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Arjen Robben im Gespräch : „Wir dürfen nicht durcheinanderlaufen"

  • Aktualisiert am

„Ich bleibe immer ich selber”: Deswegen ist Arjen Robben so wichtig für den FC Bayern München Bild: REUTERS

Arjen Robben ist nach langer Verletzungspause wieder in Top-Form. Im F.A.Z.-Interview spricht er über sein Zusammenspiel mit Franck Ribéry, seinen Eigensinn und das Champions-League-Spiel der Bayern am Mittwochabend (20.45 Uhr) bei Inter Mailand.

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          Das Duell bei Inter Mailand am Mittwochabend (live im FAZ.NET-Champions-League-Liveticker) ist für Bayern München auch die Gelegenheit Revanche für das verlorene Endspiel im Mai. Damals gehörte auch Robben zu den unglücklichen Verlierern, die auf Revanche aus sind.

          Herr Robben, Sie sprechen hervorragend Deutsch. Mal ein kleiner Vokabeltest: Wissen Sie, was ein Dosenöffner ist?

          Wie bitte: Dosenöffner? Nein.

          Streit mit Müller: „Auch solche Sachen gehören zum Fußball”

          Auf Niederländisch heißt das "blikopener". Der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp, den Sie nächsten Samstag im Topspiel in München treffen, hat gesagt: Robben ist der "Dosenöffner" der Bayern. Wie finden Sie den Begriff?

          Schön. Im Holländischen habe ich das noch nie gehört. Aber ich verstehe, was er meint.

          Er meint wohl: Der Mann, der das Spiel aufmacht, die Abwehr knackt. So wie vor einer Woche beim 4:0-Sieg gegen Hoffenheim. Die Zuschauer schwärmten von Ihren Toren. Ihre Kollegen wie Philipp Lahm oder Thomas Müller sagten dagegen: Wichtig ist, dass Robben und Ribéry auch ihre defensive Arbeit gemacht haben.

          Ja, ich glaube, das ist sehr wichtig. Gerade in den nächsten Spielen gegen Inter Mailand, Dortmund, Schalke. Wir haben eine Mannschaft, die sehr gern angreift, dafür haben wir auch die richtigen Spieler. Aber die Mannschaft, die Formation ist das Wichtigste. Wenn Franck und ich an der Seite spielen, müssen wir auch unsere defensive Aufgabe erledigen, um der Mannschaft zu helfen.

          Ihr früherer Trainer José Mourinho legt seinen Schwerpunkt auf Sicherheit in der Abwehr, Ihr jetziger Trainer, Louis van Gaal, auf Ordnung im Angriff. Bei wem hatten Sie mehr Freiheiten als Spieler?

          Oh, das ist eine gute Frage. Bei jedem Trainer hast du ein bisschen Freiheit. Mourinho hat aber immer mehr über die Defensive gesprochen. Van Gaal redet mehr über Ballbesitz als darüber, was wir tun, wenn der Gegner den Ball hat. Die Freiheit in Ballbesitz haben wir immer. Wir dürfen aber nicht durcheinanderlaufen.

          Sie wechseln aber gern Ihre Positionen und verwirren so die Gegner.

          Es ist kein Problem, wenn ich mal nach links gehe und Franck nach rechts oder Thomas mal nach rechts und ich in die Mitte. Nur müssen wir dann die Rolle des anderen auch defensiv mit übernehmen.

          Das Publikum liebt Ihren Eigensinn. Die Kollegen auch? In Bremen gab es diese kleine Auseinandersetzung mit Müller, die nicht nur mit Worten geführt wurde.

          Das ist erledigt, ich möchte darüber eigentlich nicht mehr reden. Auch solche Sachen gehören zum Fußball. Ich habe meinen eigenen Stil, meine eigenen Qualitäten. Jeder hat das. Das muss man nutzen in einem Team. Und bei diesen Qualitäten gibt es vielleicht auch einige negative Aspekte, die wir aneinander auch akzeptieren müssen. Es ist gut, dass wir auch mal diskutieren in der Mannschaft.

          Früher haben Sie nach harten Attacken von Verteidigern oft jähzornig reagiert, zum Beispiel im November 2009 gegen Schalke. Danach sagten Sie, Sie müssten Ihr Temperament besser kontrollieren. Wie gelingt Ihnen das? Seitdem sind Sie nicht mehr in Gefahr einer Roten Karte gekommen.

          Wir Angreifer müssen uns auf die Schiedsrichter verlassen, dass die alles gut sehen. Es passiert oft, dass Verteidiger vom ersten Duell an Eindruck auf uns machen wollen. Ich habe nie ein Problem damit, solange die Schiedsrichter uns schützen.

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