum 20. Spieltag nur Einwechselspieler. Meist begann der jüngere Jeremy Dudziak auf seiner Position. Dudziak verletzte sich. Hunt rutschte wieder in die Startelf, blieb nur im Derby beim FC St. Pauli draußen. Nun ist der Kader komplett. Hunt steht trotzdem in der Startelf.

          Thioune hat schon die ganze Saison über betont, wie wichtig ihm ein Spieler mit Hunts Qualitäten sei. Und doch hat er die Mannschaft behutsam umgebaut und den Routinier oft auf die Bank gesetzt. Dazu gehörte auch, Tim Leibold statt Hunt zum Kapitän zu machen. Diese Verantwortung schien Hunt nie recht zu behagen. Nun, im Saisonfinale, setzt Thioune wieder auf Hunts Ballsicherheit. Seine Qualitäten beim Torschuss hat Hunt am Sonntag unter Beweis gestellt. Ganz nebenbei kämpft er um einen neuen Vertrag. Dass er den am liebsten mit dem HSV in der Bundesliga erfüllen würde, versteht sich von selbst.

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