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Ausverkauf in der Bundesliga? : Völler fürchtet die englische Übermacht

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Banger Blick nach England: Rudi Völler warnt vor der Macht der Premier League Bild: dpa

Durch den neuen TV-Vertrag können sich die Vereine in der Premier League fast alles leisten. Nun warnt auch Bayer-04-Sportdirektor Rudi Völler vor den Folgen für die Bundesliga.

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          Die Bundesliga wird die wachsende englische Fußball-Finanzmacht nach Ansicht von Rudi Völler immer stärker zu spüren bekommen. „Der Markt wird schwieriger, man muss noch pfiffiger und schneller sein“, sagte der Sportchef von Bayer Leverkusen in der „Bild am Sonntag“ zu Spielerwechseln wie Bastian Schweinsteiger zu Manchester United oder Roberto Firmino, für den der FC Liverpool an 1899 Hoffenheim 41 Millionen Euro zahlte.

          „Grundsätzlich werden wir in Zukunft noch den einen oder anderen Spieler verlieren“, sagte Völler. „Es ist einfach mehr Geld im Umlauf, da wird es Abgänge geben, die wehtun.“ Bis auf Bayern München könne es in der Bundesliga jeden treffen.

          Wie lange kann man standhalten?

          Die Frage sei immer, wie lange könne man dem Werben um einen Spieler standhalten? „Kann sein, dass du viel Geld für einen Spieler kriegst, aber keinen passenden Ersatz findest und dann plötzlich noch mehr Geld in die Hand nehmen musst“, erklärte der frühere Nationalstürmer.

          Nur wenige Tage zuvor hatte auch Bayern-Klubchef Karl-Heinz Rummenigge vor der drohenden finanziellen Übermacht aus der Premier League gewarnt: „Wer den Transfermarkt verfolgt, sieht, mit welchen Aktivitäten da in England im Augenblick gearbeitet wird. Die Bundesliga muss aufpassen, dass sie nicht leergekauft wird von England.“

          Die Premier League erlöst mittlerweile deutlich mehr Geld als alle anderen Top-Ligen in Europa. Der neue Fernsehvertrag für die Spielzeiten von 2016 bis 2019 wird den 20 Vereinen insgesamt 6,9 Milliarden Euro einbringen. Zum Vergleich: Die Bundesliga erlöst mit ihrem laufenden Vierjahresvertrag insgesamt 2,5 Milliarden. Auch bei den Einkünften aus den Auslandsrechten ist England führend. „Die Engländer überholen uns gerade links und rechts im TV-Geld, im Marketing, in Aktivitäten am Transfermarkt, überall“, hatte Rummenigge erklärt. Deshalb sei es notwendig, dass Vereine wie der FC Bayern oder auch Borussia Dortmund auf Asien-Tour gehen, um neue Märkte zu erschließen.

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