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Erst Götze, dann Schürrle : Der nächste Dortmunder Millionen-Transfer

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Ihr bester Moment: Andre Schürrle (rechts) legt vor, Mario Götze trifft im WM-Finale 2014. Bild: Picture-Alliance

Erst die Rückkehr von Götze, nun der Transfer von Schürrle: Borussia Dortmund kompensiert seine Abgänge mit dem Kauf deutscher Nationalspieler. Der BVB lässt sich Schürrle einiges kosten.

          Borussia Dortmund ist in einen regelrechten Kaufrausch geraten. Nur einen Tag nach der Verpflichtung des bisherigen Bayern-Profis Mario Götze nahmen die Schwarzgelben einen zweiten Fußball-Weltmeister unter Vertrag: André Schürrle verlässt nach eineinhalb Jahren den Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg und schließt sich den Westfalen an. Der 25-Jährige soll den BVB rund 30 Millionen Euro kosten, er bekommt einen Vertrag bis 2021.

          „Borussia Dortmund ist einer der Top-Vereine in Europa mit einem starken und extrem spannenden Kader“, ließ Schürrle in einer am Freitag vom BVB verbreiteten Reaktion wissen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Kraft der BVB durch das Zusammenspiel mit seinen Fans entwickeln kann und freue mich schon jetzt, das alles zum ersten Mal nicht als staunender Gegner, sondern als Teil des Ganzen erleben zu dürfen.“

          Schürrle kann es nach eigenem Bekunden kaum erwarten, nach dem EM-Urlaub Anfang August mit dem Training zu beginnen. Er zeigte sich entschlossen, die Menschen in Dortmund davon überzeugen zu wollen, „dass es richtig war, mich zu verpflichten“. Mit dem achten Zugang für die kommende Spielzeit überschreitet der achtmalige deutsche Meister die Ausgabengrenze von 100 Millionen Euro - verschmerzbar bei Transfereinnahmen von ebenfalls über 100 Millionen für Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrich Mchitarjan.

          BVB-Sportdirektor Michael Zorc bezeichnete Schürrle als Spieler „mit herausragendem Offensivpotenzial, der zudem sehr passsicher ist und sich auch in der Defensivarbeit immer wieder geschickt einbringt“. Weitere Zugänge für den Angriff schloss Zorc aus: „Dieser Transfer komplettiert unsere Offensive für die Saison 2016/2017.“

          Zwei Freunde, die sich in Dortmund wiedersehen: Andre Schürrle (links) und Mario Götze. Bilderstrecke

          Der Wechsel Schürrles zu seinem früheren Mainzer Trainer Thomas Tuchel kommt nicht überraschend. Wolfsburg-Manager Klaus Allofs hatte unlängst wissen lassen, dass Schürrle sich den Wechsel zum BVB vorstellen könne. Beim Meisterschafts- und Pokal-Zweiten Dortmund soll der Neue vor allem Ersatz für den zu Manchester United transferierten Armenier Mchitarjan werden. Mit dem Schürrle-Wechsel setzt sich „der größte Umbruch der vergangenen zehn Jahre“, von dem Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke im dpa-Interview Anfang Juli gesprochen hatte, nahtlos fort.

          Beim BVB können damit nun zwei entscheidende Protagonisten aus dem WM-Finale gemeinsam agieren. Am 13. Juli 2014 lieferte der von Joachim Löw eingewechselte Schürrle von links die Vorlage, die sein Kumpel Götze im Maracanã-Stadion von Rio in der Verlängerung zum goldenen Tor gegen Argentinien verwertete.



          Schürrle war Anfang Februar 2015 für rund 32 Millionen Euro vom englischen Premier-League-Klub FC Chelsea nach Wolfsburg gewechselt, konnte die in ihn gesetzten hohen Erwartungen dort jedoch nur selten erfüllen. Unter Tuchel war der heute 25-Jährige 2009 mit Mainz 05 deutscher A-Jugend-Meister geworden. Dortmund ist für Schürrle der vierte Bundesliga-Arbeitgeber nach Mainz, Bayer Leverkusen und Wolfsburg.

          Nach den spektakulären Abgängen von Gündogan (Manchester City), Hummels (Bayern München) und Mchitarjan (Manchester United) hat der BVB kräftig in ein stark verändertes Team investiert. Allein für Götze und Schürrle geben die Westfalen mehr als 50 Millionen Euro aus. Beide waren zuletzt gemeinsam in den Vereinigten Staaten im Urlaub. Schürrle gilt als Wunschspieler Tuchels.Vor Götze und Schürrle hatte der BVB bereits Sebastian Rode (Bayern München), Portugals Europameister Raphaël Guerreiro (FC Lorient), Emre Mor (FC Nordsjaelland), Marc Bartra (FC Barcelona), Ousmane Dembélé (Stade Rennes) und Mikel Merino (CA Osasuna) verpflichtet.

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