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Freiburg gegen Wolfsburg : Aufregung um Videobeweis in letzter Minute

  • Aktualisiert am

Das späte Tor zählt nicht: Freiburgs Waldschmidt kann es nicht glauben. Bild: dpa

Wolfsburg führt drei Mal, Freiburg gleicht drei Mal aus. Und fast wäre dem Sport-Club noch das 4:3 gelungen. Doch das Tor zählt nach Videobeweis nicht. Die Reaktion von Freiburg-Trainer Streich darauf ist bemerkenswert.

          Der Videobeweis bescherte einem ohnehin intensiven und turbulentem 3:3 (1:1) des VfL Wolfsburg beim SC Freiburg in der Nachspielzeit noch einen zusätzlichen Aufreger. Nach dreimaliger Führung des Europa-League-Aspiranten aus Niedersachsen jubelten die Freiburger über Philipp Lienharts vermeintlichen Siegtreffer. Doch Schiedsrichter Felix Brych erkannte das Kopfballtor nicht an, nachdem er sich die Szene genau angeschaut hatte.

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          „Das Tor muss natürlich absolut zählen“, behauptete Freiburgs Verteidiger Dominique Heintz. Der Wolfsburger Torhüter Koen Casteels monierte hingegen, Heintz habe ihn am Arm gezogen, Schiedsrichter Brych begründete seine Entscheidung im TV-Sender Sky mit einer Abseitsstellung. Freiburgs Trainer Christian Streich fühlte sich am Samstag jedoch nicht um den ersten Sieg in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga betrogen. „Es ist extrem schwierig für die Schiedsrichter“, sagte der SC-Coach und sprach von einer „Balance“, weil Wolfsburg womöglich noch einen weiteren Elfmeter hätte zugesprochen bekommen können.

          Vielmehr betonte der 53-Jährige ebenso wie sein Trainer-Kollege Bruno Labbadia die Attraktivität dieses Fußball-Nachmittags vor 23.600 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion. „Man muss sagen, dass es Werbung für den Fußball war. Das ist der Grund, warum ich Fußball so liebe, wenn man solche Spiele abliefert“, meinte Labbadia, der am Freitag seinen 53. Geburtstag gefeiert hatte. Ihm fiel es jedoch schwer, ein Fazit zu ziehen: „Es fühlt sich heute echt komisch an. Wir sitzen heute mit einem weinenden Auge in der Kabine.“

          Abwehrspieler Jerome Roussillon (11. Minute), Stürmer Wout Weghorst (63./Foulelfmeter) und Offensivakteur Renato Steffen (74.) trafen zwar für die spielerisch überlegenen Wolfsburger. Dennoch verspielten die Gäste den Sieg und verpassten den erhofften Erfolg als Reaktion auf das Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale. Dank ihrer Moral kamen die Breisgauer zurück und glichen durch Winter-Zugang Vincenzo Grifo (37.), Torjäger Nils Petersen (70.) und Joker Luca Waldschmidt (88.) jeweils aus. „Das sind zwei Punkte zu wenig für uns“, bilanzierte Wolfsburgs Casteels. Die in der Hinrunde überzeugenden Niedersachsen bleiben nach der Winterpause bei einem Bundesliga-Sieg.

          Was war los? Wolfsburg-Torwart Casteels (links) und Schiedsrichter Brych im Gespräch

          Dabei hatte der Volkswagen-Club einen optimalen Start erwischt. Nach einer Hereingabe von Josip Brekalo in den Strafraum schob Roussillon ins linke untere Eck, Freiburgs wiedergenesener Kapitän Mike Frantz ging den Linksverteidiger dabei nicht entscheidend an. Beide Mannschaften präsentierten sich einsatz- und lauffreudig und attackierten früh. Freiburg kam aber nur selten zu gefährlichen Chancen. Doch dann luchste Florian Niederlechner VfL-Verteidiger John Anthony Brooks den Ball ab. Grifo, der im Winter von Hoffenheim ausgeliehen worden war, vollstreckte zu seinem ersten Tor nach der Rückkehr ins Breisgau.

          In der aufregenden zweiten Halbzeit verursachte SC-Defensivspieler Robin Koch einen Strafstoß an Weghorst - der Angreifer verwandelte selbst. Nach einer Ecke von Grifo ließ Freiburgs Bundesliga-Rekordtorschütze Petersen die Gastgeber jubeln. Doch Weghorst leitete per Hacke sehenswert den dritten Gäste-Treffer von Steffen ein. Der eingewechselte Waldschmidt rettete den Badenern das Remis, als er den Ball aus der Drehung ins Tor drosch. „Es ist enttäuschend“, fasste Wolfsburgs Weghorst zusammen.

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