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Aufregung in Hamburg : Putsch-Versuch beim HSV gescheitert

  • -Aktualisiert am

HSV-Vorstand Heribert Bruchhagen bei einer Pressekonferenz. Bild: dpa

Ein Mitglied des Aufsichtsrats plante einen Umsturz beim Hamburger SV. Vorstandschef Bruchhagen und Sportchef Todt hätten dabei ausgetauscht werden sollen. Deren angedachte Nachfolger wollen von alledem nichts gewusst haben.

          Die Nachfolger standen schon fest – Bernhard Peters und Frank Wettstein. Und hätten sie nicht gewollt, war die „große Lösung“ mit Felix Magath als Alleinherrscher über Sport und Finanzen geplant. Am Donnerstagabend kam heraus, dass ein Mitglied des Aufsichtsrates den Umsturz beim Hamburger SV plante: Felix Goedhart aus dem Kontrollgremium der HSV Fußball AG hat in den vergangenen Tagen in mindestens zwei E-Mails an seine fünf Kollegen versucht, Stimmung gegen Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt zu machen. Das berichteten Hamburger Medien am Freitag übereinstimmend.

          Goedharts Ziel: die HSV-Führung auszutauschen. Eine Mehrheit für seine Pläne fand der 53 Jahre alte Wirtschaftsmanager nicht. Auch waren weder Peters und Wettstein noch Magath eingeweiht. Wettstein, der zweite Vorsitzende, arbeitet als Finanzvorstand beim HSV. Peters verantwortet als „Direktor Sport“ die Nachwuchsarbeit. Die peinliche Affäre trifft den Aufsichtsrat in einem Macht-Vakuum, denn die Amtszeit des aktuellen Gremiums läuft aus. Die Hauptversammlung der AG soll bei ihrem Treffen am Dienstag das neue Kontrollgremium bestimmen. Eigentlich sollte auch Goedhart dazugehören – das scheint jetzt ausgeschlossen.

          Dissonanzen und undichte Stellen gehören beim HSV schon zur schlechten Tradition der Aufsichtsräte. Zuletzt war es ruhiger geworden. Auch deswegen reagierte der Räte-Chef Andreas Peters in einer Erklärung empört: „Ich bin sehr enttäuscht, dass vor dem Bundesligaspiel gegen Hannover klubschädigende Unruhe geschürt wird.“ Ausdrücklich nichts mit dem Putsch-Versuch zu tun haben will Klaus-Michael Kühne. Das sagte der HSV-Financier dem „Abendblatt.“ Allerdings regte sich er sich in der „Morgenpost“ darüber auf, dass im Winter keine neuen Spieler geholt worden seien. Ihn habe niemand um Geld gebeten, sagte Kühne. Klubchef Bruchhagen hatte zuletzt wiederholt gesagt, der HSV müsse mit eigenem Geld klarkommen.

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