https://www.faz.net/-gtm-9kl05

Fußball-Rekordmeister : Robben wird zum großen Pechvogel der Bayern

  • Aktualisiert am

Arjen Robben muss nach einer neuerlichen Verletzung abermals pausieren. Bild: Picture-Alliance

Gerade hatte der Niederländer wieder mit dem Training begonnen in seiner letzten Saison in München. Arjen Robbens Ziel war das Rückspiel gegen Liverpool. Nun aber gibt es den nächsten Rückschlag.

          3 Min.

          Arjen Robben hat sich beim FC Bayern schon wieder verletzt und verpasst das Rückspiel der Fußball-Champions-League gegen den FC Liverpool. Der Niederländer (35) habe sich am Dienstag im Training eine Wadenblessur zugezogen und falle sowohl für das Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) gegen den VfL Wolfsburg als auch vier Tage später in der Königsklasse gegen die Engländer aus. Das teilte Trainer Niko Kovac am Donnerstag in München mit. Eine genauere Prognose der Ausfallzeit gab der Chefcoach nicht bekannt. „Er hat sich vorgestern an der Wade verletzt, er fällt jetzt wieder aus“, sagte Kovac und fügte hinzu: „Liverpool ist ausgeschlossen.“

          Bundesliga

          Bei Flügelspieler Kingsley Coman habe der Coach indes Hoffnung auf eine Genesung für Liverpool. Der Franzose sei in der Reha nach einem Muskelfaserriss „auf dem aufsteigenden Ast“, sagte Kovac. „Wir sind guter Dinge, dass es für Liverpool etwas werden kann“, sagte Kovac, der zudem den französischen Weltmeister Corentin Tolisso nach auskuriertem Kreuzbandriss „Ende dieses Monats“ zurückerwartet.

          Das Bundesliga-Heimspiel gegen Wolfsburg soll dem FC Bayern noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen für die Königsklasse liefern. „Das Spiel soll uns Elan geben für Liverpool, aber es ist wichtig, dass wir den ersten vor dem zweiten Schritt machen“, sagte Kovac. Der Kroate bezeichnete Wolfsburg als „außerordentlich gut“ und lobte die Arbeit von Trainer Bruno Labbadia. „Da ist Gefahr in Verzug“, sagte Kovac auch mit Blick auf die Auswärtsstärke der Wölfe. Die Schwäche des Tabellenführers und Meisterschaftskonkurrenten Borussia Dortmund habe die Münchner indes „beflügelt. Ich sehe das an der Körpersprache. Jetzt geh’s ins Finish, in den letzten drei Monaten können wir alles gewinnen.“

          Kovac setzt derweil nach der Ausmusterung seiner drei Spieler Jérôme Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels aus der Nationalmannschaft auf ein Jetzt-erst-recht beim FC Bayern. „Die Jungs sind nach der kurzen Enttäuschung wieder im Kopf klar, sie wissen was sie machen müssen und werden“, sagte der Trainer. „Ich bin überzeugt, dass sie mit Leistung vorangehen werden.“

          Der Coach forderte seine drei Routiniers auf, trotz der Enttäuschung nach vorne zu blicken. „Die Gegenwart und die Zukunft kann man beeinflussen, und die heißt FC Bayern München“, unterstrich Kovac. „Das sind alles Profis, tolle Charaktere und tolle Spieler, die in ihrer Laufbahn schon allzu oft bewiesen haben: Wenn der Druck und die Erwartungshaltung sehr groß sind, von außen aber auch von einem selbst, dann sind sie zu Höchstleistungen im Stande.“

          In der Meisterschaft gegen Borussia Dortmund und im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Liverpool werden die Weltmeister von 2014 „alles geben, um sich selbst und allen zu beweisen, dass sie die Qualität haben, weiterhin für ihr Land zu spielen“, hoffte Kovac. Ein Comeback im DFB-Team dürfte unter Joachim Löw ausgeschlossen sein. Kovac berichtete darüber hinaus, dass der Bundestrainer ihn am Dienstag Stunden vor dessen Besuch an der Säbener Straße telefonisch informieren wollte, dann aber nicht erreicht habe. Die Vereinsbosse hatte am Mittwoch zuvor irritiert auf Löws Vorgehen reagiert.

          Der FC Bayern bekommt laut einem Bericht des „Manager Magazins“ derweil einen lukrativen neuen Geldgeber. Wie das Blatt unter Berufung auf Aufsichtsrat Edmund Stoiber am Donnerstag schrieb, soll der Münchner Autobauer BMW den Konkurrenten Audi als Partner und Anteilseigner ablösen. „Beide Seiten haben bereits im letzten Jahr eine Absichtserklärung unterschrieben“, sagte der ehemalige bayerische Ministerpräsident, der im Kontrollgremium des deutschen Fußball-Rekordmeisters sitzt, dem Blatt. BMW kommentierte den Bericht nicht.

          Der Vertrag des FC Bayern mit Audi läuft eigentlich noch bis 2025. Spätestens dann, lieber aber deutlich früher, wolle BMW beim Serienmeister einsteigen, hieß es. Der Münchner Konzern wolle auch den Audi-Anteil von 8,33 Prozent an der Fußball-AG des FC Bayern übernehmen. Mit Verweis auf die Vertragspartner nennt das „Manager Magazin“ 800 Millionen Euro, die BMW in den Deal investieren wolle. „Für den FC Bayern hochattraktiv ist, dass dies BMWs einziges Engagement im Fußball bleiben wird“, wurde Stoiber zitiert. Wie weiter berichtet wurde, erhalte der Verein von BMW in etwa das Doppelte von dem, was Audi bisher überwies. Bei den Basketballern des FC Bayern soll BMW bereits zum 1. Juli als Partner einsteigen.

          Oliver Kahn soll unterdessen vom kommenden Jahr an im Vorstand des FC Bayern arbeiten. Das berichtete die Münchener Zeitung „AZ“ unter Berufung auf Informationen aus dem Aufsichtsrat. Beim Klub war am Donnerstagnachmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Seit mehreren Tagen verdichten sich die Anzeichen, dass Kahn Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzender wird. In einer Übergangsphase soll der ehemalige Torwart von Rummenigge eingearbeitet werden.

          Sondierungsgespräche von Kahn mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß sind bereits bestätigt. Kahn selber hatte dem Magazin „Sport Bild“
          gesagt: „So ein Einstieg bedarf einer Übergangsphase. In die Position des Vorstandschefs, die von Karl-Heinz Rummenigge ausgeübt wird, sollte man in einer Zeit, in der sich Vereine immer weiter zu großen mittelständischen Unternehmen verändern, nicht blauäugig einsteigen.“ Er sehe es „als großen Vorteil, dass Karl-Heinz dann noch im Klub ist, um diesen Prozess zu begleiten“. Kahn will sich nicht in die Personalplanungen beim Fußball-Rekordmeister einmischen. „Zum jetzigen Zeitpunkt halte ich das für nicht angebracht“, sagte der ehemalige Bayern-Torwart dem Magazin. Der Verein habe „fähige Leute“ wie Hasan Salihamidzic, „die sich Tag und Nacht Gedanken über die Kaderkonstellation machen“.

          Weitere Themen

          Ein Möbelstück namens Löw

          Pfannenstiels Welt : Ein Möbelstück namens Löw

          Es wird im DFB-Team nun noch einmal einen Hauruckeffekt geben, ein letztes Hurra. Denn die Spieler werden für ihren Trainer durchs Feuer gehen. Alle Spieler – auch Mats Hummels und Thomas Müller.

          „Löws Taktik ist nicht aufgegangen“ Video-Seite öffnen

          Blick zurück mit Zorn : „Löws Taktik ist nicht aufgegangen“

          Gegen den Weltmeister Frankreich spielt Deutschland gut mit. Doch das Eigentor von Hummels führt zum 0:1. Das lag auch an Kimmichs Rolle, sagt Roland Zorn. Nun wird es für die DFB-Elf schon knifflig.

          Das Hirn Italiens bei der EM

          Mittelfeld-Ass Jorginho : Das Hirn Italiens bei der EM

          Jorginho ist der Schlüsselspieler in Italiens Mannschaft ohne Stars. Dabei fällt der Regisseur meistens nicht besonders auf. Es dauert, bis man ihn versteht.

          Topmeldungen

          Kein Präsidententreffen unter Freunden: Joe Biden und Wladimir Putin in der Bibliothek der Villa La Grange in Genf.

          Treffen in Genf : Bidens Angebot an Putin

          Das Gipfeltreffen zwischen dem amerikanischen und dem russischen Präsidenten hat wenige konkrete Ergebnisse gebracht. Aber der Dialog ist vernünftig.
          Ellen Thümler, Verdi-Mitarbeiterin im Fachbereich Handel, und Arne Brix, Gewerkschaftssekretär im Fachbereich Handel zum Start der Tarifrunde im Mai.

          Konflikt im Einzelhandel : Auf die Öffnung folgt der Streik

          Die Innenstädte sind längst nicht wieder so gefüllt, wie vor der Corona-Krise. Im Kampf um höheren Lohn fordert die Gewerkschaft ihre Mitglieder trotzdem dazu auf, die Arbeit nieder zu legen. Warum kommt dieser Schritt ausgerechnet jetzt?

          Hummels Grätsche : Retter der letzten Hoffnung

          Mats Hummels verursacht mit einem Eigentor das 0:1 gegen Frankreich. Doch seine spektakuläre Grätsche gegen Mbappé hält das Selbstbildnis der Nationalelf noch am Leben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.