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Derby HSV gegen St. Pauli : Ein Hauch von G20 beim Fußball in Hamburg

  • -Aktualisiert am

Wenn der HSV und St. Pauli in Hamburg zum Fußball-Derby aufeinandertreffen, ist auch die Polizei gefordert. Bild: Picture-Alliance

Es ist das erste Duell der beiden Klubs seit 2011. Und das 100. Derby zwischen dem HSV und St. Pauli alarmiert die Polizei. Denn alte Ressentiments der radikalisierten Szenen kochen wieder hoch.

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          Als Polizeisprecher Timo Zill am Mittwoch im Volksparkstadion das Sicherheitskonzept der Vereine und der Polizei vorstellt, liegt ein Hauch von „G20“ in der Luft. Immer noch sind Polizei und Strafverfolgungsbehörden mit der Aufarbeitung der Randale von Mitte Juli 2017 beschäftigt – und immer noch gibt es Ermittlungserfolge. Durch Aufnahmen der Videoüberwachung greift der lange Arm des Gesetzes auch viele Monate später noch zu. Das ist auch die Botschaft, die Zill an diesem Mittwoch aussendet: Wer am Sonntag, danach oder davor unter dem Deckmantel eines Fußballspiels Gesetze bricht, muss mit Strafverfolgung rechnen. Nichts soll als Kavaliersdelikt durchgehen. Die Polizei wird sich Zeit nehmen, Filmaufnahmen durchzusehen und Täter womöglich auch Monate nach dem 100. Hamburger Fußballderby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli an diesem Sonntag (13.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Fußball-Bundesliga und bei Sky) im Volksparkstadion ausfindig zu machen.

          2. Bundesliga

          Gerade haben öffentliche Fahndungen (mit Bildern der Gesichter) nach 17 Hooligans begonnen, die am letzten Spieltag der vergangenen Saison, als der HSV trotz eines Sieges über Gladbach abstieg, pyrotechnische Gegenstände entzündet und zum Teil auf das Spielfeld geworfen hatten. „Wir haben einen langen Atem“, sagt Timo Zill. Von Samstag, 18 Uhr an wird ein Hinweisportal freigeschaltet, auf dem Bürger Straftaten rund ums Derby melden können. 1100 gewaltbereite Fans aus beiden Lagern werden zum Derby erwartet. Die HSV-Ultras werden von Fans des FC Kopenhagen „unterstützt“, die des FC St. Pauli von Mitgliedern der Münchner „Schickeria“, das sind Ultras des FC Bayern. Es ist in Hamburg diese Woche kein Tag vergangen, an dem es nicht irgendwelche Übergriffe, Racheaktionen oder Vergeltungs-Idiotien der einen oder anderen Fanseite gegeben hätte. Vergangene Woche griffen 30 Anhänger des FC St. Pauli sechs HSV-Fans an, als diese im Stadtteil Eidelstedt eine Choreographie für das Derby vorbereiteten. Tage später hingen Puppen im St.-Pauli-Dress von Hamburger Straßenbrücken – wie am Galgen.

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