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Arbeitsprotokoll: Kevin de Bruyne : Bremer Ballbeschleuniger

  • -Aktualisiert am

Er kehrt zu Chelsea zurück und hofft auf eine große internationale Karriere Bild: dpa

Kevin de Bruyne zeigt in Frankfurt eine starke Leistung, dennoch verliert Werder mit 1:4. Der belgische Spielmacher ist flink, ballsicher und gefährlich. Doch im Sommer wird er Bremen wieder verlassen. FAZ.NET hat de Bruyne 90 Minuten lang begleitet.

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          Die Zahlen sprechen für sich und für Kevin de Bruyne: 101 Ballkontakte, drei Torschüsse, vier Torschussvorlagen, 79 Prozent der Pässe zum Mitspieler und eine Laufdistanz von 12,1 Kilometer – diese Bilanz kann sich in der Bundesliga sehen lassen. Weil Fußball aber ein Mannschaftssport ist, schleicht der Bremer nach dem Abendspiel am Samstag dennoch geknickt vom Rasen. Hoch über ihm auf dem Videowürfel leuchten die entscheidenden Zahlen: Frankfurt 4, Bremen 1.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Schon vor der Partie wird de Bruyne mit diesen Ziffern konfrontiert. Werder-Trainer Thomas Schaaf hat seine Mannschaft wieder im 4-1-4-1-System angeordnet, der Belgier übernimmt in der Reihe der Mittelfeldspieler den halblinken Part. Weil Aaron Hunt mit einer Wadenverletzung fehlt, ist es an de Bruyne den Werder-Spielmacher zu geben. Oft schiebt er sich aus der Viererkette nach vorne, um mit der einzigen Sturmspitze Nils Petersen Druck auf die ballführende Frankfurter Abwehr auszuüben.

          Auffällig sind de Bruynes Spielübersicht und permanenter Vorwärtsdrang. Das erste Foul der Partie muss er einstecken, weil er zu flink ist. De Bruyne ist der Bremer Ballbeschleuniger – und wird am Ende 39 Mal öfter das Spielgerät berührt haben als der zweitbeste Kollege. Immer wieder verlagert der Einundzwanzigjährige das Spiel, nur das Zusammenwirken mit dem Niederländer Eljero Elia auf der linken Benelux-Seite funktioniert über 90 Minuten nicht, was aber eher weniger an de Bruyne liegt.

          In der 18. Minute steht der Belgier, der bisher in allen Spielen zur Bremer Startelf gehörte und nur einmal ausgewechselt wurde, erstmals im Mittelpunkt. Einen Lupfer von Zlatko Junuzovic nimmt er gekonnt an und hätte freie Bahn Richtung Strafraum, doch Schiedsrichter Deniz Aytekin will den Einsatz des Oberarms gesehen haben und pfeift ab. Nur wenig später fängt der Frankfurter Carlos Zambrano einen Pass von de Bruyne ebenfalls mit dem Arm ab. Der Belgier ist der erste Bremer, der beim Unparteiischen vehement protestiert – so schnell wird aus einem Sünder ein Ankläger.

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          De Bruyne macht nicht nur den Ball schnell, er bringt ihn auch zurück ins Spiel. Ecken und Freistöße sind die Aufgabe des Belgiers, der in Gent und Genk ausgebildet, Anfang 2012 für acht Millionen Euro von Chelsea gekauft und nun an Werder verliehen wurde. Nach dem ersten Eckstoß hat Bremen die erste Chance; Theodor Gebre Selassie köpft über das Tor. Bei gegnerischen Standardsituationen darf de Bruyne auch nicht in den Strafraum – 1,80 Meter ist keine Körpergröße, die einen gefürchteten Kopfballspieler auszeichnet.

          Nach 38 Minuten führt ein Freistoß des Mittelfeldspielers sogar zu einem Treffer. Den scharfen Ball mit rechts von halblinks kann Eintracht-Torwart Kevin Trapp nicht festhalten, Petersen setzt nach und schiebt ein. Doch Schiedsrichter Aytekin will ein Foul erkannt haben – eine harte Entscheidung gegen Bremen. De Bruyne wirft verärgert die Hände in die Luft. Das sollte er sich schnell abgewöhnen, denn in der englischen Premier League wird diese Form des Lamentierens nicht gerade gerne gesehen.

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