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0:1 gegen Hertha : Auf das rheinische folgt das heimische Debakel für Bayer 04

  • Aktualisiert am

Sieg bei Bayer: Hertha verschilmmert den Leverkusener Advent Bild: EPA

Der Klinsmann-Effekt? Auch in Leverkusen sichert sich Hertha drei Punkte. Bayer 04 verschlimmert die Adventskrise. Pfiffe gegen Havertz sorgen für Ärger.

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          Jürgen Klinsmann darf nach einem Überraschungssieg gegen seinen alten Kumpel Rudi Völler auf ein sorgenfreies Weihnachtsfest mit Hertha BSC hoffen. Im vierten Spiel unter dem früheren Bundestrainer gewannen die Berliner mit 1:0 (0:0) bei Bayer Leverkusen. Nach sieben Punkten aus den vergangenen drei Partien ist das Tabellen-Mittelfeld für Klinsmann, der mit Leverkusens Sportchef Völler beim WM-Triumph 1990 das Sturmduo der Nationalmannschaft gebildet hatte, in greifbare Nähe gerückt.  „Wir sind enorm glücklich über diese drei Punkte, die sich die Mannschaft mit viel Leidenschaft und Energie erarbeitet hat. Wir wussten, dass es bei einer Champions-League-Mannschaft sehr schwer wird, deshalb haben wir so defensiv agiert. Das war ein ganz großer Dreier für uns", sagte Klinsmann. Abwehrchef Karim Rekik (64.) erzielte vor 24.472 Zuschauern in einem insgesamt schwachen Spiel den Siegtreffer für diszipliniert auftretende Berliner, die zum Hinrunden-Abschluss am Samstag Borussia Mönchengladbach empfangen.

          Bundesliga

          Leverkusen kassierte dagegen den nächsten Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. "“ch bin vom Ergebnis und von unserer Leistung sehr enttäuscht. Am Anfang haben wir das gegen eine tief stehende Mannschaft noch ganz gut gemacht. Wir haben eine sehr schlechte Woche hinter uns. Gut ist, dass diese Woche vorbei ist.“

          Die Gastgeber waren schon mit der Hypothek der Niederlage beim 1. FC Köln in die Partie gegangen. „Willenlose Derby-Versager“, stand auf einem Banner im Stadion. Gegen die abstiegsbedrohten Berliner sah Trainer Peter Bosz die Chance zur Wiedergutmachung und schickte sein Team in einem sehr offensiven 4-3-3-System aus Feld. Der starke Moussa Diaby prüfte Hertha-Torwart Rune Jarstein in der neunten Minute erstmals mit einem Distanzschuss. Klinsmann, der die erste Halbzeit auf der Berliner Bank sitzend verfolgte, hielt mit einer kompakten Defensive dagegen. Davie Selke lauerte als einzige Spitze gegen die zunächst aber sehr ballsicher auftretende Werkself auf Fehler und Konter. Wenn die Berliner die seltene Chance dazu bekamen, wurde es gefährlich: Javairo Dilrosun verpasste die Führung nur um Zentimeter (21.), anschließend parierte Hertha-Torwart Lukas Hradecky glänzend gegen Selke (23.).

          „Die Realität“ sei der Abstiegskampf, hatte Klinsmann vor Spielbeginn beim TV-Sender Sky betont, nachdem er zuletzt in einem Videochat mit Fans das Ziel ausgegeben hatte, „in drei bis fünf Jahren“ um Titel mitspielen zu wollen. Am Mittwochabend begnügten sich die Gäste mit der Rolle des Außenseiters, der das Spiel nicht gestalten musste. Leverkusen, das kurzfristig auf die erkrankten Julian Baumgartlinger und Karim Bellarabi verzichten musste, war über weite Strecken überlegen. Die Werkself machte aber lange zu wenig aus ihren Möglichkeiten.

          Der ins Team gerückte Lucas Alario scheiterte von links aus abseitsverdächtiger Position an Jarstein (18.), Sekunden später bekam Kai Havertz den Ball im Strafraum nicht entscheidend unter Kontrolle. Wenn ein Bayer-Profi in Abschlussposition kam, schmissen sich gleich mehrere Berliner dazwischen - oder Jarstein war zu Stelle wie gegen Diaby (37.). Alario näherte sich zu Beginn der zweiten Hälfte, in die beide Mannschaften mit gleicher Taktik gingen, dem Leverkusener Tor an (48.). Die Gäste beschränkten sich zwar weiterhin auf die Risikominimierung, waren aber gefährlicher. Dilrosun (57.) verpasste die Führung, Rekik machte es besser. Leverkusen drängte im Anschluss nicht energisch genug auf den Ausgleich, die Berliner lauerten auf weitere gefährliche Konter.

          Leverkusens Abwehrspieler Jonathan Tah äußerte sich nach dem Abpfiff zu Fan-Pfiffen gegen den in der Formkrise befindlichen Jungstar Kai Havertz. „Ich find's scheiße“, sagte Tah, nachdem sein Vereins- und Nationalmannschaftskollege Havertz bei der Auswechslung mit einem Pfeifkonzert verabschiedet wurde. „Das bringt nichts. Und es wird auch nicht dazu führen, dass er motivierter ist“, sagte Tah am Mittwochabend: „Der Junge ist 20 Jahre alt. Das ist nicht schön für ihn. Aber wir müssen es in der Kabine schaffen, ihn aufzubauen.“

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