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Fußball-Bundesliga : Armin Veh vor der Rückkehr zur Eintracht

Bald wieder ein gewohntes Bild: Armin Veh als Eintracht-Trainer Bild: Picture-Alliance

Der Vorgänger von Thomas Schaaf wird zugleich dessen Nachfolger als Trainer von Eintracht Frankfurt: Armin Veh kehrt nach Informationen von FAZ.NET zur neuen Bundesliga-Saison an den Main zurück.

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          Die Trainersuche bei der Frankfurter Eintracht ist beendet. Nach Informationen von FAZ.NET wird Armin Veh die Nachfolge des zurückgetretenen Thomas Schaaf antreten. Zwar sagte Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen am Freitag, „es ist noch keine Entscheidung gefallen“. Damit aber sei am Sonntagabend zu rechnen. Aus den von Sportdirektor Bruno Hübner geführten Gesprächen ist zu hören, dass bei dem 54 Jahre alte Fußballlehrer Veh „das Trainerfeuer“ noch brenne.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          In den vergangenen Tagen haben die Eintracht-Verantwortlichen Bruchhagen, und Hübner mit „fünf oder sechs Trainern gesprochen“, wie Bruchhagen vor dem Abflug nach Portugal sagte. Der 66 Jahre alte Vorstandschef ist Mitglied der Delegation des Deutschen Fußball-Bundes, die am Freitag nach Faro geflogen ist, wo an diesem Samstag das Europameisterschafts-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Gibraltar stattfindet.

          „Weil ich nicht mehr so oft verlieren möchte“

          Der in Augsburg lebende Veh hat sich nach den Gesprächen mit den Eintracht-Verantwortlichen augenscheinlich als erste Wahl empfohlen, wie zunächst am Freitag Vormittag „Bild.de“ meldete. Anders als die anderen Mitbewerber um Tayfun Korkut, Sascha Lewandowski und André Breitenreiter hat Veh das, was sich die Eintracht wünscht: Stallgeruch.

          2011, als der Klub in die zweite Liga abgestiegen war, konnte Hübner Veh für den Trainerposten in Frankfurt gewinnen. Der Schwabe schaffte sofort den Wiederaufstieg in die Bundesliga, und in der darauffolgenden Saison glückte sogar der Einzug in die Europa League. Dort bewegte die Eintracht die Massen, als beispielsweise 12.000 Fans die Auswärtsreise nach Bordeaux mitmachten. Nach zwei furiosen K.o.-Spielen gegen den FC Porto schied die Eintracht zwar ungeschlagen aus, weckte aber zugleich Begehrlichkeiten, dass Ausflüge in den Europapokal auch zukünftig wünschenswert seien.

          In seinem dritten Jahr bei der Eintracht landete Veh mit seiner Mannschaft im Bundesliga-Klassement auf Platz 13. Wegen fehlender Perspektiven und „weil ich nicht mehr so oft verlieren möchte“ zog Veh im Frühjahr 2014 einen Schlussstrich unter die Akte Eintracht. „Die Verantwortlichen hier versuchen alles, um die Eintracht zu etablieren“, sagte er zur Begründung für seinen Abschied. „Der Trainer, der jetzt kommt, kann sich glücklich schätzen. Aber es sind auch Grenzen da, und das sind nicht unbedingt meine Ziele. Es wird in der nächsten Zeit nicht einfacher werden, wenn ein Verein wie Mainz 05 mehr Geld zur Verfügung hat als die kleine Eintracht.“

          „Bordeaux und Porto, das war schon toll“

          Vehs anschließende Rückkehr nach Stuttgart zum VfB, mit dem er 2007 deutscher Meister wurde, endete in einem Fiasko. Trotz eines Zweijahresvertrags trat der Trainer am zwölften Spieltag zurück. Erst am letzten Spieltag, unter der Leitung des alten Fahrensmannes Huub Stevens, glückte der Klassenverbleib.

          Dass sich bei der Eintracht am vergangenen Montag ein neuer Aufsichtsrat konstituiert hat, dürfte Veh in die Karten gespielt haben. Der neue oberste Kontrolleur, der 65 Jahre alte, wirtschaftlich unabhängige Wertpapierhändler Wolfgang Steubing, fühlt sich dem neuen, alten Trainer freundschaftlich verbunden. Steubing sagte nach seiner einstimmigen Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden: „Bordeaux und Porto, das war schon toll. Europa League, davon träume ich, das möchte ich noch einmal erleben.“ Eine Phantasie, die Veh fortan mit beflügeln soll.

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